Donnerstag, April 24, 2014

"Über die Schönheit unserer Vornamen"...

... heißt eine meiner Lieblingssatiren von Ottokar Domma, die er erstmals 1967 veröffentlichte. In der aus Kindersicht geschriebenen Geschichte heißt es:
"Wenn die Familien einen Vornamen aussuchen, dann müssen sie daran denken, daß es ein moderner ist. (...) Die modernen Vornamen entstehen meistens so: Wenn zum Beispiel ein Film gezeigt wird mit einer sehr schönen Geliebten oder einem tapferen Helden, dann heißen plötzlich einige Monate später viele Neugeborene Juanitta Meier oder Robin Schulz oder Scheera Paschke oder Fernandel Müller oder Hiob Lehmann. (...) Dagegen hört man seltener, daß jemand bei den anderen Völkern Fritz Gagarin oder Frieda Robespierre oder Hans-Peter Beatle heißt."
Und nachdem nun, 45 Jahre später, so tolle Namen wie Peternella, Nopurg, Gunilla, Eleftheria, Pille, Dschamolidin, Teemu oder Delphinius für potentiellen Nachwuchs auf meinem Zettel stehen, fand ich sogar Nachschub in unserem neuen Stammbuch der Famile. Dort schlägt man zudem Bronwyn, Wolkje, Trille, Zilli, Schahida, Madita, Liridona, Itris, Insa, Deike, Cagla, Burgel, Zeynep, Zaynab, Wolfger, Timucin, Silas, Servatius, Rickard, Marisol, Eiko, Folko, Cherif und Berivan vor. Und im allerschlimmsten Fall hören ich einfach auf den braven Schüker Ottokar:
"Wennn aber jemandem gar kein neuer Name mehr einfällt, dann könnte man einfach alle bekannten Vornamen von hinten nach vorne schreiben, und schon hat man wieder ein paar seltsame Stücke. Zum Beispiel wird dann aus der Karin ein Nirak, aus der Emma eine Amme, aus dem Max ein Xam, aus der Eva eine Ave oder aus dem Hajo ein Ojah."
Nachtrag vom 22.01.2020: Ich möchte noch gern Nuppu auf die Liste setzen.