Dienstag, Dezember 23, 2025

Woche 48/2025 - ‪Von Städtebau, der Tour der France und Nelken in Aspik

Gelesen

Ich mag Nerds. Also nicht nur in der Form von unterhaltsamen Wissenschaftspodcaster*innen, sondern grundsätzlich als chronisch neugierige Menschen, die ständig Sachen nachschlagen müssen, weil sie wieder ein bisschen mehr von der Welt verstehen möchten.

Daher habe ich mit viel Vergnügen diesen Artikel gelesen, der von Menschen handelt, die die jeweilige Strecke der kommenden »Tour de France« herausfinden möchten, bevor sie bekanntgegeben wird.

Gespielt

Die Kinder im Haushalt sind ganz begeistert von Monopoly. Also bis zu dem Zeitpunkt, bis zumindest eines von ihnen bankrottgeht.
Daher habe ich sie an das Städtebaukartenspiel »Machi Koro*« herangeführt, was viel weniger frustriert, eine nette Spielmechanik besitzt und im Schrank wenig Platz wegnimmt. Und verschenken kann man es auch immer gut.

Gesehen

Ich empfehle an dieser Stelle mit äußerster Entschlossenheit »Nelken in Aspik« von 1976 mit Armin Mueller-Stahl. Der Streifen beginnt mit dem wohl großartigsten Vorspann der DEFA-Geschichte, bevor man Zeuge einer absurden, subversiven Achterbahnfahrt wird, die man der DDR so sicher nicht zugetraut hat. 

Gehört

Montag, Dezember 22, 2025

Woche 47/2025 - Social Media-Klimmzüge & Buchankündigung

Das neue Buch wirft seine Schatten voraus. Einige Lesungen sind schon angesetzt bzw. in der Abstimmungsphase* und irgendwie ist das leidige Thema Buchmarketing plötzlich auch wieder auf dem Tisch. Seit der Fragmentierung der Social-Media-Dienste weiß ich weniger als je zuvor, wie ich meine Leser*innenschaft erreiche, geschweige denn, wie ich sie erweitere. Wie ein hysterischer Pavian auf Meth – ich entschuldige mich hiermit bei allen mitlesenden und nicht-mitlesenden Primaten, das ist nur eine armselige Metapher – probiere ich wilde Dinge aus, die die Followerschaft vergrößern.

In den letzten zwei Monaten etwa habe ich auf Insta & TikTok regelmäßig kleine Skizzen online gestellt. Auf beiden Medien habe ich Nutzer im mittleren zweistelligen Bereich dazugewonnen. Die Aktion war also ein

        o voller Erfolg

        o absoluter Witz

        o irgendwas dazwischen.

(Zutreffendes bitte ankreuzen.)

Wirklich interessant fand ich allerdings, wie punktgenau der Algorithmus auf TikTok die Menschenmassen lenkt, wie eine Choreographie für den Parteitag der KP der Volksrepublik China. Bei mir war quasi immer zwischen 700 und 850 Aufrufen Schluss.


*Falls ihr noch eine Schule, einen Verein und/oder eine kleine Buchhandlung kennt, die für Lesungen offen sind, sagt bescheid. Ich komme sehr gerne für eine Lesung vorbei. Über das Monitäre bekommt man sich immer geeinigt. :)


Sonntag, Dezember 21, 2025

Woche 46/2025 - Seltsamkeiten um Niob und romantische Druckerreparaturen

Nachgedacht

Kürzlich bekam ich von einem lieben Freund folgende Karte: 


Natürlich könnte ich wahrheitswidrig behaupten: "Die Welt, in der ich aufwuchs, war einfacher." Aber manchmal verstehe ich das Universum heute schlechter als noch als Zehnjähriger... 9/11, Brexit, AfD, Brendan Fraser bekommt einen Oscar, Trump und ich könnte schwören, Niob stand gestern noch nicht im Periodensystem der Elemente.

Drucker

Seit mehr als 15 Jahren bin ich im Besitz eines M2020 von Samsung. Die Firma hat – meines Wissens – ihre Druckersparte schon lange aufgegeben, aber dieser kleine, feine Laserdrucker verrichtet in unserem verrückten Haus weiterhin tapfer und zuverlässig seinen Dienst. Kein Lärm, kleine Stellfläche, keine Verbindungsabbrüche, obwohl im WLAN, keine eingetrocknete Tinte, günstige Tonerpreise (wenn auch von Drittanbietern).

Neulich aber rieselte das ausgedruckte Mandalas der Tochter vom Blatt. Der mäßig informierte Laie (= ich) erkannte sofort: Die Fixiereinheit muss gewechselt werden. Ist ja auch ein Verbrauchsteil, das kann nach Dreimillionenvierhunderttausenddreihundertzwölf und einem halben Druckauftrag schon mal hinüber sein. Dank der Weiten des Netzes war die Ersatzteilnummer schnell gefunden und das Ding kostengünstig beschafft.

Schon eine Woche später hatte ich mir eine Stunde freigeschaufelt und wollte die Reparatur fix durchzuziehen. Aber – my a** – war das Ding verbaut und tatsächlich musste ich die Mütter und Väter meines favorisierten Ausgabegeräts das erste Mal wirklich kritisieren, nein, verfluchen! Mann, war das Ding verbaut! Absolutes Highlight waren Datenkabel, die um Stromversorgungskabel gewickelt waren. Jeder Ingenieur auf sowjetischen Atomubooten wäre stolz gewesen. Nach etwas in eine Papiertüte atmen und mit etwas Fingerspitzengefühl war das Ding dann am Ende doch getauscht. Beim Testen war ich allerdings unvorsichtig wie unvernünftig und holte mir noch einen Schlag ab... Herrje... Aber Gerät und ich sind wieder okay und bleiben hoffentlich unzertrennlich... Liebe Herstellenden, Bitte gebt Reparierenden eine Chance. Danke.




Gelesen

Für alle Romantiker*innen unter uns gibt es in der Süddeutschen diese berührende Geschichte von Magda und Keon