Freitag, Januar 26, 2018

Wo ist nur der Content hin?

Irgendwas läuft hier schief. Ich meine in unserer kleinen, bunten Netzwelt. Und ich scheine nicht der Einzige zu sein, der das spürt und was dagegen unternehmen möchte.

Ich gehörte nie zu den „Viel-Bloggern“ . Trotzdem „verteile“ ich seit einem Studienaufenthalt fern der Heimat im Jahr 2001 hier  und  da tagebuchartige Gedankensammlungen im Netz. Das fühlte sich immer heimelig und kuschlig an, v.a. als ich 2004 den warmen Schoß meiner Alma Mater verließ und erstmal irgendwie meinen Frust und meine Irritation loswerden mußte. Überall gab es nette Leute, die einem – fern von jeglicher Öffentlichkeit - an ihrem Leben teilhaben ließen. Egal ob es nun um das Berufsleben, Kinder oder den Einbau eines Jacuzzi ging.

Über die Jahre professionalisierte sich dieses kleine Biotop. Der (oder die) eine oder andere dachte  nun anscheinend viel länger nach, bevor man den „Publish“-Knopf drückte. Die Schere im Kopf erschien. Denn die Öffentlichkeit hatte unsere Nische erreicht. Bloginhalte wurden weniger, Social Media Riesen lockten mit ihren großen Reichweiten…

Aber was erzähle ich Euch das? Ihr kennt die Story. Oft habt ihr bessere oder tiefergehende Einblicke. Die Anfangseuphorie ist längst verflogen. Es überwiegen Werbung oder redaktionelle Inhalte. Die Situation ist so schlimm, daß fb selbst die Notbremse ziehen möchte. Das kann man verstehen: Denn irgendwie scheinen gute Inhalte heute bei den großen Diensten verschenkt: Facebook ist nichts mehr als der schlechteste Feedreader der Welt, den ich persönlich nur noch nutze, um der weit verteilten Familie Lebenszeichen von dem Kind und uns in Form von Bildern zu übermitteln. Twitter ist ohne Third-Party-Client eigentlich nicht mehr vernünftig nutzbar. Instagram hat so viel Charme wie die bekannte Hochglanzwartezimmerlektüre.

Dazu kommt der Umstand, daß man sich von den Riesen unheimlich abhängig macht. In erster Linie natürlich monetär. Die kleinsten Änderungen an den Geschäftsbedingungen führt dazu, daß das eigene Geschäftsmodell implodieren kann. Das erleben gerade eine Vielzahlvon kleineren Youtube-Channel-Betreibern.  Für Privatnutzer ist das vielleicht nicht so schlimm, trotzdem besteht immer die Gefahr, eigene Inhalte und natürlich lieb gewonnenen Besucher/Nutzer und mit ihnen die Reichweite zu verlieren, falls der eine oder andere Landen doch mal zu machen sollte.

Das einige von Euch die Sorgen um die Inhalte im Netz teilen, freut mich allerdings. Eure Postings zum Thema habe ich in den letzten Wochen gerne gelsen. Daher habe ich beschlossen, Eurem guten Beispiel zu folgen. Ich plane in diesem Jahr:

  •          mehr zu bloggen und zu kommentieren (siehe Nerdlicht), 
  •         Inhalte mehr im eigene Blog zu publizieren („Zuhause ist’s am Schönsten!“ lt.  Kiki), und 
  •         einfach öfter frei weg von der Leber zu schreiben, als ob niemand mit liest ("Mehr Realität in 2018!“, siehe Pia

Und damit sich das auch quantitativ messen läßt, nehme ich mir vor, 2018 einhundert verschiedene Beiträge im Netz zu veröffentlichen. Hierfür werde ich die ganze Breite der von mir geführten Blogs und Internetseiten nutzen. Und wer Interesse am Fortschritt von Projekt #100in2018 hat, kann rechts im Menu jetzt einen kleinen Counter finden. Das ist quasi eine logische Fortsetzung der Schreibmaschinennovembers.


Dienstag, Januar 16, 2018

Tipp: Kalender

Immer wieder praktisch, diese kostenlosen Kalender von Kalenderpedia.

Weitere Tipps findet man hier.


Sonntag, Januar 07, 2018

„Star Trek Discovery“: Gar nicht mal so gut

Im November legte Star Trek Discovery nach der ersten, halben Staffel eine Pause ein. Das Schiff samt Besatzung trieb orientierungslos in einem unbekannten Sonnensystem und ich muß sagen, ich konnte dies nach dem Schauen der ersten Folgen von Discovery emotional gut nachvollziehen.

Warum? Dazu muß ich ausholen. Also holt Euch lieber schnell eine Tasse Raktajino. Eine Rezension sagt oftmals genauso viel über den Rezensenten aus, wie über den Rezensionsgegenstand. Das ist hier nicht anders. Was waren meine Erwartungen an Discovery an denen sich die arme Fernsehserie hat messen müssen? Diese lassen sich bei mir auf zwei Ebenen reduzieren: Ich wollte (a) gutes, modernes Fernsehen und (b) Star Trek. Soviel vorab: Bezüglicher beider Aspekte bin ich momentan noch nicht glücklich geworden.

Star Trek war für mich immer eine inspirierende, positive Sicht der Zukunft. Ja, es gab immer Kriege und gewalttätige Auseinandersetzungen, letztendlich standen aber immer die Personen und ihre persönlichen Konflikte und Entwicklungen im Vordergrund. Es gab nie das „absolute Böse“. Sondern Außerirdische, die aus kulturellen, persönlichen oder politischen Zwängen einfach anders handelten als die Menschen in der Föderation. Discovery hat diese Aspekte zwar auch schon angekratzt, setzt für meinen Geschmack aber noch viel zu sehr Action. Bis jetzt gab es keine Folge, die ohne Gewalt und/oder Phaserfeuer auskommt. Dabei liegt in den leisen Tönen eigentlich die Stärke des Franchises. (Zuletzt sah ich die Enterprise „Breaking the ice“, welche mich daran erinnerte, warum ich die Serien eigentlich so liebe) Auch finde ich es momentan sehr ermüdend, daß jede einzelne Folge der Weiterentwicklung der übergeordneten Handlung dient. Mir fehlen Episoden, die für sich stehen und aus sich heraus einfach wirken und funktionieren. Ganz ehrlich, wenn man nicht hier und da die - meist doch sehr liebevollen - Rückbezüge auf den Star Trek Canon hätte, könnte es auch ein Remake von „Battlestar Galactica“ sein. Nichts gegen das BSG, aber es ist halt kein Star Trek. Natürlich erfüllen auch nicht alle „alten“ Star Trek Folgen und Filme diese Ideale - man brauch sich ja nur die letzten TNG-Kinofilme anschauen (oder lieber nicht). Und natürlich muß man bei Discovery auch den gewählten Zeithorizont beachten: Die Serie zu Zeiten des jungen Kirk, als die oberste Direktive weniger wichtig war, die Kapitäne freier entscheiden konnten. Hierzu kommt die Kriegssituation. Trotzdem gefällt mir der Grundtenor momentan nicht. Auf diesem Schiff scheint alles möglich. Der Tod von Shuttlepiloten, die als Kollateralschäden hingenommen werden; ein Captain, der ständig nach neuen Waffensysteme geifert; Klingonen, die man, um so noch ein bißchen gruseliger zu machen, mal eben zu Menschenfressern mutieren läßt.

Das bringt mich zur zweiten Dimension meiner Bewertung: Hat sich das Redesign gelohnt? Half es, eine modere, gute Fernsehserie zu erschaffen? Auch hier bin ich noch nicht überzeugt. Modernes (aber eher durchschnittliches) CGI und lens-flares haben die Serie erzählerisch noch nicht auf eine neue Ebene gehoben, wie es mit DS9 und den späteren TNG-Staffeln war. Die Klingonen sind für mich weiterhin v.a. ein Ärgernis: Eindimensional, nuschelnd, nicht nachvollziehbar und jetzt auch noch Menschenfresser. (Ja, dies ärgert mich so, daß ich es zweimal erwähnen muß!) Während der Chefingenieur endlich etwas mehr Kontur gewinnt und nicht mehr wie der intergalaktische Zwilling von Guido Cantz wirkt, bleibt die Figur der Tilly überzeichnet und nervig. Überzeichnung ist ein gutes Schlagwort. Einige der Szenen in Folge vier wirkten derart plakativ und effekthascherisch, daß bei mir Fremdschämen einsetzen. Dies gilt vor allem für die Hilferufe und die Rettung der Bergbaukolonie. Auch das Schulterklopfen der Besatzung der Discovery nach gelungener Operation wirkte wie eine Parodie. Das ist einfach kein gutes, modernes Fernsehen oder Storytelling. Auch die Figur der Michael bleibt momentan noch eindimensional. Zudem verliert sich Discovery hier und da  noch in mittelmäßigen Ideen und billigen Effekten. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die mich stören: die Feierszene in „Magic to Make the Sanest Man go Mad“ die wirkt, als ob sie aus einem Collegefilm genommen wurde oder der absurde Spezialeffekt, der zeigen sollten, wie Cmd. Saro „wirklich schnell“ läuft.


Trotzdem: Man muß die Kirche im Dorf lassen. Bisher gab es zweimal große „Schaffenspausen“ im Star Trek-Universum. Bei beiden (vor dem 1. Kinofilm und vor TNG) gab es ein großes Redesign, daß in der ersten Zeit ebenfalls nicht ganz überzeugen konnte. Also lassen wir den Machen etwas Zeit, sich zu finden und auf die Stärken des Franchises zu besinnen. Es gibt noch viel Luft nach oben! Bis dahin freue ich mich trotzdem jeden Montag mit Freunden eine neue Episode sehen zu können und bin schon ganz gespannt (Spoiler!), wie es mit Ash Tylor weitergeht. Ist er „lediglich“ ein umgedrehter, klingonischer Agent oder sogar der chirurgisch veränderte Voq?

Dienstag, Januar 02, 2018

2017 - Mein digitaler Jahresrückblick

Wortschnittchens Jahresrückblicke lese ich nun schon seit über einem Jahrzehnt. Und jedes Jahr denke ich, in irgendeiner Form sollte zumindest mal die letzten 12 Monate meines Internetlebens und Medienkonsumentendaseins reflektieren. Heute unternehme ich endlich mal diesen Versuch.

Gelesen
Mein Vorsatz war, im vergangen Jahr endlich mal wieder mehr zu lesen. Na gut, lesen tue ich beruflich und privat andauernd, zuletzt aber weniger Gebundenes, so daß mein „pile of shame“ deprimierende Höhen annahm. Am Ende des Jahres waren es doch eine Reihe von Titeln, die ich „abarbeiten“ konnte. Am besten hat mir dabei „Ich und die anderen“* von Matt Ruff gefallen. Ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehle. (Aber laßt Euch nicht von Rezensionen spoilern!)
Die Unmengen von interessanten Zeitungsartikeln und Blogeinträgen, die mir wöchentlich begegnen, versuche ich mit Refind Herr zu werden. Nettes Nebenprodukt: Einmal wöchentlich veröffentliche ich eine Auswahl von Links auf meiner Webseite (Sorry, aus Anonymitätsgründen kein Link an dieser Stelle.).

Gehört
Die Leserei im sehr geschäftigen 2017 ging leider zu Lasten des Podcastshörens. Sowohl beim Zeitzeichen als auch bei „Der Weisheit“ bin ich arg im Verzug.
Traurig machte mich ein wenig das Ende von „Die drei Vogonen“. Ich werde die Altmeister des Halbwissens vermissen.
Regelrecht begeistert bin ich in der Zwischenzeit von Spotify, obwohl ich damit anfänglich gar nichts anfangen konnte. Streamingdienste sind ein toller Weg, neue (und alte!) Musik zu entdecken.

Geschrieben
Wie ich bereits schrieb, gab es in den letzten 12 Monaten wenig Zeit zum Durchatmen. Das war allerdings absehbar, so daß ich meinen recht gut laufenden Webshop erstmal auf Eis legte. Auch bekleidete ich seit gut 20 Jahren erstmals kein Ehrenamt. Das erzeugte einerseits ein seltsames Gefühl des „Nichtstuns“, allerdings brachte es auch nicht wirklich Abhilfe in Sachen Zeitgewinn. Denn neben Familie und Beruf hielt mich der im April aus einer Laune gestartete Viertblog auf Trap. Nach sehr kurzer Anlaufzeit habe ich dort nun täglich mehrere Hundert Besucher und mehr als 2.000 Follower auf Twitter, die betreut werden müssen. Neben dem Spaß, den das bringt, schüttet das Amazon Partner Programm auch noch monatlich ein Taschengeld an mich aus. Also bleibe ich mit wöchentlichen Updates am Ball.

Andere Projekte sind deswegen etwas ins Hintertreffen geraten. Das Kinderbuch, das ich 2017 abschließen wollte, ist zumindest zu Ende geplottet. Das Lego- und das Elternblog liegen allerdings weiterhin etwas brach, obwohl diverse Artikel (13!) im Rohstadium auf der Festplatte verstauben. Mein Hobby Familienforschung habe ich momentan total aus den Augen verloren. Für 2018 sollte aber zumindest ein Artikel zu meinem 1918 vor Verdun schwer verwundeten Urgroßvater entstehen.
Angefangen und unvollendet bliebt auch ein kleine Sci-Fi-Projekt für das mein Mitstreiter und ich ein sehr ungewöhnliches Medium wählten. Allerdings ging mir mein Co-Autor - ein ansonsten feiner Mensch – leider verloren und allein fehlt mir etwa der „Zug zum Tor“.

Erfolgreich war hingegen die Migration meiner alterWebseite.

Gesehen
Ich habe zuletzt wenig ferngesehen und genetflixt. Zwar macht das gelegentliche Anschauen von Comicverfilmungen mit Freunden im Kino Spaß – immerhin gibt es mittlerweile hier in der Provinz auch eine OV-Vorstellung im Monat – aber Hängengeblieben ist von dieser „Fast Food Unterhaltung“ nichts. „April and the Extraordinary World“ ist wahrscheinlich der Film, der mir im letzten Jahr am besten gefallen hat. Die letzten Staffeln von „House of Cards” sind eine Zumutung und „Star Trek – Discovery“ hat mich auch noch nicht überzeugt.

Besucht
Mit unserem Sommerdomizil in Schweden haben wir tatsächlich einen kleinen Sehnsuchtsort für uns entdeckt. Diese Ruhe, dieser Ausblick! Unvergesslich!

Angeschafft
Bei meinen Anschaffungen bewies ich ein goldenes Händchen. So haben wir uns einen neuen Staubsauger zugelegt, der um Längen besser ist als das Gerät aus Studienzeiten. Und auch mein Yoga, mein erstes privates Notebook seit 10 Jahren, macht mir sehr viel Freude. (Eine Rezension folgt!)

Geärgert
… habe ich mich v.a. beruflich. Dort gab es zuletzt eine Menge Probleme, die man mit sauberen Management einfach hätte vermeiden können. Das muß definitiv anders werden und steht ganz oben auf meiner Liste für mein Personalentwicklungsgespräch. Denn meine Aufgaben machen mir weiterhin sehr viel Spaß, auch wenn im Sommer die Frustration so hoch war, daß ich das erste Mal seit Jahren wieder Bewerbungen geschrieben habe.

Gefreut…
… habe ich mich 2017 besonders über die Reiseberichte vomWortschnittchen, den Daily Bär von Kiki, die RP17 und ein gemeinsames Mittagessen mit Andres und Roland.

Vorgenommen…
… habe ich mir, beim Lesen/Hören/Ansehen noch selektiver zu sein, denn Zeit ist ein kostbares Gut. Zudem stehen in diesem Jahr ein Familien- und ein Klassentreffen an, die es vorzubereiten gilt.

*Achtung! Böser Affil.link!