Da mich auch Picard nicht wirklich vom Sessel gerissen hatte, dachte ich schon, ich bin jetzt vielleicht in dem Alter angelangt, wo man allem Neuen mit Verbitterung begegnet und auch sonst die Freude an allem Schöne und dem Leben an sich verliert. ;)
Aber nein, die erste Staffel der neuen Serie Star Trek: Lower Decks brachte mein Fanherz zum freudigen Hüpfen. (Ein Umstand, den ich sicherlich noch an anderer Stelle thematisieren werde.)
Aber nein, die erste Staffel der neuen Serie Star Trek: Lower Decks brachte mein Fanherz zum freudigen Hüpfen. (Ein Umstand, den ich sicherlich noch an anderer Stelle thematisieren werde.)
Und so machte ich mir große Hoffnung, daß durch die erste Folge der dritten Staffel von Discovery vielleicht auch der Funke zu mir überspringen würde. (So waren etwa die geschätzten Herren Merlin & Kowski Disco bisher aufgeschlossener gegenüber als ich.) Die Chancen auf einer Meinungsänderung meinerseits standen dafür gut, denn jetzt wo sich Burnham und Co. sich weit entfernt von Heimat und dem eigenen Jahrhundert befanden, mußten sich die Showrunner auch nicht mehr so extrem mit dem Star Trek Kanon herumschlagen, der für diese anscheinend immer mehr Last als Arsenal für neue, tolle Geschichte war. Die Landschaft ist also quasi geebnet, die Möglichkeit da neue Erzählgebäude zu errichten."A Gorn Wedding? How has this become about a Gorn Wedding?!" <3 https://t.co/AAOAqwqVjn
— Herr Rpunkt (@herrrpunkt) October 3, 2020
(Spoiler!) Die Erzählung der neuen Staffel setzt auch sofort da ein, wo wir die DISCO-Crew zuletzt verlassen hatten. Burnham fällt mehr durch ein Wurmloch als sie durchfliegt, kollidiert mit einem fremden Raumschiff und stürzt auf einem Planeten ab, nicht ohne das andere Raumschiff mit "abzuschießen". Book, der fremde Raumschiffpilot und sie begeben sich auf der Suche nach dem nun dringen benötigten Dilithium, um sein Fluggerät zu reparieren...
Ich würde gerne vor Freude in die Hände klatschen, aber dieser Staffelbeginn war sehr mau. Ich wäre schon erfreut, wenn mein einziger Kritikpunkt die weiterhin "seltsame" Optik der Serie wäre. (Diesmal hat man das Erscheinungsbild der Andorianer verhunzt.) Viel schlimmer finde ich, daß die Drehbuchautoren weiterhin nicht in der Lage sind, dem Hauptcharakter Burnham irgendwie Leben einzuhauchen. Das ist echt eine Leistung das bei einer Schauspielerin dieses Kalibers hinzubekommen. Die Hintergrundgeschichte der vulkanische Erziehung führt einfach nur dazu, daß fast jede Regung der Figur zu hölzern, zu ernst, zu aufgesetzt wirkt. Hätte man aus dem Charakter eine "richtige" Vulkanierin gemacht, wäre meine emotionale Distanz zu Figur vielleicht nicht ganz so groß. So finde ich so irreal, daß ich nicht mal glaube, daß sie z.B. irgendwann mal auf Klo muß. Das Fehlen des Rests der Crew macht die Sache noch schlimmer.
Worüber habe ich mich noch geärgert? Zum Beispiel über exzessive, sinnlose Ballerei bei dem 20 Söldner nicht in der Lage sind die beiden Helden auszuschalten. Könnte ich das noch als Tribut an die Fernsehgewohnheiten der Gegenwart akzeptieren, fand ich den zusätzlichen, triefenden Sternenflottenpathos fast unerträglich.
Gefallen hat mir allerdings der Charakter des Book, die Idee des Umweltschutzes und die der Sternenflotte als Bewahrerin von Werten in der Galaxie und natürlich Andorianer und Morns Verwandtschaft.
Natürlich werde ich Discovery weiterschauen. Erstens weil die Qualität bei der Serie bisher ein einziges auf und ab ist und weil ich natürlich wissen möchte, wie es mit dem Star Trek Universum weitergeht. Wenn Discovery allerdings keine Star Trek Serie wäre, wäre ich nach dieser Episode ausgestiegen. Es war alles zu hölzern, zu pathetisch, zu gediegen und allgemein hat man das Gefühl, daß sich die Serie einfach selbst viel zu ernst nimmt.
Aber das ist meine Meinung über die ich sehr gerne diskutiere. Hier in den Kommentaren oder auf Twitter.



