Mittwoch, August 15, 2018

Tipp: FTPManager für iOS

Kürzlich war ich längere Zeit fern der Heimat. Blöderweise mußte ich kurzfristig eine sehr alte Webseite bearbeiten. Alles noch selbst mit der Hand gestrickt. HTML und so. Die Neandertaler unter Ihnen werden sich erinnern.

Mein PC war daheim. Und auch die passenden Dateien. Schon etwas mutlos schaute ich in Apples AppStore und fand tatsächlich eine ftp Software, die mir bei meinem Problem half: ftp-Zugriff auf meine Dateien und einen kleinen Texteditor um die fraglichen beiden html-Files anzupassen. Und das ganze für 0€. Ich war super glücklich und empfehle deshalb an dieser Stelle mal wärmstens den FTPManager. (Die Vollversion kann noch viel mehr, die brauchte ich aber nicht für mein kleines Updates der Webseite.)

Freitag, August 03, 2018

Wie wir den Jackpot gewannen

"Sie machen das alles ganz toll!", sagte die Ärztin.

Naja, wenn man schon ein bißchen Mist im Leben erdulden mußte, weiß man, daß man sich beim Segeln nach Wind und Gezeiten richten muß, ob man will oder nicht. Heulen, Schreien, Selbstmitleid und an die Decken starren kann man zwischendurch immer dann, wenn man Zeit hat und nicht noch irgendwie funktionieren muß.

Auch den twittererprobte Zynismus ließ ich in den letzten Wochen lieber eingepackt, dafür war die Lage zu ernst. Vielmehr konzentrierte ich mich auf das wahnsinnige Glück, das wir hatten. Eine tiefe Dankbarkeit erfüllte mich heute. Eine Dankbarkeit dafür,

  • daß wir zur rechten Zeit am rechten Ort waren,
  • daß es aufmerksame Hebammen und Ärzte gibt,
  • daß es Rettungshubschrauber gibt,
  • daß es Ersatzrettungshubschrauber gibt, 
  • daß es Freunde gibt, die für einen kochen, die Katze füttern, Hotels buchen, Zuspruch geben oder sich nach 30 Stunden Flug sofort ins Auto setzen und zu einem kommen,
  • daß wir Eltern und eine Tochter haben, die einfach alles mitmachten, was nötig war,
  • daß man sich im 21. Jahrhundert befindet, im richtigen Teil der Erde und ne Krankenkasse, die einfach alles zahlt, so absurd die Kosten auch sind,
  • daß es eine Burgerbraterei gibt, die günstige Unterkünfte für Eltern betreiben, deren Kinder wochenlang fern der Heimat behandelt werden müssen,
  • daß unser Sohn die Situation so gut überstanden hat...


Ja, die Zeit war hart. Aber wenn ich schwächelte, war meine Frau für mich da und umgekehrt. Nicht nur, daß ich meine Frau und unser verrücktes Leben liebe, wir funktionieren einfach gut als Team. "Im Gesundheits- und im Krankenheitsfall", wie der ungarische Priester damals bei der Trauung in seiner etwas ruckligen deutschen Übersetzung sagte.

Natürlich gibt es auch negative Momente, die man nicht vergisst: Das Verabschieden vom Kind im kritischen Zustand, das tagelange Warten, das Durchlaufen von sechs Krankenhausstationen innerhalb von vier Wochen, das kaserniert sein, die Pendelei von 200+km, Zimmertemperaturen jenseits der 30 Grad ohne ein Fenster öffnen zu können, die Erkenntnis, daß man in einen Neugeborenen wirklich so viel Kabel stecken kann, daß es fast wie ein kleiner Borg aussieht...  

Das ist aber vorbei. Jetzt wohnt wieder das Glück in diesem Haus. Vielleicht war es nie weg. Zwei fast gesunde Kinder und viel Liebe für alle. Wir gewannen den Jackpot. 

    Donnerstag, Juni 21, 2018

    Tipp: Neuer Spaß mit altem Kindle

    Ich habe mir einen gebrauchten Amazon Kindle gekauft und beschreibe - etwas weiter unten - wie man die Klippen bei der Neueinrichtung umschifft.
    Bücher sind Fenster und Spiegel, Ort unser Sehnsüchte und Ängste. 
    Vielleicht liegt daran, daß ich als Sohn einer Bibliothekarin eine besondere Beziehung zum Medium Buch habe. Vielleicht ist das aber auch nur eine praktische Ausrede, wenn ich mal wieder mehr Bücher kaufe als ich lesen kann: Bücher füllen unsere Wohnung (zuletzte eher weniger) und die Kisten auf dem Dachboden (zuletzt eher mehr).

    Obwohl ich Geruch und Haptik vor physischen Büchern nicht missen möchte, vergrößert sich in den letzten Jahren auch der Bestand meiner e-books kontinuierlich. Ganz unschuldig ist daran auch die tolle Bibliothek meiner Heimatstadt nicht.
    Während ich mir angewöhnt habe, Graphic Novels & Comics via Comixology zu beschaffen und auf meinem iPhone zu lesen - ein Verhalten, für das ich voll umfänglich die Kollegen Reumeier und Herr Kowski verantwortlich mache - empfinde ich das Lesen langer, reiner Textpassagen auf dem Gerät als eher unpraktisch: Das Display spiegelt oft, das Akku wird schnell leer und andere Apps lenken mich mit ihren Benachrichtigungen schnell ab.
    So entschied ich mich für schmales Geld - ca. 30€ inkl. Versand - ein gebrauchtes Amazon Kindle (5. Gen) zu erwerben. Und bisher habe ich diesen Schritt nicht bereut: Akkulaufzeit, Gewicht, Größe, Speicher und die Lesbarkeit des Displays überzeugte mich sehr. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung am Strand und getragenere Sonnenbrille machte das Schmökern Spaß.


    Nicht ganz so viel Freude macht anfängliche die Einrichtung des Gerätes. Und dies ist der eigentliche Grund für dieses Posting. Das Gerät war schon von seiner Vorbesitzerin zurückgesetzt worden. Die Probleme begannen so erst mit der Einrichtung des obligatorischen WLAN-Zugangs. Hier bekam ich immer wieder eine unspezifische Fehlermeldung mit der Aufforderung den Vorgang später zu wiederholen. Zwölf Versuche und zwei Schreikrämpfe später, fand ich einen gut versteckten Hinweis in den Untiefen des Internets und tatsächlich: Die aktuelle Firmware runtergeladen und via USB auf das Gerät gespielt, behob das Problem. Ich war glücklich, wünschte den Programmierern aber für die nichtssagende Fehlermeldung und den Umstand, daß ein 0.1 Punkt Unterschied in der Software ein Gerät quasi unbrauchbar macht, einen großes Furunkel an den Allerwertesten.
    Kaum hatte ich meinen Jubel samt Beckerfaust beendet, stand ich vor der zweiten Hürde. Nach der Eingabe meines Passworts für mein Amazonkonto bekam ich zwar den PIN per E-Mail, aber nirgendswo gab es ein Eingabefeld hierfür auf dem Kindle. Eine weitere ausführliche Googlesuche später erfuhr ich, daß man als Nutzer der Zwei-Schritte-Anmeldung das Passwort und den PIN hintereinander in das Eingabefeld eintragen muß. Also in etwa "Superpasswort123456". Alternativ hätte ich das Sicherheitsfeature auch vorübergehend abschalten können, aber schon komisch, wenn man eine Amazonfunktion auf einem Amazongerät nur eingeschränkt nutzen kann.

    Trotz der kleinen Probleme bin ich mit meinem Kindle sehr, sehr zu frieden. Nur ist die Lesbarkeit in der Dämmerung - also gerade dann, wenn ich eigentlich Zeit habe - etwas eingeschränkt. Daher überlege ich ernsthaft, mich vielleicht bzgl. eines Paperwhite* an den Weihnachtsmann zu wenden.

    Bis dahin tut aber auch das Gebrauchtgerät genau das, was es soll. Und das Bibliotheken toll sind, brauche ich ja nun wirklich niemandem mehr zu erzählen:
    "Wer wegen Fake News besorgt ist, sollte den Zugang zu geprüftem Wissen zu schätzen wissen. Und wer von Integration spricht, sollte nicht das immense Potential verkennen, das im Besuch der Stadtbibliothek liegt, wo neben „Michel aus Lönneberga“ eben auch politische Zeitschriften liegen und Mädchen aus einem patriarchalischen Umfeld etwa die „Emma“ lesen können. Denn wenn es einen Ort gibt, an dem sich unsere Gesellschaft mit all ihren Werten und ihren Widersprüchen spiegelt samt der Freiheit, sich aus dem Angebot ganz allein und unbeobachtet das Passende herauszusuchen, ohne befürchten zu müssen, wie im Internet dabei auf Schritt und Tritt registriert zu werden, dann ist er hier."