Ich bin zwischen Seemannsgarn und Büchern aufgewachsen. Letzteres erahnt man, wenn man unsere Wohnung betritt und erst einmal vor einem 3 Meter × 5 Meter großen Regal steht. Im ganzen Haus müssten es etwas über 1.000 Titel sein, einige Hundert andere aus Studien- und Promotionszeiten liegen gut verpackt auf dem Dachboden und warten darauf, einer neuen Leserschaft zugeführt zu werden. Bisher fehlten mir dafür aber die Zeit und Energie.
Eine besuchende Innendesignerin schlug tatsächlich einmal vor, die Bücher nach Farbe und Größe zu sortieren. Als Diplombibliothekarinnenkind bin ich fast hintenübergefallen. Ich bin zwar kein orthodoxer Jünger der Regensburger VK, aber ein Buch muss thematisch zu dem Fach passen, in dem es sich gerade befindet. Und sei es das "Einzusortieren"-Fach. Wenig macht mich nervöser, als Bücher nicht zu finden, die ich gerade brauche. Und das passiert - gut für meine geistige Gesundheit - sehr selten.
Was steht denn aber nun hier so rum? Eigentlich alles, was ich interessant finde. Überbleibsel von Studium und Forschung ("Games Nations Play" von John W. Spanier), DDR-Literatur (Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."), Klassiker (zweisprachige Ausgabe von Becketts "Waiting for Godot"), viel Kinderliteratur ("Detektiv Pinky" von Gert Prokop), Kuriositäten (Jurek Beckers Neuigkeiten an Manfred Krug und Otti), Sci-Fi-Kram (die "Thursday Next"-Reihe von Jasper Fforde), Gegenwartsliteratur ("Herr Lehmann" von Sven Regener) und einige Graphic Novels und Comics.
Seit 20+ Jahren erfasse ich die Bücher – leider wirklich lückenhaft – mit einer mittlerweile historischen Version von EndNote. (Ich glaube, es ist No. 5 von 2001.) Dort sollten etwa 85 % der Titel verzeichnet sein, die bis 2016 ihren Weg zu uns fanden. Als alter Nerd habe ich die Liste tatsächlich auf meiner Webseite versteckt, damit ich, falls ich mal im Antiquariat stehe, auch weiß, ob ich den Band habe oder nicht. Denn manchmal kommt es tatsächlich zu Doppelkäufen.



