"Sorry, wenn Leute wie Mancebo oder Valverde mit Armstrong mitfahren können, kann das auch ein gesunder Ullrich."
Rudi Pevenage
Notizen eines Schreibtischarbeiters
In einem Café bei Grenoble begegnen wir ein paar Franzosen. Wir setzen uns zu ihnen, denn sie sehen ebenfalls aus wie Radsportfans. „Ullrich est très bien“, sagt einer von ihnen. Ich mag sie sofort.
Die Franzosen mögen keine Gewinner wie Lance Armstrong. Sie mögen Ulle, den ewigen Zweiten. Den mit den zehn Verbänden, 100 Stürzen und 1000 Ausreden. Kann es sein, dass Franzosen auf Verlierer stehen? Als ich erzähle, dass ich mit meinem Fußballverein in der vergangenen Saison abgestiegen bin, lädt mich einer sofort auf ein Bier ein. Da muss was dran sein.
Sie mögen Jens Voigt. Weil er Armstrong geschlagen hat. Aber auch, weil er die Tour nicht gewinnen wird. Nicht-Gewinner haben in Frankreich einen Charme, der uns Deutschen völlig fremd ist. Wenn Klinsi nächstes Jahr nicht Weltmeister wird, jagen wir ihn geteert und gefedert nach Florida. Wenn Nicolas Kiefer nicht bald ein Turnier gewinnt, nehmen wir ihm den Tennisschläger weg. In Frankreich wären beide Helden.
Lance, es gibt nur einen Weg in die Herzen der Franzosen: Lass Ulle gewinnen!
"Meine Sternzeichen-Aszendent-Kombination macht mich höchst geeignet EU-Projekte zu koordinieren. Gerne halte ich siebenhundertsechsunddreißig Regeln ein, um entstandene Kosten für den Steuerzahler transparent nachzuweisen."*prust*