Gelernt
Seit unserem Besuch im "Museum für Kommunikation" hat unser großes Kind (10) einen Wunsch: eine eigene Schreibmaschine. Und natürlich ist diese Bitte nichts, was mein stolzes, väterliches Autorenherz ablehnen kann. Da die Erika meiner Eltern momentan nicht auffindbar ist, musste ich mich - leider, leider - auf Kleinanzeigen umsehen, um ein Maschinchen zu finden, das den Zweck erfüllen, aber das Budget nicht sprengen würde. Es gibt härtere Schicksale.
Schon nach kurzer Zeit stieß ich auf eine Remington Noiseless 7 (Portable) aus den frühen 1930er Jahren, die der Vorbesitzer zu einem äußerst günstigen Preis abzugeben gedachte. Die Maschine machte denn auch vor Ort einen äußerst guten Eindruck, nur an den Cannabisgeruch, der vom Gehäuse ausgeht, habe ich mich noch nicht gewöhnt.
Die Mechanik der Remington überzeugte dann auch bei der Inaugenscheinnahme am heimischen Arbeitsplatz. Ich löste die vier Schrauben, die die Maschine mit dem Koffer verbanden und konnte dann gut mit einem fusselfreien Tuch und Waffenöl alle Hebelchen, Federn und Konsorten reinigen. Die zuerst angedachte Nutzung von Wattestäbchen verwarf ich zugunsten der einer sehr weichen Zahnbüste, da erstere durch wildes Herumfusseln mehr Schaden als Nutzen zu bringen schien.
Den Koffer reinigte ich mit KFZ-Cockpitspray und Lederreiniger, ohne aber zu einem abschließenden Befund zu kommen, was besser funktionierte.
Nachdem ich alles wieder zusammenmontiert hatte, legte ich das bikolore Farbband richtig ein. (Das hatte der Vorbesitzer nicht geschafft.) Hilfreich war dabei die Gebrauchsanleitung vom Gerät.
Die Remington sieht nicht nur phantastisch aus, sondern ist wirklich leise und hat eine wunderschöne Schriftart. Nur die automatische Rechtschreibkorrektur scheint nicht zu funktionieren.
Geärgert
Dass ich im Jahr 2026 noch beim Konsum der Tagesschau aufschrecke, spricht nicht für mein momentanes Nervenkostüm. Aber wie ich erfuhr, gibt es tatsächlich eine neue EU-Verordnung zum Widerruf bei Online-Käufen. Irgendwie war das an mir total vorbeigegangen.
Nachdem ich versuchte, das Problem mit einem weiteren Plugin für WordPress/WooCommerce zu lösen (ja, Bücher wollen auch online verkauft werden), war ich kurz davor, die Wand anzuschreien. Das Plugin funktionierte so mittel, dafür hatten potenzielle Käufe plötzlich eine Bezahlmethode zur Verfügung, die ich niemals eingerichtet hatte. Aus Ermangelung einer eigenen Luftwaffe, die ich für Vergeltungsmaßnahmen hätte einsetzen können, schmiss ich das Plugin kurzerhand wieder raus. Und überlegte noch einmal. Was kann man tun, wenn man die Hausaufgabe nicht versteht? Richtig, man schreibt sie ab! Und so schaute ich u.a. bei Kiki vorbei, wie sie das Problem löste. Am Ende entschied ich mich für ein simples Textformular und einen statischen Link. Wieder einmal hatte simples HTML den Tag gerettet ...



