Montag, September 18, 2006

Abnehmer

Ich dachte immer, es gibt wirklich niemanden, der diesen Brachialhumor eines "Hausmeister Krause" ertragen oder sogar "lustig" finden kann. Aber anscheinend amüsieren sich zumindest meine tschechischen Kollegen darüber...

Donnerstag, September 14, 2006

Neu im Bücherregal (IV)

Jurek Becker: Irreführung der Behörden, Suhrkamp (9 EUR).
Jurek Becker gehört zu meinem Lieblingsautoren. Ergreifend sein "Jakob, der Lügner", unvergessen die "An Manfred Krug und Otti". Auch sein zweiter, 1973 erschienende Roman "Irreführung der Behörden" überzeugt. Gregor Bieneck studiert eher unmotiviert Jura und will lieber als Drehbuchschreiber und Autor Erfolge feiern. Als sein großer Traum Wirklichkeit wird, muß er erkennen, daß er auch dafür einen Preis zahlen muß. So ganz überzeugt mich das Ende allerdings nicht, aber vielleicht ist das mit diesem Buch wie mit den meisten Dingen im Leben, sie schließen ohne finale Pointe ab.

Sven Regener, Neue Vahr Süd, Goldmann (9,95 EUR).
"Herr Lehmann" ist zurück und "unterwandert" die Bundeswehr im Jahre 1980. Sehr humorig, sehr gelungen ist Regeners zweiter Roman. Ein Männerbuch, wie eine Freundin kürzlich urteilte. Ich nehme an, sie meinte es im positiven Sinn. Ich hatte jedenfalls viel Vergnügen bei der Lektüre und erwarte mit Spannung den angekündigten abschließenden Band der Triologie. Zu empfehlen ist auch das vom Autor persönlich gelesene Hörbuch!

Günter Grass, Beim Häuten der Zwiebel, Steidl (24 EUR).
Viel gesagt und nochmehr geschrieben wurde über Günter Grass' "Zwiebel". Wer eine ausführliche Abhandlung über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS erwartet, wird enttäuscht. Denn diese ist nur eine Randnotiz in seiner Geschichte der Jugend. Und das ist auch gut so. Vielmehr macht er sich zum Vorwurf als Jugendlicher zuwenig reflektiert und gefragt zu haben, etwa als die ersten Nazi-Kritiker im Umfeld von Familie und Schule "verschwanden". Sehr distanziert berichtet Grass von seinem früheren Ich, oftmals gut verpackt in literischen Konstrukten. Wer zu seiner Vergangenheit ebenfalls keine so starke Beziehung hat, bei denen die auch das Gefühl haben, Geschehnisse, die Dekaden entfernt liegen, erscheinen wie aus einem anderen Leben, die können Grass' Vorgehen nachfolziehen und beschweren sich nicht über einen "endlosen mäandernden Umständlichkeitsstil", wie es kürzlich in einer Zeitung hieß. Gezwungen wirken allerdings die Rückbezüge auf das literatische Schaffen des Nobelpreisträgers. Wie die Motive seiner Vergangenheit in seine Werke Einzug hielten, ist zwar interessant, wirkt aber sehr gezwungen. Trotzdem bleibt die Lektüre des Buches spannend, auch wenn der Stil und die gewählten sprachlichen Bilder nicht wirklich überzeugt. Da erwartet man von einem Grass besseres und trefferendes.

Walter Moers, Die Stadt der träumenden Bücher, Piper (10 EUR).
Walter Moers hat viele Gesichter. Er ist der Vater des kleinen Arschlochs UND des Käpt'n Blaubär. Und hat keine Skrupel den "Föhrer" auf humorige Art widerzubeleben. Einen so runden, lustigen, spannenden aber nicht krawalligen und wenig bösen Roman wie "Die Stadt der Träumenden Bücher" hätte ich ihm aber nicht zugetraut. Ein Buch, das man wirklich verschlingt. Unterhaltung wird hier ganz groß geschrieben, es muß ja nicht immer die ganz große Literatur sein.

Michel Houellebecq, Plattform, Rowohlt (9,90 EUR).
Wann habe ich mich das letzte mal so durch ein Buch gequält? Dabei hatte ich doch "Elementarteilchen" doch schon in schlechter Erinnerung! Aber mit "Plattform" wollte ich Houellebecq eine zweite, eine letzte Chance geben. Und ich bleibe dabei: Der Franzose liefert durchschnittliche Stories, gespickt mit Pornographie. Ich erwarte mehr von einem guten Buch.

Neu im Bücherregal (III) vom 11. März 2006
Neu im Bücherregal (II) vom 13. Januar 2006.
Neu im Bücherregal (I) vom 08. September 2005.

Mittwoch, September 13, 2006

Fragt mich ja nicht nach dem Weg!

Auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz wurde ich mal wieder von einem Touristen nach dem Weg gefragt. Mal wieder? Ja, mir passiert das ständig: in Frankfurt, in Berlin, in Brüssel, in Stockholm. Die Herzdame amüsiert sich schon immer, wenn wir unterwegs sind und Leute mit Rucksäcken auf dem Rücken und Karten in der Hand schnurstracks auf mich zulaufen. Ich kann mir das nicht erklären. Dazu paßt auch folgende Begebenheit:

Vor ca. 3 Jahren nächtigten die Herzdame und ich in einem renomierten Hotel in Norddeutschland. Am Samstagmorgen begaben wir uns zum Frühstück, als wir vor dem Frühstücksaal auf eine Gruppe von fünf Männer stießen, die - alle in Jogginganzügen - auf Sofas lümmelten. Ein netter Herr um die 50 mit kurzen dunklen Haaren, markanter Brille und einem großen Lächeln auf dem Gesicht lief auf mich zu und begrüßte mich mit "Hallooo! Wie geht's?!", bevor er in den Fahrstuhl stieg. Die Herzdame legte ihre Stirn in Falten und fragte: "Wer ist das denn? Woher kennst er Dich? Außerdem finde ich das ne ganz schöne Frechheit das die Jungs in diesem Hotel in den Klamotten rumlungern!" "Also, ich weiß nicht, woher der Herr mich kennen könnte, antwortete ich, aber das war Felix Magath und die Jungs dadrüber sind vom VfB Stuttgart....".