Mittwoch, November 11, 2020

11. November 2020 - Regeln, Kinderbuch, Fasching

Nachgedacht

In der KITA wurde ich heute zweimal dafür "gelobt", daß ich vor der Tür der Umkleiden gewartet habe, damit die Maximalanzahl von "zugelassenen Personen" darin nicht überschritten wird.

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß jeder in Sachen Covid nur noch das macht, was er/sie will. Aber wo enden wir bitten, wenn jeder nur noch die Regeln befolgt, die er nicht doof findet? Sicherlich nicht bei der Philosophenherrschaft, welche IMHO, sicherlich auch nicht funktionaler wäre als das aktuelle Gesellschaftssystem. Natürlich soll man in freien Gesellschaften zweifeln und hinterfragen, aber irgendwie gibt es momentan schon eine Schräglage. Hier an der Küste hat man den Weihnachtsmarkt abgesagt, was eine gute Entscheidung war. Allerdings nutzen die Bewohner momentan jede andere Möglichkeit sich abends gesellig "zusammenzurotten". Das ist menschlich nachvollziehbar, aber auch immens blöd. Und die Stadtverwaltung macht... wenig.

Ja, die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln sind teilweise unlogisch und ändern sich ständig. Natürlich wäre es einfacher die Leute einfach sterben zu lesen. Oder nach australischem Vorbild alles einmal komplett runterzufahren. Dann muß man auch nicht fragen, was erlaubt ist. Beides will auch keiner. Also müssen wir mal aufhören zu heulen und das umsetzen, was es zu umsetzen gilt, damit möglichst viele Menschen gesund bleiben. Das ist jetzt nicht die schlechteste Motivation, oder?

 "If you're going through hell, keep going.", sagte schon Winston Churchill, wobei die aktuelle Situation um einiges schlimmer sein könnte, aber wir sind halt alle manchmal hysterische Schneeflocken. 

Laßt uns alle an die Regeln halten. Bitte.

Projekte

Das Kinderbuchprojekt ist nun so weit, dass es heute an den Illustratoren und zum Lektorat ging. Rund 162.000 Anschläge sind es geworden. Jetzt geht es an den sprachlichen Feinschliff, das Drucken, den Verkauf. Ich bin gerade glücklich aber auch ziemlich müde.

Angehört

Sonstiges

 

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Irgendwie habe ich das Gefühl, daß jeder in Sachen Covid nur noch das macht, was er/sie will."

Meiner Meinung nach ist das auch Resultat von hier: "Ja, die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln sind teilweise unlogisch und ändern sich ständig."

Ich verfolge die Lage in mehreren Livetickern mehrmals täglich. Gleichzeitig versuche ich mich auf den Internetseiten meines Bundeslandes, des Landkreises, in dem ich wohne und der Stadt, in der ich arbeite über aktuell gültige Regeln zu informieren. Die Ticker haben teilweise 1:1 identisches Material, teilweise schreibt aber auch jeder was Anderes und zusammen gibt es dann langsam ein Bild (Ein Hoch auf den Qualitätsjournalismus!). Die Internetseiten der Ministerien meines Bundeslandes waren schon vor Corona brutal unübersichtlich und Informationen fand man schon früher nie dort, wo man sie vermutet hätte oder gleich gar nicht. Jetzt nach/mit Corona kommen manchmal Updates erst (viel) später nachlesbar, als sie in Pressekonferenzen oder Landtagserklärungen mit sofortiger Wirkung verkündet worden sind. Dann ändern sie sich zeitweise auch noch und das auch relativ unangekündigt bzw. mal als Nebensatz erwähnt "...wird demnächst noch geringfügig angepasst". Es hat mich vor zwei Monaten über 45 Minuten Zeit gekostet, um rauszufinden, welches von zwei zu bereisenden Bundesländer welche Quarantäneverordnungsausnahmen verkündet haben. Da muss man aber schon Gesetze und Verordnungen zu lesen wissen und überhaupt schon mal wissen, wo man die findet. Ist bei mir beruflich jetzt kein großes Problem, aber gefühlt für 80-90% der Bevölkerung schon (sieht man ja auch an den eigenen Eltern und Bekannten und kann entsprechend hochrechnen).

Dann wurde in unserem Bundesland im Sommer z.B. mal eine Verfahrensanweisung/Verordnung für Kitas und Schulen erlassen. Darin sind Inzidenzgrenzen definiert und die Folgen, was passiert, wenn wo welche Werte über- bzw. wieder unterschritten werden. Dann gingen die Infektionszahlen hoch und man stand wie ein Reh nachts auf der Bundesstraße im Scheinwerferlicht des heranrasenden Wagens und guckte erstmal. Dann ließ sich jeder Kreis und jede Stadt von lauter Ämtern und Behörden Ausnahmen für dieses und jenes ausstellen, was für zwei Wochen zu einem irrsinnigen Flickenteppich an Regeln und Ausnahmen führte, v.a. wenn ein Kind im Landkreis 1 untergebracht ist, das andere im Landkreis 2 in die Schule geht und man selbst nochmal ganz woanders arbeitet. Vor ein paar Tagen hat man klammheimlich (!) diese Verordnung "bis auf Weiteres außer Kraft gesetzt", dann dies mündlich ein paar Tage später in einem Nebensatz bekanntgegeben und macht jetzt doch wieder eine Art landsweite Zwischenlösung, die aber auch erstmal nirgendwo schriftlich definiert ist und die erst in ein paar Tagen offiziell gelten soll.

Lieber R., seien Sie mir nicht böse, ich bin (auch) ein Freund von Regeln und ihrer Einhaltung - aber sie müssen sinnvoll, klar, verlässlich und beständig sein. Ein ständiges Hü-und-Hott, mit nix Schriftlichem und mündlichem "bis auf Weiteres" außer Kraft setzen, das passt zu einer Bananenrepublik über die sich der überhebliche Deutsche gerne lustig macht, deutlich besser als zu unserem Rechtsstaat. Dass manche a.) nicht wissen, welche Regeln gelten und/oder b.) auf dieses fast tägliche Bäumchen-Wechsel-Dich keinen Bock mehr haben, kann ich wirklich gut verstehen! Leider!

r. hat gesagt…

Alles total nachvollziehbar. Meine Aussage bezog sich eher auf den Bereich in dem die Regeln relativ klar sind.

Alles was mit Quarantäne, Tests etc. zu tun hat, ist wirklich ein Chaos. Hier schlagen die Nachteile von Föderalismus und kommunaler Selbstverwaltung voll durch.

Herr Kowski hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Herr Kowski hat gesagt…

Es kann im Übrigen sehr gut sein, dass ich mich von Deinem Blogtagebuch anstecken lasse - was eventuell sogar nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt ...

In jedem Fall gratuliere ich auf das Herzlichste zum vollendeten Kinderbuch-Manuskript.

r. hat gesagt…

Woohooo!

Und danke! Vielleicht sollte ich zu all den technischen Aspekten der Kinderbuchveröffentlichungen auch mal ein paar Zeilen schreiben.

Herr Kowski hat gesagt…

Unbedingt!

(Bei der anderen Angelegenheit kann es leider doch noch eine Woche dauern - Pläne schmieden ist immer das eine ...)