Montag, April 30, 2018

Abhängig, ausgeliefert und ausgeflickrt?

​Samstag, der 22ste begann mit für mich mit einer überraschenden E-Mail. Man informierte mich darüber, daß Flickr von SmugMug gekauft worden sei:
We’re excited to announce that Flickr has agreed to be acquired by SmugMug, the photography platform dedicated to visual storytellers.
SmugMug has a long history of empowering people who love photography and who want to improve their craft, making them a perfect fit for Flickr and our creative community. With SmugMug, we’ll continue to focus on you, the Flickr members who inspire us all with your work.
Nothing will change immediately with regard to your Flickr account. You will still access Flickr with your current login credentials and you will have the same Flickr experience as you do now. We will continue to work to make your Flickrexperience even better.
We think you are going to love Flickr under SmugMug ownership, but you can choose to not have your Flickr account and data transferred to SmugMug until May 25, 2018. If you want to keep your Flickr account and data from being transferred, you must go to your Flickr account to download the photos and videos you want to keep, then delete your account from your Account Settings by May 25, 2018.
If you do not delete your account by May 25, 2018, your Flickr account and data will transfer to SmugMug and will be governed by SmugMug’s Terms and Privacy Policy.
Read more detailed FAQs about this transition on the Flickr Blog.
We’re happy that Flickr is your home for photography and we look forward to the next chapter in our adventure together as we join the SmugMug family.
Thanks,
The Flickr Team
Sofort machte ich auf Twitter meinen Unmut Luft. (Die therapeutischen Effekte des Kurznachrichtendienst sollte man nicht unterschätzen!)

Ich setze das "Es ändert sich augenblicklich nichts." und das weiter unten aufgeführte Datum "25. Mai 2018" gedanklich in Beziehung. Und das brachte mein Blut in Wallung! Aber warum? Nicht nur weil ich Flickr seit 2005 als zahlenden Kunde sehr schätze, sondern mich von ihm auch sehr abhängig gemacht hatte, wie ich eigentlich erst in diesem Moment am besagten Samstag feststellte. Flickr dient mir als Backup-ort für meine wichtigsten Fotos, als Fotoalbum mit Passwortzugang für Familie und Freunde* und mit seiner Gruppen- und Kommentarfunktion und der wunderbaren Plattformsuche auch als Inspirationsquelle und Ort des Ideenaustauschs.


Zudem fand ich die Bedienungsoberfläche und die Apps stets brauchbar. In dieser Kombination der Feature ist für mich FlickR alternativlos. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Ich habe eine Handvoll Webseiten, die sich aus meinen eigenen Fotopool bei FlickR bedienen. Spontan hatte ich wenig Böcke, die dutzende Verlinkungen zu suchen und zu ersetzen.

Meiner Gemütslage zwischen Panik und Amoklauf setzte erstmal Tim ein vorläufiges Ende, indem er mich auf die Pressemitteilung aus dem Haus Flickr/SmugMug aufmerksam machte, die ebenfalls GOLEM aufgriff. Auch im FAQ von SmugMug war man viel präziser als in der Kunden-E-Mail:
Will anything happen to my photos? Will they be moved?
No, you’ll still be able to access your photos as you do currently and they’ll retain the same Flickr or SmugMug URL as always. Over time, we’ll be migrating Flickr onto SmugMug’s technology infrastructure, and your Flickr photos will move as a part of this migration—but the photos themselves will remain on Flickr.
Meine erste Annahme, FlickR würde am 25. Mai 2018 seine Pforten schließen, schien also so nicht zu stimmen. Dies beruhigte mich einigermaßen, beschwichtigte mich aber nicht bis jetzt.

Denn wer läßt bitte so wichtige Meldungen an die Nutzer so mehrdeutig formulieren? Diese Art der Kundenkommunikation lässt böses für die Zukunft erahnen. Obwohl ich mittlerweile meinen Blutdruck runtergefahren habe, bleibt eine leichte Irritierung zurück. Und das Bewußtsein, wie abhängig man von bestimmten Anbietern ist. Um nicht zu sagen "ausgeliefert". Und das Zeitalter der Mietmodelle á la ,Software as a service‘ hat gerade erst begonnen. Die von Kiki am Ende letzten Jahres formulierte Forderung nach der Rückeroberung des Internets läßt sich also auch in diese Richtung erweitern. Ich bleibe besorgt.

*Dafür habe ich einen zweiten, kostenlosen Account erstellt, der mit mir "befreundet" ist und so auch auf nur für diesen Personenkreis zugängliche Fotos Zugriff hat. Die Logindaten habe ich dann an Freunde und Familie ohne FlickR-Account weitergegeben. Keine elegante, aber eine seit Jahren praktikable Lösung.

Mittwoch, März 28, 2018

Verbrauchertipps - Frühjahr 2018

Das Hasenfest nähert sich mit großen Schritten. Und obwohl ich den meisten Ausprägungen von Konsumwahn kritisch gegenüberstehe und auf jeden Fall verhindern möchte, daß sich Ostern zu Weihnachten II entwickelt, sehe ich mich aus familienpolitischen Gründen (Eltern! Schwester!) doch stets gezwungen ein paar Kleinigkeiten für die Lieben zu besorgen. So auch 2018. Und da ich immer hoffe, mit meinem Leid nicht der Einzige zu sein, möchte meine Ostereinkaufsideen an dieser Stelle mit Euch teilen.

[Wenn Du, liebe Leser, willensstärker bist als ich oder sogar Posts mit bösen, bösen Affilate-Links - man achte auf das * - umgehen möchtest, halte hier an und lies anderenorts ein paar Dilbert Cartoon.]

BÜCHER
Viel Spaß hatte ich im Winter beim Lesen der Biographien von Feeling B/Rammstein-Keyboarder Flake. Und das obwohl ich mit seiner Musik nichts bis gar nichts anzufangen weiß. Während der erste Band "Tastenficker"* sehr unterhaltsam, aber auch sehr chaotisch, ist - nicht nur ich bräuchte dringend einen Lektor oder besser eine Lektorin - ist der zweite Band "Heute hat die Welt Geburtstag"* viel geschliffener, aber auch etwas erkenntnisärmer. Wem Flakes Besuch in der Hörbar Rust oder die Arte-Doku gefallen hat, kommt voll auf seine Kosten.

Das Buch der Stunde - und nicht nur weil es hasentechnisch so toll zu Ostern paßt - kommt natürlich von einem John Oliver & Team: Marlon Bundo* ist mein Held.



BRETTSPIELE
Beim Besuch meiner Lieblingsesten haben wir wieder einige Brettspiele ausprobiert, etwas das mir sehr fehlt seit sie weg sind und meine sozialen Aktivitäten familienbedingt etwas eingeschränkt sind.
In "Azul"* habe ich mich gleich verliebte: eine tolle Mechanik, schöne Spielsteine und ein Konzept, daß der Vorgabe "Easy to learn, hard to master" kompromisslos folgt. Eine Empfehlung für alle, die Jaipur* und Carcassonne* mögen.
Zum Aufwärmen hatten wir das Exit-Game "Die verlassene Hütte*" gespielt. Exit-Games verhalten sich wie Exit-Rooms: In einer Gruppe von Personen, muß man Rätsel lösen, um der Situation zu entkommen und das Spiel zu gewinnen. Man kann das Spiel genau einmal spielen, weil man es teilweise zerstören muß. Das ist aber nicht schlimm: Ein Preis von 10 bis 15€ für eine Stunde Spielspaß in einer größeren Gruppe fand ich angemessen.
Wer grundsätzliche beim Brettspielkauf ein paar Euro sparen möchte, empfehle ich Brettspiel-Angebote.de. Einer tollen Plattform mit gut funktionierendem Preisvergleich zwischen den vielen Anbietern.
Leuten, den der Spielpartner fehlt, möchte ich noch mal die App-Version von Star Realms ans Herz legen: Ein Deckbuilder, der mich schon seit Jahren fesselt. Und das für sehr wenige Euro. Es gibt kein Abo oder so ein Mist. Die Server sind fast immer online und selbst auf dem iPhone spielt sich das Spiel sehr zügig. (Dafür sollte man aber schon die Karten kennen.)

ELEKTRONISCHES
Wer ganz viel Kohle für sich oder andere ausgeben möchte, sollte das beim Pjöni tun. Dieser bastelt nämlich seit kurzem tolle Handhelds auf denen viele Spieleklassiker von PS1 über Gameboy bis C64 zocken kann. Einfach toll.

KUNST
Mein letzter Tipp ist gar kein geheimer. "Kauft mehr Kunst!", rufe ich ja schon seit Jahren in die Welt und das es große Meisterwerke für wenig Geld gibt, zeigt immer wieder Kiki mit ihrem Bärenabo. Kauft es, verschenkt es und macht die Menschheit glücklich damit!

Donnerstag, März 08, 2018

Tipp: Mediatheken

Die Software MediathekView ist gefühlt seit Bismarckszeiten kein Geheimtipp mehr. Mit ihr kann man fix und sorglos Inhalte aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anstalten herunterladen.

Was zumindest mir neu war, daß es auch ohne Installation geht. Nämlich mit Hilde der Webseite Mediathekviewweb.

Ganz viel Liebe für das Tool und die dazugehörende Webseite!