"Montagsfrage #10 – Unterhalten dich Biografien, oder findest du die non-fiction Geschichten anderer Menschen eher öde?"
Ich gehöre nicht zu den enthusiastischsten Lesern von Biografien, trotzdem füllen diese einen kleinen Bereich in meiner "Bibliothek". In diesem Jahr las ich bisher die beiden Biografien von Flake und die von Gregor Gysi mit ganz unterschiedlichen Befunden.
Beiden Bücher von Rammstein-Keyboarder Flake waren persönlich, interessant und sehr unterhaltsam, allerdings leider etwas redundant, wenn man beide Autobiographien hintereinander liest. Das erste ("Der Tastenficker*") war etwas tiefer gehender und interessanter, während das zweite ("Heute hat die Welt Geburtstag"*) deutlich besser strukturiert und lektoriert war. Trotzdem haben beide Bände Spaß gemacht, auch wenn man mit der Musik wenig anfangen kann, wie ich.
Die Autobiographie "Ein Leben ist zu wenig*" von Gregor Gysi versprüht nicht den Charme und Witz, den man von einem der talentiertesten Redner im Bundestag kennt. Auch der historische oder politische Erkenntnisgewinn hält sich nach der Lektüre in Grenzen. Man hat das Gefühl, Gysi erzählte die ganze Zeit mit "angezogener Handbremse". Es ist kein schlechtes Buch, aber sein selbst gewähltes Credo war sicherlich hinderlich dabei, diese Autobiographie zu etwas Außergewöhnlichem zu machen: "Ich habe beim Schreiben dieses Buches versucht, möglichst persönlich zu werden, ohne privat zu ein."
Auf meiner Leseliste fürs nächste Jahr stehen noch die Biographien von Alexander von Humboldt* und Fritz Bauer*.
Montag, November 05, 2018
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