Gekocht
Kompliziert lautet der Beziehungsstatus zwischen dem SPIEGEL und mir. Vergleichbar mit einer nur noch dahinplätschernden langen Ehe bin ich mal mehr, mal weniger von ihm genervt. Den allwöchentlich ausgerufenen Untergang der Zivilisation kann ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr ernst nehmen. Trotzdem gibt es immer noch das eine oder andere, was ich an ihm schätze.
So deckt mein S+-Abo meinen täglichen Grundbedarf an Information ab; den Rest übernehmen Lokal- und Fachpresse sowie meine sehr belesene Timeline, die immer gute Links empfiehlt.
Ach, warum fasele ich hier eigentlich vor mich hin? Ich mag die pragmatischen Kochkolumnen der Hamburger. Der Empfehlung für japanischen Spitzkohl möchte ich mich zum Beispiel anschließen.
Ausprobiert
Womit testet man neue großformatige Bildschirme und Beamer am besten? Als Trekkie natürlich mit Robs unglaublich detailliertem LCARS-Nachbau.
Er läuft ruckelfrei im Browser, ist komplett kostenfrei und bietet verschiedenste Einstellungen — von Sternenkartografie bis zur Darstellung unterschiedlichster Föderationsraumschiffe. Dazu kommen originalgetreue Soundeffekte, die das Ganze perfekt abrunden.
Gelesen
Die Autobiographie unserer einzigen Kanzlerin a. D. erschien bereits 2024 und tatsächlich habe ich fast zwei Jahre gebraucht, um mich durch das über 700 Seiten starke Werk zu arbeiten.
„Freiheit. Erinnerungen 1954–2021“ ist sehr lang, detailverliebt und in seinem Protokollstil bisweilen ermüdend. Man hätte es auf die Hälfte kürzen können, vielleicht sogar müssen.
Spannend und interessant wird das Buch immer dann, wenn Merkel nicht nur Ereignisse und Umstände referiert, sondern sie einordnet, ihre eigenen Gedankengänge offenlegt und politische Zwänge erklärt. Wie ihre Kanzlerinnenschaft ist auch dieses Buch ein Werk des Fleißes, der wissenschaftlichen Nüchternheit und der Disziplin.
Eine politische Vision bleibt es ebenso schuldig wie allzu private Einblicke in ihr Leben. Aber dafür braucht es vielleicht Menschen mit einem anderen Naturell.




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