Mittwoch, April 28, 2021

Woche 16/2021 - Fremdsoftware, LOL, Wondrak

Nach einigen dunklen Tagen wagte ich mich wieder an Deck der M.S. Rpunkt. Der Boden schwankte noch ein bißchen unter den Füßen, aber ich startete dann doch für Donnerstag und Freitag einen "Arbeitsversuch", wie meine Hausärztin in die Krankenakte schrieb. Zum "Aufwärmen" gab es gleich sechs Onlinemeetings in zwei Tagen. Kraft und Ausdauer fehlen noch, aber wenigstens fiel ich nicht gleich ins nächste Burnout-Loch.

Geärgert

Grundsätzlich ist eh schon nervig, wenn elektronische Neugeräte, wie Festplatten und Notebooks mit irgendwelcher Fremdsoftware vollgerotzt sind. Noch nerviger ist es, wenn diese irgendwelche Testversionen sind, die ab einem bestimmten Punkt anfangen nach Vollversionen schreien. Absolut dreist wird es, wenn man diese nicht ohne Zusatzprogramm unter Win10 deinstallieren kann. Das gibt es? Ja. Das McAfee Security Center ist solch ein Software aus dem digitale Fegefeuer. Dreckszeug.

Gesehen
Mittlerweile habe ich die ersten fünf Folgen von "The Falcon and the Winter Soldier" gesehen. Ich bin ja kein soooo großer Fan von Comicactionserien, aber man muß schon sagen, daß diese hier ziemlich gut geschrieben und umgesetzt wurde. (Nicht ganz s gut, wie WandaVision, aber schon ganz ordentlich.) Ich wünschte, daß sich zum Beispiel die Autoren von Star Trek Discovery mal ein Stück davon abschneiden würden.

Dann gehöre ich zu den 143 Milliarden Deutschen, die sich bei "LOL" amüsiert haben. Geschmunzelt habe v.a. ich über die Angestrengtheit der Beteiligten jede Form von Lachen zu unterbinden. Interessant war auch das letzte Drittel, in dem das Format in Richtung "psyhologische Studie" abdrifftete. Aber so richtig, richtig gelacht habe ich ehrlicherweise schon seit Ewigkeiten bei TV-Comedies nicht mehr. Aber mich amüsiert, wie bei dieser. Scrooge McR. ist also noch nicht ganz verloren.

Ach, bei "News of the World" habe ich auch noch reingeschaut: Tom Hanks souverän wie immer (er spielt aber schon meist sich selbst) und Helena Zengel einfach hervorragend. Die Geschichte des Westerns trägt auch. Also mir hat es gefallen. Das war schon ganz ordentlich.

Gelesen

(Vor)Gelesen wurde hier auch wieder einiges. Besonders empfehlen möchte ich diesmal zwei Titel für Kinder im Alter von ca. 3 Jahren: Einmal das auperkalifragilistikexpialigetisches Mitmachbuch "Nicht drücken!*" von Bill Cotter und zweitens, daß supersüße "Nachts, wenn alle schlafen*" von Kazuo Iwamura in dem Eichhörnchenkinder auf nachtaktive Eulen treffen. Das Buch hat unsere ganze Familie verzaubert. 

Apropos "verzaubert". Ein ganz besonderes Buch ist meiner Meinung nach auch Janoschs "Wondrak für alle Lebenslagen*", welches es für sehr, sehr schmale sechs Euronen gibt.  Das sehr gelungene Nachwort von Tillmann Prüfer faßt das Wesen der Janoschken Charaktere, die immer auf der Suche nach dem "kleinen Glück" sind, sehr gut zusammen: Wir lassen uns von unserer eigenen Machtlosigkeit nicht unterbekommen. 

In diesem Zusammenhang: Paßt gut auf Euch auf!


Samstag, April 17, 2021

Woche 14 & 15 - Und plötzlich geht nichts mehr...

Als braver Norddeutscher mit preußischen Genen schließt man ja normalerweise für 362 Tage im Jahr seine Gefühle in ein kleines Kästchen ein und versteckt dieses gut, etwa zwischen den Berg mit Steuerunterlagen. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, deutete es sich schon seit Anfang Januar an, daß ich emotional momentan irgendwo zwischen Rudi Reschke und Klaus Kinski zu verorten war.

2020, das alte Coronodrecks*ujahr, hatte doch ein paar seelische Spuren hinterlassen. Und ja, fluchen ist hier wirklich angebracht, denn obwohl ich an den schönen Weihnachtsfeierntage darüber freute wie gut wir die anstrengenden letzten 12 Monaten hinter uns gebracht hatte, grätschte mich ein paar schlechte Nachrichten und ein generell anstrengender Jahresbeginn letzte Woche Sergio-Ramos-mäßig ab.

Körper auf dem Sofa, Blick auf die Wand, Blutdruck um die 170. Nichts ging mehr. 

Mein internes MHN übernahm und so trapte ich brav zur Hausärztin meines Vertrauens. Dort gab es ermunternde Worte, kassenbezahlte Blutdruckmedikamente und eine Überweisung zum Psychotherapeuten. Was für Tony Soprano gut ist, kann für Herrn R. nicht schlecht sein. 

Mittlerweile geht es mir um einiges besser. Schön eine geduldige und verständnisvolle Familie zu haben. Der Rest kommt hoffentlich auch noch. Ein Hoch auf die moderne Medizin. Paßt auf Euch auf





Woche 13/2021 - Ostern, Mitternachtsbibliothek, Pilzburger, Beforeigners

Die Osterfeiertage wurden hier sehnsüchtig erwartet. Endlich mal ein paar Tage ohne Erwerbsarbeit, um den Kopf frei zu bekommen. Die zwei Zusammentreffen mit der Familie erfolgten in kleinen, coronoconformen Gruppen und waren kurz, aber auch sehr schön. So langsam vermissen auch passionierte Einsiedlerkrebse wie ich soziale Kontakte sehr.

Gelesen

Als jemand, der immer viel Freunde an "Was wäre wenn..."-Szenarien hat, sprach mich die Eingangsidee von "Die Mitternachtsbibliothek*" natürlich sofort an: Die Protagonistin hat nach einem Versuch ihr Leben selbst zu beenden, noch einmal die Möglichkeit in verschiedene Alternativen ihrer Existenz einzusteigen.

Das Buch ist über weite Strecken gut geschrieben und besagte Idee wird niemals totgeritten, allerdings ist die Umsetzung oft sehr glatt und seicht und die vielen Kalenderblattweisheiten und gelegentlich recht schiefen sprachlichen Bilder brachte mich zwei, drei Male an den Rande des Abbruchs der Lektüre. Die schlimmsten fünf Formulierungen:

  • ,Wenn man irgendetwas anders macht, ist es oft das gleiche als ob würde man alles anders machen.‘
  • ,Du bist der Bibliotheksausweis.‘
  • ,Die folgende Sätze waren wir Wildtiere, die überraschend vor ihr Auto sprangen.‘
  • ,Ein Bauer ist eine Königin im Wartestand.‘ über Schach
  • ,Nora spürte schmerzlich wie die Hand sich entspannte, so natürlich wie eine Perle in einer Muschel.'

Am Ende war der Roman doch unterhaltsam, aber ich würde es auch nicht bereuen, hätte ich ihn nicht gelesen. Und ich wüßte ehrlicherweise auch nicht, welcher Leserschaft ich ihn empfehlen sollte. 

Gekocht

In dieser Woche hat meine Liebste mal etwas neues am Herd ausprobiert: Super leckere Pilzburger. Wer braucht da Fleich zwischen den Brötchen?!

Gesehen

Zufällig stieß ich auf die Norwegische SciFi-Serie "Beforeigners". Durch Zeitportale gelangen Menschen aus der Vergangenheit unkotrollierbar in das heutige Oslo. Dies bringt natürlich soziale, politische und wirtschaftliche Probleme mit sich. Sehr unterhaltsam, nicht zu anspruchsvoll, toll gespielt. Diese großartige Unterhaltung mit leichten "Äkta människor"-Vibes gibt es kostenfrei in der ARD-Mediathek

Gezeichnet




Dienstag, April 06, 2021

Rpunkt spielt(e)... Super Mario Bros. 35 (Switch)

Ich berichtete ja vor kurzem, daß ich bei Fifa, den Online-Modus eher meide. Anders ist die Sachlage bei Super Mario Bros. 35. Bis zu seiner Abschaltung - unten mehr dazu - schob ich gelegentlich eine Runde des Jubiläumsspiels ein, das weitestgehend auf dem Klassiker aus dem Jahre 1985 basierte. Und Dank der in den frühen 90er Jahren von mir investierten Stunden vor dem NES, hatte ich tatsächlich regelmäßig Chancen gegen die 12jährigen auf den Nintendoserver.



Das Spielprinzip war relativ einfach. Man trat in den Level aus dem Originalspiel gegen 34 Mitspieler*innen an. Allerdings nur für einen sehr kurzen, mit einer Stopuhr festgehalten Zeitraum. Für jede getretene Schildkröte oder zermatschten Pils bekommt man Extra-Sekunden für das eigene Zeitguthaben, während zusätzliche Gegner auf den Bildschirmen der Konkurrenz erscheinen. Wer am Ende übrig blieb, gewann.

Wie gesagt, mir machte der Spielmodus sehr viel Spaß und Super Mario Bros. 35 zeigt, wie alte Spielideen auch heute noch viel Freude machen können. Leider wurde das Spiel inzwischen vom Server genommen, was so manche Nintendofreunde verärgerte. Ich finde es auch ein bißchen Schade.

Freitag, April 02, 2021

Woche 12/2021 - Bohnenmasala, Asterix, Ringelnatz und Kopfhörer

Geärgert

Über irgendetwas hatte ich mich in der vergangenen Woche geärgert. (Also zusätzlich zu dem Frust über den zögerliche Pandemiebekämpfungsanstz der Regierenden.) Es kann aber nicht so wild gewesen sein, da ich mich nicht mehr daran erinnere und auch keine Notiz gemacht habe. Glückliches Ich!

Gekocht

Zum zweiten Mal das vegetarische Bohnenmasala aus "Das Veggie Familien Kochbuch" zubereitet. Sehr, sehr schmackhaft. (Und Mozarella und Cashews kann man sehr gut weglassen.) Man sollte bloß unbedingt bevor man die Bohnen hinzugibt überprüfen ob man die Grundsoße schon zerkleinert hat. Sonst hat man einiges an Mehrarbeit. (Bitte hier einen tiefen Stöhner einfügen.)

Gesehen

Mit dem großen Kind den Animationsfilm "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks" angeschaut. Die Slapstickpassagen saßen, aber die Story war dann doch etwas sehr wirr. (Den Part mit den Römern hätte man zudem komplett streichen können und der Film hätte trotzdem nicht schlechter funktioniert.) Außer den Anleihen ans aktuelle, amerikanische Actionkion gibt es wirklich nichts Neues. Ich gebe sehr wohlwollende 2 1/2 von 5 Hinkelsteinen.

Viel besser gefiel mir Folge 1 der neuen "Chez  Krömer"-Staffel. Es ging fast ausschließlich um das Thema "Depressionen". Danke, Kurti.

Dazu habe ich "Das Hausboot" bei Netflix geschaut. Nachdem ich einige Rezensionen gelesen habe, dachte ich, Olli Schulz wäre mit einem Vorschlaghammer (wahlweise: Flammenwerfer) auf Fynn Kliemann los. Aber dann war Olli doch nur so, wie ich es nach langjärigem Saft&Sorgfältig/Fest&Flauschig-Hören erwartet hatte: Ein unterhaltsamer Chaotnik mit cholerischen Phasen dem man auf keinem Fall Geld anvertrauen sollte. Mein Mitleid hielt sich für die beiden Protagonisten auch etwas in Grenzen, wer nicht auf den ersten Blick gesehen hat, daß das Hausboot Schrott ist, dem ist auch nicht zu helfen.

Gelesen 

Passend zum Film habe ich mit dem großen Kind "Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist" gelesen. Tolle Zeichnungen in ungewöhnlichen Stil gibt es in dem Sonderheft aus dem Jahr 1989. Die Story ist dann wieder sehr dünn.

Jemand hatte in der Nachtbarschaft Ringelnatz' "Hafenkneipe" ausgesetzt und da ich als Bibliothekarinnennachwuchs kein Buch zurücklassen kann, nahm ich es mit ins warme Heim. Ich bin ja nicht der Lyriker, aber "Das Schiff" (und weniges anderes) gefiel mir dann doch. 


Ausprobiert

Ich verliere ja gern Kopfhörer, also habe ich mal günstige Earbuds von Lenovo ausprobiert, um rauszufinden, ob ich mich der Technologie per se anfreunden kann. Die Funktionalität der Geräte stimmt, aber der Klang ist halt nicht besser als man für 10€ erwarten kann. Außerdem fallen die Dinger gern aus meinem linken Ohr. (Und nur aus dem linken!) Mal sehen, ob ich mir mal teuere Earbuds leiste oder es bei dem Experiment belasse.

Rpunkt spielt.... Fifa 21 (Switch)

Was kann ein in die Jahre gekommener "Casual Gamer" Neues über einen Branchenprimus sagen, der schon x-mal von Profis rezensiert wurde? Nicht so richtig viel, aber vielleicht gibt es für die geneigte Leserschaft doch das eine oder andere interessante Details, daß sich aus meiner Spielerhistorie ergibt. 

Mein erstes Fifa spielte ich 1996 auf dem PC, aber nicht als Vollversion, sondern als das berühmt-berüchtigte Brasilien gegen Italien-Demo bei dem man eine Halbzeit gegeneinander zocken durfte. Im Jahr darauf kaufte ich dann den Vollpreistitel zusammen mit einem eigenen EA-Sports Controller-Set, welches man über die parallele Schnittstelle des PCs andrösel mußte, denn USB war gerade erst frisch erfunden. 

In der darauffolgende Dekade zockte ich jedes Jahr den neusten Titel bis ich eine genauso lange Pause einlegte. Mit Fifa 21 habe ich also nach langer, langer Zeit erstmals wieder mein Lieblingsfußballliveactionspiel vor mir. (Diese Einschränkung muß sein, denn es gibt ja auch noch das eher simulatorische Hattrick und Anstoss.)

Mein Lieblingsbug im Spiel: Ein mit Rot vom Platz gestellter Spieler
- hier Luka Modrić, der Gruselgrätscher aus Zadar - ist immer noch
auf dem Feld sichtbar und wird sogar in Manndeckung genommen,
während später jeder Ball durch ihn durchrollt und er unbeweglich
dasteht wie Mario Gomez, der auf eine Torchance wartet.

Mein erstes Fazit: Fifa ist immer noch Fifa. Der Spielfluß stimmt, die Einstellungsmöglichkeiten, Spieler und Mannschaften sind mannigfaltig. Einen Sprung in Gameplay und Darstellung konnte ich nicht feststellen. Aber mit dem Taschengeldgrab FUT, wo man für erspielte oder erkaufte Coins anhand von Sammelkarten Spieler freischaltet, gibt es einen Spielmodus, den ich noch nicht kannte. Aber wie gesagt, der alte Mann war ja schon eine Weile weg. Kein Wunder, daß ich nach einer kurzen Testphase dem Onlinemodus lieber meide, da mich mittlerweile jeder 12Jährige auf dem virtuellen Kanalsdeckel naß macht. Im Gameplay legen die Fifa-Entwickler meiner Meinung nach viel zu viel Wert auf Dribblings und Ballbesitz, ein Fetisch den wir wohl der "Generation Tuchel" verdanken. Trotzdem macht das Spiel viel Spaß und meine Kritikpunkte sind eher Kleinigkeiten:

  • Die Kommentare sind gelegentlich immer noch sehr unpassend und wiederholen sich häufig. Statistik und situationsbedingte Kommentare ("Heute haben wir ein Nord-/Süd-Ostderby.", "Erleben sie den aktuellen Torschützenkönig in Aktion." o.ä. fehlen mir.)
  • Leider fehlt auf der Switch die Möglichkeit Videos aus dem Spiel zu speichern oder sogar zu exportieren. 
  • Bälle werden im Strafraum viel zu häufig geblockt. Feldspieler bleiben zu oft liegen, während Torhüter sich erheben wie Springfiguren.
  • Die Gesichteranimationen amüsieren hier und da, etwa wenn Marco Reus schon mal aussieht wie Simon Pegg.
  • In Sachen Animation des Publikums hat sich - bis auf die Auflösung vielleicht - seit einer Dekade nichts getan.
  • Ich hätte gern wieder Halbzeitlängen von 2min, den ich habe nicht immer viel Zeit.
Besonders positiv aufgefallen ist mir, daß die "Zeit des Zirkuses" in Fifa vorbei ist, d.h. es gibt keinen Fokus mehr auf Hundertausend individueller Tricks der "Superstars", obwohl gerade beim Fußball ersichtlich ist, wie sehr sich in der Vermarktung und Wahrnehmung von Mannschaftssportarten der Schwerpunkt von Vereinen auf Individuen verschoben hat. Auch die Möglichkeit sich die Titel des berühmten Fifa-Soundtracks seperat in einem integrierten Player anzuhören, finde ich großartig, auch wenn mein heutiger Musikgeschmack nicht mehr unbedingt kompatibel ist. 

Kurzum: Ich hatte trotz megadurchgestylten Marketingprodukt Fifa 21 viel Spaß mit dem Titel und es besteht die Gefahr, daß ich mir am Ende des Jahres auch den Nachfolger gönnen werde.