Sonntag, Dezember 21, 2025

Woche 46/2025 - Seltsamkeiten um Niob und romantische Druckerreparaturen

Nachgedacht

Kürzlich bekam ich von einem lieben Freund folgende Karte: 


Natürlich könnte ich wahrheitswidrig behaupten: "Die Welt, in der ich aufwuchs, war einfacher." Aber manchmal verstehe ich das Universum heute schlechter als noch als Zehnjähriger... 9/11, Brexit, AfD, Brendan Fraser bekommt einen Oscar, Trump und ich könnte schwören, Niob stand gestern noch nicht im Periodensystem der Elemente.

Drucker

Seit mehr als 15 Jahren bin ich im Besitz eines M2020 von Samsung. Die Firma hat – meines Wissens – ihre Druckersparte schon lange aufgegeben, aber dieser kleine, feine Laserdrucker verrichtet in unserem verrückten Haus weiterhin tapfer und zuverlässig seinen Dienst. Kein Lärm, kleine Stellfläche, keine Verbindungsabbrüche, obwohl im WLAN, keine eingetrocknete Tinte, günstige Tonerpreise (wenn auch von Drittanbietern).

Neulich aber rieselte das ausgedruckte Mandalas der Tochter vom Blatt. Der mäßig informierte Laie (= ich) erkannte sofort: Die Fixiereinheit muss gewechselt werden. Ist ja auch ein Verbrauchsteil, das kann nach Dreimillionenvierhunderttausenddreihundertzwölf und einem halben Druckauftrag schon mal hinüber sein. Dank der Weiten des Netzes war die Ersatzteilnummer schnell gefunden und das Ding kostengünstig beschafft.

Schon eine Woche später hatte ich mir eine Stunde freigeschaufelt und wollte die Reparatur fix durchzuziehen. Aber – my a** – war das Ding verbaut und tatsächlich musste ich die Mütter und Väter meines favorisierten Ausgabegeräts das erste Mal wirklich kritisieren, nein, verfluchen! Mann, war das Ding verbaut! Absolutes Highlight waren Datenkabel, die um Stromversorgungskabel gewickelt waren. Jeder Ingenieur auf sowjetischen Atomubooten wäre stolz gewesen. Nach etwas in eine Papiertüte atmen und mit etwas Fingerspitzengefühl war das Ding dann am Ende doch getauscht. Beim Testen war ich allerdings unvorsichtig wie unvernünftig und holte mir noch einen Schlag ab... Herrje... Aber Gerät und ich sind wieder okay und bleiben hoffentlich unzertrennlich... Liebe Herstellenden, Bitte gebt Reparierenden eine Chance. Danke.




Gelesen

Für alle Romantiker*innen unter uns gibt es in der Süddeutschen diese berührende Geschichte von Magda und Keon



Dienstag, Dezember 09, 2025

Woche 45/2025 - 90er Jahre Fußball, Hilda, Hörnchen und Subdomains

Geärgert

Ich bin schon 25 Jahre Kunde bei STRATO. Und wie das halt so ist in langen Beziehungen, es gibt Zeiten, da läuft es besser, und Zeiten, wo … ach, sprechen wir nicht drüber. Jedenfalls hatte ich bisher keinen Grund, den Dienstleister zu wechseln, denn am Ende habe ich immer zu einem vernünftigen Preis das bekommen, was ich brauchte. Diesmal nicht. Dass es kostenfreie SSL-Zertifikate für Domains, aber nicht für Subdomains gibt (nicht einmal für eine geringe Anzahl), nervt hart.

Gesehen

Ich wurde fußballtechnisch in den 1990er Jahren sozialisiert. Und obwohl 1860 nie mein Verein war – aber zumindest mehr als die Roten aus München – hatte ich sehr viel Spaß bei der fünfteiligen ARD-Doku „Rise & Fall“. Anscheinend gibt es das Format auch für andere Vereine. Ich glaube, das ist Nostalgie in dem Grad, wie ich es ertragen, ja sogar gutheißen kann.

Gelesen

Die beiden neuen Ausgaben der Hilda-Reihe („Hilda & Hörnchen*“) kann ich guten Gewissens empfehlen. Eigentlich wollte Luke Pearson ja etwas anderes machen, aber nun hat er doch noch zwei Bände – wahrscheinlich beflügelt durch den Erfolg der Netflix-Serie (die ich immer noch nicht geschaut habe) – hinterhergeschoben. Von der Erzählstruktur meiner Meinung nach etwas flacher als die ersten Bände und teilweise etwas redundant, aber immer noch sehr gut.

Gehört

Warum habe ich eigentlich seit Jahren keine „Marina and the Diamonds“ gehört?

Samstag, November 29, 2025

Woche 44/2025 - Podlove-Exploit, Paprika und Ocie Elliott

Wieviel ist zu viel?

Einige Wordpressinstallationen haben sich auf meinem Server angesammelt. Die Zahl acht ergab die letzte Zählung. Dazu kommen zwei Installationen, die ich nebenberuflich betreue, und ein Projekt, das ausschließlich auf PHP basiert. 

Wie wartet man all den Kram? Das Wichtigste regelmäßig, den Rest sporadisch. Das gebe ich zu. Man fleht regelmäßig Algebra an, die große Schutzgöttin der Mathematik und Datenverarbeitung, und hofft, dass Wordfence, UpdraftPlus und Konsorten ihr übriges Zauberwerk tun werden. 

Das ging bisher immer gut. Bis an einem Freitagmorgen gerade das PHP-Projekt nicht mehr aufrufbar war. Schnell den Quellcode angeschaut und plötzlich grinsten mich da Zeilen an, die ganz sicher nicht von mir stammten. Herrje. Man hat ja sonst nichts zu tun. Das PHP-Projekt war schnell bereinigt. Die pochende Frage in meinem Kopf war allerdings: Wie kam das Zeug da rein? 

Also flink noch mal alle Passwörter geändert. Dann der Blick auf alles, was sonst noch auf dem Server lag. Und es wurde albtraumartig: Alle Wordpressinstallationen waren infiziert. Der einzige Lichtblick: Die zwei kritischen Installationen hatte es nicht erwischt. Die lagen auch auf anderen Servern. Acht Stunden lang wurde in den nächsten Tagen bereinigt, wiederhergestellt und Sicherheitsschrauben höher gedreht. In 25+ Jahren Selfhosting hatte ich noch nicht so ein Desaster erlebt. 

Wie es sich herausstellte, hatte man die Schwachstelle eines Podcast-Plugins ausgenutzt und dann alles infiziert, dessen man habhaft werden konnte (lies auch hier und hier). Aber ich mag nicht weinen, war der größte Schaden nur „verschwendete“ Arbeitszeit. Es hätte durchaus schlimmer kommen können. So habe ich das Ereignis zum Anlass genommen, alle Installationen auf Herz und Nieren zu prüfen. Große Lücken konnte ich nicht ausmachen, aber ein paar Schludrigkeiten wurden dann doch ausgemerzt und hier und da z. B. das Backup verbessert. Eine Kleinstseite, die irgendwann mal ein richtiges Buchprojekt werden möchte, habe ich komplett aus ihrem Wordpress-Dasein befreit und auch in PHP überführt. Back to the roots quasi. Ich hätte nichts dagegen, wenn es jetzt wieder 25 Jahre bis zu einem ähnlichen Ereignis dauern würde.

Gekocht

Ich koche wirklich gerne. Tür zu - um die Küche kinder- und katzenfrei zu haben - Podcast auf die Ohren und los geht es. Wir kochen was Ottolenghi und Co. hergeben, gelegentlich aber auch die Klassiker der Kindheit. V.a. wenn der Nachwuchs danach verlangt. Gefüllte Paprikaschoten haben wir hier in der ungarischen und der DDR-Variante im Angebot. Letztere funktioniert übrigens auch hervorragend mit vegetarischen Mühlenhack.

Gehört