Dienstag, September 08, 2026

Woche 37/2026 - Ich, das Konsumopfer, oder wie ich einen äußerst günstigen Sky-Tarif erbeutete

Gelernt

Ich dachte bisher, meine Geografiekenntnisse wären knapp überdurchschnittlich. Aber offenbar sind sie das doch nicht. Ich habe gerade gelernt, dass Russland und Nordkorea eine gut 17 Kilometer lange gemeinsame Grenze haben, deren Existenz mir bisher völlig unbekannt war.

Eingekauft

Es herbstet. Und danach ist Winter. Und meine Liebste, eigentlich ein Wald- und Wiesen-Wesen, wird dann wieder mehr Zeit im heimischen Wohnzimmer verbringen wollen. In den letzten Jahren wurde bei uns dann gerne Wintersport eingeschaltet. Oder die Premier League, um gemeinsam Liverpool anzufeuern, wie ich es selbst seit dem letzten Jahrtausend tue.


In den vergangenen Jahren hatte ich bei WOW das Bundesliga-/Sport-Paket gebucht. Erst für einen einzelnen Monat, dann, in einem Anflug von Größenwahn, fürs ganze Jahr. Nun waren mal wieder zwölf Monate vorbei und ich auf der Suche nach neuen Angeboten. Bei WOW war es eher mau. (Schlechter Reim intended!)

Bei Sky allerdings bekommt man momentan – in Kombination mit einem Rabattcode und Payback-Punkten – für 21 Euro im Monat: Sky Bundesliga, Sky Sport, Sky Cinema und Paramount+ dazu.

Da habe ich zugeschlagen. Ich altes Konsumopfer.

Geärgert

So unproblematisch die Sky-Paketbucherei war, das ganze Unternehmen schien dann fast daran zu scheitern, dass die Verifizierungs-Mail bei mir nicht ankam. Trotz ausgeschaltetem Spamfilter.

Der Sky-Service (irgendwas zwischen AI-Chatbot und eigentlich englischsprachigem Kundencenter in Bengaluru) war natürlich auch nicht hilfreich. Da beschloss ich, nur für diesen Zweck eine Mailadresse bei Proton anzulegen.

Und puff: Die Nachricht kam durch.

Ich wollte hier schon abbrechen, da fütterte ich meinen regulären Mailaccount noch mit der Absenderadresse für die Whitelist und dann … kam tatsächlich auch dort die Mail an.

Muss ich nicht verstehen. Stöhn!

Freitag, September 04, 2026

Woche 31/2026 - Von Bären, Schwiegereltern und fehlendem Strom

„Das zieht über uns hinweg!“, sagt die Schwiegermama.

Eine Frau, die in ihrem nicht schnittfesten Bikini mit einer Kettensäge gerne mal Bäume zerlegt, hat keine Angst vor einem siebenbürgischen Sommergewitter.

Der Schwiegervater hingegen, ein belesener Mann der Wissenschaft, traut dann doch lieber dem rumänischen Wetterdienst. Und dieser hatte satte 25 Liter Wasser pro Quadratmeter vorhergesagt. Innerhalb einer Stunde.

Daher treibt der Schwiegervater uns an. Und da ich nicht einer bin, der sich mit seinen Schwiegereltern anlegt (weder den eigenen, noch mit denen von meiner Ehefrau), räume ich hastig Gartenmöbel ins Haus. Natürlich immer möglichst so, dass die Schwiegermama nicht merkt, dass ich diesen Akt des Widerstands gegen ihren (Zweck)optimismus unterstützte.

Zehn Minuten später, der Regen wird bereits horizontal über unseren grünen Hügel im Wald geblasen, sitzen wir dann gemütlich im trockenen Haus und lassen die Natur Natur sein. Können wir ja auch. Wir sind ja schließlich keine transsilvanischen Bären, die gerade in ihrem Wald den Waschgang ihres Lebens erhalten.

Störend ist allerdings der Stromausfall, der kurz darauf unser Tal erreicht. Und die Situation wird auch nicht besser dadurch, dass meine Liebste ihre Mutter mal wieder daran erinnert, wie wir unser Lieblingshaus schon seit Jahren mit einer PV-Anlage und Speicher ausstatten möchten, dies aber grundsätzlich von der älteren Generation mit der Argumentation „Das ist nicht zuverlässig,“ abgebügelt wird.

Zwanzig Prozent Strom fehlen im Land momentan.“, erzählt mein Schwager in einer Lautstärke, dass man es sicher in allen Räumen des nicht kleinen Sommerhauses hört. Wir haben ja auch gerade kein Lagerfeuer in das man Öl gießen könnte. "Es gibt zu wenig Wasser in den Flüssen für das Wasserkraftwerk und natürlich auch für den Kernreaktor."

Ich schweige.

Im Gegensatz zu meinem Schwager plane ich ja noch zwei Wochen in diesem Domizil verbringen.



Donnerstag, August 13, 2026

Woche 30/2026 - Lose Enden und Nolans Odyssee

Bevor ich zur bereits vorurlaubenden Familie stieß, habe ich mich in dieser Woche um lose Enden gekümmert.

So eine Woche ohne familiäre Verpflichtungen ist für mich immer eine ziemliche Umstellung: Kein Frühstück machen, kein Daueraufräumen der Wohnung, kein Kinderrumkutschieren. Wirklich stressfrei ist sie aber trotzdem nicht: Diesmal etwa musste ich um die bisher vernachlässigten Steuererklärungen kümmern.

Ich finde es ja schön, dass Vater Staat an meinen Dauererfolg als Schriftsteller glaubt, aber meine jährlichen Einnahmen sind sehr schwankend und immer im unteren vierstelligen Bereich bei dieser Nebentätigkeit, und es nervt bisweilen, dass man mal ein paar Hundert Euro Lohnsteuervorauszahlung  leisten darf und mal nicht. Immer davon abhängig, wie Buchverkäufe und Ausschüttungen von VG Wort so liefen. Zumindest fällt mittlerweile die Gewerbesteuererklärung für Kleinunternehmer weg. Ein Formular weniger.

Trotzdem war ich zwischenzeitlich so gerädert vom Hardcore-Excelwesen – ja, bei mir geht es um 'ne Menge Kleinbeträge –, dass ich spontan beschloss, eine Wand in der Küche zu streichen. (In der „freien“ Woche renoviere ich sonst eigentlich immer, 2026 hatte ich das nicht geplant.) Das Ergebnis war ganz zufriedenstellend. (Also bei Steuer und Wand.)

Im Büro halte ich es seit einiger Zeit so, dass ich in den letzten 10 Arbeitstagen vor dem Jahresurlaub mich nur noch um offene Vorgänge kümmere. Der Unmut von manchem im mittleren Management halte ich gerne aus. Denn selbst das reguläre Abarbeiten frißt genug Ressourcen, der Rest geht für Übergaben und Kollegen – ja, es sind immer Männer – drauf, denen ich einen rhetorischen Mittelfinger zeigen muss, weil sie mit irgendwelchem nebensächlichen Quatsch und Torschlusspanik vor mir stehen.

Gesehen

Was Schönes gönnte ich mir dann noch zum Wochenabschluss. Ganz allein gingen meine Cola light und ich ins Kino und schauten uns die Odyssee an. Nach einigen Minuten war klar, das Minimalziel würde erreicht werden: eine Verfilmung besser als die Wolfgang-Petersen-Version von Troja. Der viel vermisste M. und ich litten damals beide sehr u. a. unter Mr. Jeanswerbung als Achilles und darunter, wie man den armen Ajax darstellte. Da konnte auch Peter O'Toole wenig retten.

Auch im Vorfeld dieses Films hatte ich ein bisschen Angst beim Blick aufs Nolan'sche Casting. Da waren sehr viele der hollywoodtypischen „Milchbrötchen“ zu finden. Matt „Ich finde in keinem meiner Filme nach Hause“ Damon als Hauptdarsteller schlug sich erstaunlich gut und auch Anne Hathaway und Tom Holland schlugen sich besser als von mir erwartet. Himesh Patel hätte ich mehr Redezeit bzw. Tiefe gegönnt und auch Elliot Page macht seine Sache mehr als ordentlich. Deutlich unzufrieden war ich mit der Darstellung des Agamemnon, der wie ein antiker Darth Vader inszeniert wurde. Trotzdem: Die Odyssee ist gutes Popcornkino, für einen echten Klassiker hätte es aber ein bisschen mehr Mut und v. a. Metaebene bedurft.