Freitag, Oktober 29, 2004

Service-Wüste Deutschland IV

Gestern Probleme mit DHL, heute mit dem Mutterkonzern. Wie schafft man es, eine in einem Jewelcase steckende CD, die sich wiederum in einer luftgepolsterten Versandtasche mit der Aufschrift "Vorsicht! Zerbrechlich! steckt, kaputt zu brechen?! Ich weiß es nicht, aber die Kollegen von der Post schon, wie ich heute leider feststellen mußte.

Meetings

Meetings dienen (a) zur Information der Mitarbeiter/Kollegen und (b) Chefs dazu sich zu profilieren. Letzteres ist dank äußerst netter Vorgesetzte bei uns nie der Fall. Für Mitmenschen, die anderes erleben, gebe ich gerne ein paar Tipps die Zeit zu vertreiben.

Donnerstag, Oktober 28, 2004

Service-Wüste Deutschland III

Ich habe letzte Woche ein Paket von Deutschland nach Lettland verschickt. Mit DHL. Als Expresssendung für 69 EUR. Es brauchte 6(!!!) Tage. Kein Wunder, wenn man es von Berlin nach Brüssel und Kopenhagen bringt, bevor man es nach Riga schickt.

Mittwoch, Oktober 27, 2004

Admin mit Humor

Eben brachte mir der Admin eine CD-ROM, die er netterweise für mich gebrannt hatte. Sein Kommentar als er mein Büro betrat: "Hat hier jemand Pizza bestellt?!"

Hinweis an einen Kollegen

Lieber Kollege,
wenn man schon Dienstgespräche am Amtsapparat führt, dann sollte man so schlau sein, nicht so laut zu brüllen, daß jeder den (privaten) Gesprächsinhalt mitbekommt.

Gruß
R.

Dienstag, Oktober 26, 2004

Grundschulmethoden. Ein Fall für den Hausjuristen

Vor ein paar Wochen bekamen wir einen Antrag. Er ging zurück, es fehlten einige Unterlagen. Nun ist der Antrag wieder da. Mit allen Unterlagen. Nur die Unterschrift des Antragsstellers fehlt. Oder zumindest fast: Vor mir liegt die Kopie der letzten Seite des urprünglichen Antrags und die Unterschrift dort wurde mit einem Kugelschreiber nachgezogen. Das habe ich zum letzten Mal in der Grundschule gesehen. Und auch da ist es aufgeflogen. Wieder Arbeit für den Hausjuristen.

Montag, Oktober 25, 2004

Flux-Kompensator

Eben (!) erhielt ich eine Email datiert auf den 29.10.2004 06:55 Uhr. Leider nicht von Doc Brown oder Marty, sondern nur ne blöde Spammail.

Cool

Ich hatte soeben für ein paar Minuten das erste Mal eine Entscheidung Von "ganz oben" auf dem Tisch. Mit Unterschrift, Stempel und einem "Nicht zur Veröffentlichung"-Vermerk. Der Inhalt? Den behandle ich natürlich vertraulich, ich heiße ja nicht Benneter.

Donnerstag, Oktober 21, 2004

Linguale Schizophrenie

Seit dem ersten Semester bekamen wir im Studium eingebläut: Wer zum AA oder zur EU will muß mindestens drei Amtssprachen fließend sprechen können.
Ich tat mich mit Sprachen immer schwer. Und das Erlernen von Englisch hatte für mich auch nur pragmatische Gründe. Trotzdem landete ich bei den "Europäischen". Meine Theorie: Man kann sich eh immer nur in einer Sprache gleichzeitig unterhalten und da man in weiten Teilen der Verwaltung mit Englisch weiterkommt, hatte ich bisher null Probleme. Auch wenn es Kollegen gibt die vier, fünf oder sechs Sprach fließend beherrschen.
Teilweise hat die Benutzung von Englisch als Bürosprache aber auch schizophrene Folgen. Mit dem von mir sehr geschätzten Admin aus Osteuropa unterhalte ich mich dienstlich stets in Englisch. Treiben wir Konversation über Fußball, Wetter oder Microsoft, tun wir das in Deutsch. Very strange!

Abkürzungen a la Europe

Würde die Verwaltung eines öffentlichen Trägers in Deutschland auf die Idee kommen, seine Projekte M.A.R.T.I.N., D.S.D.S., T.R.O.T.T.E.L. oder L.I.E.B.S.T.E.R. zu nennen? Kaum ist man auf europäischer Ebene, hat man es mit den englischsprachigen Pendants zu tun. Kreatives Europa. :o)

Informatiker!

Wenn ich zu viel Zeit habe, schreibe ich in den Blog. Wenn Informatiker zu viel Zeit haben, denken sie sich sowas aus. Am besten ist der "Get Your Personality"-Button am Ende. *gg* Wohl besonders wichtiger für Informatiker. ;o)

gruß
r.dll

Sockenschuß

Ich berichtete ja schon über unsere tolle Sekretärin. Und eigentlich bin ich ein Anhänger von flachen Hierachien, aber irgendwo hört es auf. Eben hörte ich unsere Sekretärin auf dem Flur zu einem Kollegen sagen: "Manche Leute bekommen es nicht fertig zu frankieren und packen ihre Briefe so bei mir auf den Schreibtisch. Das wird dann auch noch mir überlassen." Und sie meint das wirklich ernst. Irgendwie finde ich sowas überhaupt nicht mehr lustig.

Dienstag, Oktober 19, 2004

Passiver Widerstand

Unsere Putzfrau muß uns wirklich haßen. Jeden Abend stellt sie die Papierkörbe dermaßen weit unter die Schreibtische, daß erstmal jeder Kollege als Frühsport auf die Knie gehen kann und unter den Schreibtisch kriechen muß, um nach dem Ding zu fischen. Ich glaube, unsere Perle versüßt sich mit diesem Bild in ihrer Vorstellung den Arbeitsalltag. Finde ich irgendwie putzig. :o)

Montag, Oktober 18, 2004

Elefantisierungsgrad

Was für manche Kollegen ein Problem darstellt, verwundert mich immer wieder. Heute morgen ging mir eine Kollegin immer wieder auf den Keks, weil sie sich nicht entscheiden konnte, wie sie ein 1400 Seiten-Dokument an unser Nachbar-Büro schicken solle: In Ringordnern oder einfach nur jeder Abschnitt geklammert. Mit der Suche auf eine Antwort verbrachte sie Stunden.
Dieses Verhalten ist wohl eines der Hauptprobleme staatlicher Einrichtungen: Aus jeder Mücke wird ein Elefant gemacht, man muß ja seine Relevanz beweisen und Arbeitszeit füllen.
Der "Elefantisierungsgrad" (EF) divergiert von Kollege zu Kollege und läßt sich folgerdermaßen erfassen:

Freitag, Oktober 15, 2004

Nettigkeiten unter Kollegen

Kollege A: Mist, ich habe mich mit dem Papier geschnitten.
Kollegin B: Oh, zeig mal! Soll ich Dir ein Pflaster geben?
Kollege A: Das ist ja nett von Dir.
Kollegin B: Nö, will nur nicht, daß Du unsere ganzen Anträge vollblutest.

Donnerstag, Oktober 14, 2004

Sekretärinnen-Check

Woran man eine gute Sekretärin erkennt:
  • Sie hat immer einen guten Rat, einen Bonbon oder auch ein Lächeln für einen parat.
  • Ihr muß man nicht alles erklären, weil sie mitdenkt.
  • Sie weist einen auf eigene Fehler hin.
  • Sie hält einem den Rücken und den Kopf frei.


Woran man eine schlechte Sekretärin erkennt:

  • Sie brüllt beim Telefonieren dermaßen, daß man sie auch noch im Nachbargebäude hört.
  • Sie weiß, wie man den Kosovo-Konflikt, die bundesdeutschen Haushaltsprobleme und so manches mathematische Grundproblem löst. Oder tut zumindest so.
  • Um alles muß man bitten. Man denkt, man ist bei ihr angestellt oder ihr gehören zumindest die Büromittel.
  • Sie verbringt 90% des Tages mit Fluggesprächen. Den Rest des Tages abwechselnd mit Raucher- und Kaffeepausen.

Warum ich das schreibe? Ich hatte das Pech von "Typ A" auf "Typ B" "zu wechseln".


Headline II oder Ich bin vielleicht müde...

Nachdem es gestern dienstlich äußerst spät wurde, brauchte ich heute eine Weile um bei der Überschrift "Auftragseinbruch bei Optikern" festzustellen, daß es beim dazugehörigen Artikel nicht um Kriminalität ging, sondern um ökonomische Probleme aufgrund der Gesundheitsreform. Das wird ein lang er Tag.

Dienstag, Oktober 12, 2004

Headline

Eine Lokalzeitung (die mit den zwei Buchstaben, nicht mit den dreien) macht heute mit einem riesigen Bild von Superman auf. Nichts gegen Christopher Reeve, aber irgendwie ist das ein etwas sehr merkwürdiges agenda-setting.

Mittwoch, Oktober 06, 2004

Technik, die begeistert

Schön, wenn man einen Scanner hat, der mit einem automatischen Papiereinzug ausgestattet ist und die Scans sofort in pdfs umwandelt und an den eigenen Emailaccount sendet.

Ärgerlich, wenn der besagte Scanner dreimal hintereinander zehn anstatt elf Blätter scannt.

Verwunderlich, wenn beim vierten Versuch aus 11 Seiten 12 Scans gemacht wurden.

Conclusion: "Life imitates bad TV." (A. S. Konigsberg)

Dienstag, Oktober 05, 2004

Was ich mag...

Es ist schon schön, wenn man eine Rechnung mit dem Vermerk "Eilt!" an die Zahlstelle schickt und anschließend einen Rückruf mit der Nachfrage bekommt, zu wann der Betrag denn überwiesen werden soll.

Montag, Oktober 04, 2004

Lauter Irre

Eben ereilte meinen Kollegen einen Anruf der verrückteen Sorte. Der Leiter eines von uns geförderten Projekte war sehr verwundert über eines unserer Schreiben. Das Projekt hatte nicht termingerecht seinen Fortschrittsbericht vorgelegt. Der Projektleiter: "Wie? Wir müssen Ihnen regelmäßig einen Bericht vorlegen?!"

Nein, lieber Projektleiter. Wir geben ihnen natürlich Millionen von Euro ohne irgend einen Nachweis zu wollen, was sie mit dem Geld gemacht haben.
Sind hier denn alle irre?!

Freitag, Oktober 01, 2004

Mehr als flüssig...

Eben wedelte ein Schreiben auf mein Tisch.

"Cofinanzierung [!!!]

[Briefkopf]
Hiermit bestätigen wir Ihnen, daß wir als Partner am oben genannten Projekt teilnehmen und Ihnen rechtsverbindlich eine Cofinanzierung von EUR 0 (in Worten: null Euro) zusichern. Wir bestätigen Ihnen hierzu zusätzlich, daß in diesem Betrag keinerlei Fördergelder enthalten sind. Uns ist bewußt, das wir ansonsten den Anspruch (auch auf bereits genehmigte) Förderung verlieren.
[...]"

Eigentlich müßte man solchen Leuten echt so einen Bewilligungsbescheid schreiben.