Unglaublich, was heute morgen in der Innenstadt los ist. Unglaublich.
Der WJT begann für mich heute Morgen in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Eine Gruppe Neuseeländerinnen frühstückte auf ihren Knien, was mich an die gute alte Ferienlagerzeit erinnerte. Widerlich jedoch, wenn man noch unbefrühstückt zusehen/riechen muss, wie sich jemand eine Leberwurst aus der Plastikpelle direkt in den Mund quetscht. Erbrechfaktor: sehr hoch!
Hinter mir grölte die gesamte Fahrt von immerhin 30 Minuten eine Gruppe Portugiesen, als wären sie Hooligans auf dem Weg zum Länderspiel.
Am Hauptbahnhof dann angekommen lagen überall Schlafsäcke mit WJTlern herum. Überall waren Grüppchen verstreut die munter Ihre Landesfahne schwenkten. Tatsächlich erinnerte das Szenario ein wenig an eine Weltmeisterschaft in "was weiß ich denn".
Ich schaffte es dann, mich in die elend langsam aus dem Bahnhof quellende Masse einzureihen und wurde so sehr sehr langsam in Richtung Arbeit geschoben. Man sagt ja, die Deutschen ständen gern an. Ja, aber nur, wenn’s am Ende der Schlange auch was umsonst gibt!
Als wir dann endlich um die Ecke des Domes auf die Domplatte bogen, bliebt die ganze Masse ruckartig stehen. Die Blicke erhoben sich und starren ehrfürchtig auf den überdimensionalen Benedikt den "was weiß ich wievielten", der da auf uns herab blickte. Sofort entbrannte ein donnerartiges "Benedictus, Benedictus" begleitet von einem Klatsch-Konzert, wie man sie von Fußballspielen kennt. Bin ich in der Hölle?
Ich befreie mich aus der jubelnden Masse, schieße die gestern versprochenen Fotos und bahne mir meinen weiteren Weg bis zur Agentur. Das kann ja heiter werden!
Herzliche Grüße,
Ihre
Frau Pia