Mittwoch, Dezember 04, 2024

Woche 47/2024 - Kapitalismuskritik, Ludwig und Jazam

Geärgert

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich Am*zon manchmal nervt. Dabei meine ich nicht (nur) die turbokapitalistische Unternehmenskultur, die es seit Tag 1 hat, sondern das Einkaufserlebnis, das ich an Tagen mit naiver Lebenseinstellung habe. Früher hat man als Prime-Mitglied seine Rasierklingen und SD-Karten in den Warenkorb geworfen, und kaum hatte man den "Bezahlen"-Knopf gedrückt, standen die Waren schon vor der Tür. Heute bedeutet "Prime-Mitglied" eigentlich nur noch: "Du bezahlst keine Versandkosten." Liefertermine können auch schon mal vier Monate bedeuten, wenn man nicht aufpasst. (Von der eigentlichen Lieferung reden wir lieber erst gar nicht.) Und die Ware kommt dann auch schon mal per exotischem Lieferdienst direkt aus dem Lager eines windigen Marketplace-Anbieters.

Apropos "Marketplace": Aus Buchmarketinggründen gehöre ich auch zu den Leuten, die die "Seller"-Plattform nutzen. Sie ist der reinste Horror. Neulich brauchte ich einen Arbeitstag und eine zweistellige Versuchszahl, mein Konto zu reaktivieren, welches aufgrund von Gravitation, Los Wochos oder dem Radioprogramm in Niedersachsen deaktiviert wurde.

Gesehen

Mit großer Freude habe ich die ersten vier Episoden von "Ludwig" gesehen. Der hochgeschätzte David Mitchell spielt einen Rätseldesigner, der unter dem Pseudonym "Ludwig" veröffentlicht. Nachdem sein Zwillingsbruder James, ein Polizist, spurlos verschwindet, wird er von seiner Schwägerin Lucy, dargestellt von der brillanten Anna Maxwell Martin, überredet, sich als James auszugeben, um die Wahrheit hinter dessen Verschwinden aufzudecken.

Wer die Miss-Marple-Bücher mag und sich wünschte, dass die BBC-Sherlock-Serie mit Benedict Cumberbatch am Ende etwas weniger durchgeknallt gewesen wäre, wird es mögen. Reinschauen!

Gelesen

Erst mit Riesenverspätung entdecke ich das formidable Indie-Comic-Projekt Jazam! für mich. Ganz viel Liebe für alle von euch, die ohne Dollarzeichen in den Augen in solche Projekte so viel Zeit und Arbeit stecken.

Gehört

Mittwoch, November 27, 2024

Woche 46/2024 - Herr Schröder, dem fortgesetzten NaNoWriMo und Papierhüte

Nachdem die erste Woche NaNoWriMo wirklich hervorragend verlief, passierte in Woche II quasi gar nichts auf dem Papier. Der November ist also relativ exemplarisch für die Ergebnisse meiner nebenberuflichen Schreiberei.

Gelernt

Man kann Papierhüte besser und schöner falten, wenn man die lang tradierte Anleitung nur minimal in Richtung "Peter Pan" anpasst.

Gesehen

Gelegentlich spült der Algorithmus mal ein Video des Stand-up-Comedians "Herrn Schröder" in meine Timeline, der in seinen launigen Kurzclips gern den Schulalltag auf die Schippe nimmt. Diese waren unterhaltsam genug, dass ich der Versuchung erlag, in die WDR-produzierte Aufzeichnung seines Programms auf großer Bühne reinzuschauen. Leider muss ich sagen, dass das geänderte Setup und die angezogene Geschwindigkeit seinem Set überhaupt nicht gut tun. Ich habe tatsächlich nach 20 Minuten abgebrochen und warte jetzt auf das nächste komische Instareel.

Gezeichnet






Dienstag, November 26, 2024

Woche 45/2024 - NaNoWriMo, Tetris, Wollgeschäft und Indila

Und zack haben wir November, und auch von 2024 ist nur ein kümmerlicher Rest vorhanden. Und damit man kümmerliche Reste nicht verschwendet, wurde vor Jahren der NaNoWriMo erfunden. Der NaNoWriMo, kurz für National Novel Writing Month, ist ein jährliches Schreibevent, dessen Idee es ist, innerhalb von 30 Tagen einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Normalsterbliche wie ich können auch deutlich kleinere Ziele wählen. Ich z. B. wäre schon froh, wenn ich jeden Tag ein paar Zeilen aufs Papier bringen könnte und jenseits der 5.000 Wörter lande. Und dankenswerterweise ist auch Roland wieder mit dabei, denn geteiltes Leid ist halbes Rumgejammere, wie der Volksmund sagt. Auf zu den Schreibmaschinen!

Gespielt

Ich habe weiterhin große Freude an meiner R36S-Gameboy-Retroersatzkonsole. Mittlerweile habe ich sogar verstanden, wie man Spiele speichert. (Das ist leider für jeden Emulator auf dem Ding anders.) Aber ich mag nicht meckern, sondern erfreue mich an meinen abendlichen Tetrissessions auf der Couch.

Gesehen

Ich habe ja nicht viele Social-Media-Guilty-Pleasures, aber eines ist der YouTube-Kanal eines engagierten, aber meiner Meinung nach etwas "übermotivierten" Wollverarbeiters auf der Insel Rügen. Jemand, der viel selbst macht und dann manchmal Vorschriften und Behörden aus dem Blick verliert. Der Kommentarbereich des Kanals ist voller "Böser Staat"-Schreihälse und kaum erträglich, aber mich interessiert eigentlich nur die voyeuristische Frage: Kommt er damit durch bei den Verwaltungen? (Ich weiß nicht, ob das noch als berechtigtes, berufliches Interesse durchgeht.) Jedenfalls hat er schon 25.000 € Zwangsgeld gegen sich und denkt immer noch, dass Verwaltungswunder manchmal geschehen...

Gehört