Vielleicht gibt es tatsächlich da draußen wirklich noch Leute, die nicht wissen, dass Herr Kowski ein Buch geschrieben hat. Eines, das wunderbar zu den aktuellen Mondmissionen paßt.
Wenn ich das mit dem Bloggen im vergangenen Jahr kontinuierlicher hinbekommen hätte, wüsstet ihr, dass wir im Sommer, anstatt wie gewohnt zu den Schwiegers ins schöne Siebenbürgen zu fliegen, all unsere Barreserven erst im Wohnzimmer aufschichteten, um anschließend Tickets für einen Flug nach Australien zu kaufen.
Was für eine Reise! Was für ein Urlaub! (Vielleicht hole ich den Bericht noch mal irgendwann nach. Im Falle eines selbstgeschriebenen Bestsellers, zum Beispiel. Oder etwas Profanerem, wie ein Hauptgewinn im Lotto oder dem Ableben einer bisher unbekannten, abstoßend superreichen Erbtante.)
Im Unterland hatten wir mit unseren Gastgebern, den wunderbaren Pateneltern der Kids, sehr viel Spaß. Einer der Gründe für die ausgedehnte Freude war, dass jemand, dem ich an dieser Stelle nur den Codenamen „Coach“ geben möchte, uns ins Cricket-Spiel einführte. Abendelang saßen wir zusammen, klönten und beobachteten die Profis bei diesem wunderbaren Schlagspiel. (Ins Melbourne Cricket Ground, das mehr als 100.000 Menschen fasst, schafften wir es auch, aber da wurde saisonbedingt gerade Aussie Rules Football gespielt.)
Und da wir nicht nur gutes Zuschauermaterial sind, organisierte der Coach für uns im rückwärtigen Bereich des Hauses eine Spielstätte für Garden Cricket. Was folgte, waren einige der vergnüglichsten Stunden dieses Urlaubs. Mit der richtigen Mischung aus Ehrgeiz und kompletter Ahnungslosigkeit wurde gebowlt und geschlagen, bis die Anzahl der Bälle in den Nachbargrundstücken eine kritische Anzahl erreicht hatte. Also verlegten wir die nächsten Runden in eine öffentliche Grünanlage und begannen, unsere eigenen Familienregeln festzulegen. (Sie sind bedeutend verständlicher, wenn man die Grundprinzipien von Cricket bereits kennt.)
Hier klicken zum Ausklappen unserer🏏Garden Cricket Regeln
1. Spielfeld
Gespielt wird auf einem Rasenstück, der umlaufende Weg bildet die Spielfeldgrenze
Abstand zwischen Abwurflinie (Bowling Line) und Wicket beträgt zehn Meter
2. Spielgeräte
ein Schläger
ein Wicket (richtiges Wicket/Kasten/Tonne etc.)
mind. ein Tennisball
3. Spieler & Reihenfolge
Mindestens 3 Spieler
Jeder Spieler sammelt eigene Punkte
Schlagreihenfolge: Fest rotierend (A → B → C → D → …)
Wurfreihenfolge: Ebenfalls rotierend (B → C → D → …)
Spieler, die gerade schlagen, werden als Werfer übersprungen und holen ihre Würfe nach, sobald sie nicht mehr schlagen und der aktuelle Werfer mit seinen zwölf Würfen (“Over”) fertig ist
4. Bowling (Werfen)
Der Ball muss gebowlt werden, d.h. in einer kreisförmigen Bewegung mit durchgestrecktem Arm
Der Ball muss vor dem Wicket aufspringen, damit ein Wicket-Treffer zum Aus („Out“) führen kann
Ungültiger Wurf (No-Ball): Regelwidrige Würfe werden wiederholt, sie zählen nicht zu den zwölf Würfen eines “Over”
5. Ablauf eines Durchgangs
Jeder Werfer hat 12 gültige Würfe (ein “Over”), danach wechselt der Werfer
Ein “Over” wird nicht unterbrochen, auch wenn ein Spieler ausscheidet
6. Spielende
Das Spiel endet, wenn alle Schläger „out“ sind.
Es können mehrere Durchgänge gespielt werden.
7. Runs (Punkte)
Nach einem Treffer läuft der Schläger zwischen: Abwurflinie ↔ Wicket
Es zählen nur gerade Runs (2, 4, 6, …),
Ein Run zählt erst nach Hin- und Rückweg
Mehrfachläufe sind erlaubt, solange der Ball im Spiel ist
Ein Spieler ist sicher, wenn: er selbst oder sein Schläger (Bat) die Linie am Wicket berührt
Boundary-Regel:
Berührt der Ball den Weg: 4 Runs, wenn der Ball rollt
6 Runs, wenn der Ball direkt (ohne Bodenkontakt) dort landet
+1 Run (Wide), wenn: der Ball vom Werfer so geworfen wird, dass der Schläger unter realistischen Umständen nicht schlagbar
8. Weiteres Extras
Überwürfe (“Overthrows”) durch den Werfer, d.h. der Ball passiert dass Wicket ohne, dass er dahinter gefangen wird), führen zu keinen zusätzlichen Runs.
9. „Out“-Regeln
Ein Schläger ist aus, wenn:
Das Wicket wird getroffen, während der Spieler sich zwischen den Linien befindet (nicht „sicher“)
Direkter Wicket-Treffer durch den Werfer: Der Ball trifft das Wicket nach vorherigem Aufprall
Der Schläger wirft selbst das Wicket um
Der Spieler verdeckt beim Schlagen das Wicket mit dem Körper und wird dabei vom Ball getroffen bevor er ihn mit dem Schläger berührt hat
Der Ball wird nach dem Schlag direkt aus der Luft gefangen
10. Kooperationsregel
Alle Regel- und Streitfragen werden friedlich und freundlich gemeinsam entschieden. Spaß und Fairness haben immer Vorrang.
Also, wenn ihr ein paar Verrückte mitten auf einer Grünfläche in einer norddeutschen Innenstadt Garden Cricket spielen seht … sagt einfach mal Hallo.
"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."