Samstag, April 17, 2021

Woche 14 & 15 - Und plötzlich geht nichts mehr...

Als braver Norddeutscher mit preußischen Genen schließt man ja normalerweise für 362 Tage im Jahr seine Gefühle in ein kleines Kästchen ein und versteckt dieses gut, etwa zwischen den Berg mit Steuerunterlagen. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, deutete es sich schon seit Anfang Januar an, daß ich emotional momentan irgendwo zwischen Rudi Reschke und Klaus Kinski zu verorten war.

2020, das alte Coronodrecks*ujahr, hatte doch ein paar seelische Spuren hinterlassen. Und ja, fluchen ist hier wirklich angebracht, denn obwohl ich an den schönen Weihnachtsfeierntage darüber freute wie gut wir die anstrengenden letzten 12 Monaten hinter uns gebracht hatte, grätschte mich ein paar schlechte Nachrichten und ein generell anstrengender Jahresbeginn letzte Woche Sergio-Ramos-mäßig ab.

Körper auf dem Sofa, Blick auf die Wand, Blutdruck um die 170. Nichts ging mehr. 

Mein internes MHN übernahm und so trapte ich brav zur Hausärztin meines Vertrauens. Dort gab es ermunternde Worte, kassenbezahlte Blutdruckmedikamente und eine Überweisung zum Psychotherapeuten. Was für Tony Soprano gut ist, kann für Herrn R. nicht schlecht sein. 

Mittlerweile geht es mir um einiges besser. Schön eine geduldige und verständnisvolle Familie zu haben. Der Rest kommt hoffentlich auch noch. Ein Hoch auf die moderne Medizin. Paßt auf Euch auf





Woche 13/2021 - Ostern, Mitternachtsbibliothek, Pilzburger, Beforeigners

Die Osterfeiertage wurden hier sehnsüchtig erwartet. Endlich mal ein paar Tage ohne Erwerbsarbeit, um den Kopf frei zu bekommen. Die zwei Zusammentreffen mit der Familie erfolgten in kleinen, coronoconformen Gruppen und waren kurz, aber auch sehr schön. So langsam vermissen auch passionierte Einsiedlerkrebse wie ich soziale Kontakte sehr.

Gelesen

Als jemand, der immer viel Freunde an "Was wäre wenn..."-Szenarien hat, sprach mich die Eingangsidee von "Die Mitternachtsbibliothek*" natürlich sofort an: Die Protagonistin hat nach einem Versuch ihr Leben selbst zu beenden, noch einmal die Möglichkeit in verschiedene Alternativen ihrer Existenz einzusteigen.

Das Buch ist über weite Strecken gut geschrieben und besagte Idee wird niemals totgeritten, allerdings ist die Umsetzung oft sehr glatt und seicht und die vielen Kalenderblattweisheiten und gelegentlich recht schiefen sprachlichen Bilder brachte mich zwei, drei Male an den Rande des Abbruchs der Lektüre. Die schlimmsten fünf Formulierungen:

  • ,Wenn man irgendetwas anders macht, ist es oft das gleiche als ob würde man alles anders machen.‘
  • ,Du bist der Bibliotheksausweis.‘
  • ,Die folgende Sätze waren wir Wildtiere, die überraschend vor ihr Auto sprangen.‘
  • ,Ein Bauer ist eine Königin im Wartestand.‘ über Schach
  • ,Nora spürte schmerzlich wie die Hand sich entspannte, so natürlich wie eine Perle in einer Muschel.'

Am Ende war der Roman doch unterhaltsam, aber ich würde es auch nicht bereuen, hätte ich ihn nicht gelesen. Und ich wüßte ehrlicherweise auch nicht, welcher Leserschaft ich ihn empfehlen sollte. 

Gekocht

In dieser Woche hat meine Liebste mal etwas neues am Herd ausprobiert: Super leckere Pilzburger. Wer braucht da Fleich zwischen den Brötchen?!

Gesehen

Zufällig stieß ich auf die Norwegische SciFi-Serie "Beforeigners". Durch Zeitportale gelangen Menschen aus der Vergangenheit unkotrollierbar in das heutige Oslo. Dies bringt natürlich soziale, politische und wirtschaftliche Probleme mit sich. Sehr unterhaltsam, nicht zu anspruchsvoll, toll gespielt. Diese großartige Unterhaltung mit leichten "Äkta människor"-Vibes gibt es kostenfrei in der ARD-Mediathek

Gezeichnet




Dienstag, April 06, 2021

Rpunkt spielt(e)... Super Mario Bros. 35 (Switch)

Ich berichtete ja vor kurzem, daß ich bei Fifa, den Online-Modus eher meide. Anders ist die Sachlage bei Super Mario Bros. 35. Bis zu seiner Abschaltung - unten mehr dazu - schob ich gelegentlich eine Runde des Jubiläumsspiels ein, das weitestgehend auf dem Klassiker aus dem Jahre 1985 basierte. Und Dank der in den frühen 90er Jahren von mir investierten Stunden vor dem NES, hatte ich tatsächlich regelmäßig Chancen gegen die 12jährigen auf den Nintendoserver.



Das Spielprinzip war relativ einfach. Man trat in den Level aus dem Originalspiel gegen 34 Mitspieler*innen an. Allerdings nur für einen sehr kurzen, mit einer Stopuhr festgehalten Zeitraum. Für jede getretene Schildkröte oder zermatschten Pils bekommt man Extra-Sekunden für das eigene Zeitguthaben, während zusätzliche Gegner auf den Bildschirmen der Konkurrenz erscheinen. Wer am Ende übrig blieb, gewann.

Wie gesagt, mir machte der Spielmodus sehr viel Spaß und Super Mario Bros. 35 zeigt, wie alte Spielideen auch heute noch viel Freude machen können. Leider wurde das Spiel inzwischen vom Server genommen, was so manche Nintendofreunde verärgerte. Ich finde es auch ein bißchen Schade.