Irgendwas läuft hier schief. Ich meine in unserer kleinen,
bunten Netzwelt. Und ich scheine nicht der Einzige zu sein, der das spürt und
was dagegen unternehmen möchte.
Ich gehörte nie zu den „Viel-Bloggern“ . Trotzdem „verteile“
ich seit einem Studienaufenthalt fern der Heimat im Jahr 2001 hier und da
tagebuchartige Gedankensammlungen im Netz. Das fühlte sich immer heimelig und kuschlig an,
v.a. als ich 2004 den warmen Schoß meiner Alma Mater verließ und erstmal
irgendwie meinen Frust und meine Irritation loswerden mußte. Überall gab es
nette Leute, die einem – fern von jeglicher Öffentlichkeit - an ihrem Leben
teilhaben ließen. Egal ob es nun um das Berufsleben, Kinder oder den Einbau
eines Jacuzzi ging.
Über die Jahre professionalisierte sich dieses kleine
Biotop. Der (oder die) eine oder andere dachte nun anscheinend viel länger nach, bevor
man den „Publish“-Knopf drückte. Die Schere im Kopf erschien. Denn die Öffentlichkeit hatte unsere Nische
erreicht. Bloginhalte wurden weniger, Social Media Riesen lockten mit ihren
großen Reichweiten…
Aber was erzähle ich Euch das? Ihr kennt die Story. Oft habt
ihr bessere oder tiefergehende Einblicke. Die Anfangseuphorie ist längst verflogen. Es überwiegen Werbung oder redaktionelle Inhalte. Die Situation ist so schlimm, daß fb selbst die Notbremse ziehen möchte. Das kann man verstehen: Denn irgendwie scheinen gute Inhalte heute bei
den großen Diensten verschenkt: Facebook ist nichts mehr als der schlechteste
Feedreader der Welt, den ich persönlich nur noch nutze, um der weit verteilten
Familie Lebenszeichen von dem Kind und uns in Form von Bildern zu übermitteln.
Twitter ist ohne Third-Party-Client eigentlich nicht mehr vernünftig nutzbar. Instagram
hat so viel Charme wie die bekannte Hochglanzwartezimmerlektüre.
Dazu kommt der Umstand, daß man sich von den Riesen unheimlich abhängig macht. In erster Linie natürlich monetär. Die kleinsten Änderungen an den Geschäftsbedingungen führt dazu, daß das eigene Geschäftsmodell implodieren kann. Das erleben gerade eine Vielzahlvon kleineren Youtube-Channel-Betreibern. Für Privatnutzer ist das vielleicht nicht so schlimm, trotzdem besteht immer die Gefahr, eigene Inhalte und natürlich lieb gewonnenen Besucher/Nutzer und mit ihnen die Reichweite zu verlieren, falls der eine oder andere Landen doch mal zu machen sollte.
Das einige von Euch die Sorgen um die Inhalte im Netz teilen, freut mich
allerdings. Eure Postings zum Thema habe ich in den letzten Wochen gerne gelsen. Daher habe ich beschlossen, Eurem guten Beispiel zu folgen. Ich
plane in diesem Jahr:
- mehr zu bloggen und zu kommentieren (siehe Nerdlicht),
- Inhalte mehr im eigene Blog zu publizieren („Zuhause ist’s am Schönsten!“ lt. Kiki), und
- einfach öfter frei weg von der Leber zu schreiben, als ob niemand mit liest ("Mehr Realität in 2018!“, siehe Pia)
Und damit sich das auch quantitativ messen läßt, nehme ich mir
vor, 2018 einhundert verschiedene Beiträge im Netz zu veröffentlichen. Hierfür
werde ich die ganze Breite der von mir geführten Blogs und Internetseiten
nutzen. Und wer Interesse am Fortschritt von Projekt #100in2018 hat, kann
rechts im Menu jetzt einen kleinen Counter finden. Das ist quasi eine logische Fortsetzung
der Schreibmaschinennovembers.



