Die Spiele sind fast vorbei und mit perfekt organisierten Spielen haben es die Chinesen tatsächlich geschafft, daß sich aller Welt lieber mit dem nationalen Rang im Medailenspiegel beschäftigt als mit der Menschenrechtslage im Land. Ich war von Anfang an dagegen, daß man Olympia boykottiert oder von allen Sportlern politische Statements erwartet, aber daß wirklich NIEMAND ein Mucks sagt, geht mir gehörig gegen den Strich. Und daß sich dann noch Sportler und Funktionäre gegenüber Medien überrascht darüber äußern, daß sie nicht von der Staatsmacht an Ausflügen in die Umgebung gehindern werden, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Natürlich gibt sich das Pekingregime weltoffen, aber das heißt doch noch lange nicht, daß den "normale" Touristen, westliche Journalisten oder der Bevölkerung in Gegenwart und Zukunft die gleichen Rechte zuteil werden.
Die chinesische Regierung hat die 3 Millarden US-Dollar jedenfalls gut investiert: Man führt souverän die Nationenwertung und außerdem hat man den eigenen Massen gezeigt, daß der Westen China als gleichwertigen Partner respektiert und man sich als Otto-Normal-Untertan lieber der Führung beugt, da diese ja mit allen Dinge Recht zu haben scheint.
Außer aber, bei der Schlußveranstaltung haben vielleicht doch noch ein paar Sportler genug Arsch in der Hose, um ein Zeichen zu setzten, daß man weder in China noch im Rest der Welt übersehen kann. Auch bei mir stirbt die Hoffnung stets zuletzt.
Samstag, August 23, 2008
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