Endlich hat 2020 ausgeblubbert. Auch wenn wir alle gut durchs alte Jahr gekommen sind, hoffen wir das das kommende entspannter, aber hoffentlich genau so gesund für Familie und Freunde abläuft.
Gestresst haben uns - wie die meisten anderen Eltern auch - die Frühlungsmonate an denen wir von früh bis spät mit Kinderbetreuungshomeoffice beschäftigt waren. Unser sonst nicht so flexibler Arbeitgeber war aber dabei eine große Hilfe.
Nicht vermißt habe ich die Dienstreisen in den vergangenen 12 Monaten. Nur im Februar war ich kurz in Riga ansonsten gab es jede Menge Videokonferenzen. Obwohl ich so wenig unterwegs war, wie seit Studienzeiten nicht mehr, habe ich die Reiserei - bis auf ein paar soziale Kontakte zu Kollegen im Ausland - nicht vermißt. Anders sieht es mit den Urlaubsreisen aus. Die ständige Umbucherei von Flüge und Ferienhäuser war nervig und bisweilen teuer. Während alles meist verschiebbar ist, war ich traurig, nicht mit der Lieblingsnichte nach Liverpool reisen zu können, etwas was wir hoffentlich bald nachholen können. Und am Belastendsten war es für meine Frau und die Kinder die Schwiegerfamilie nur selten und restriktiv sehen zu können, das ist halt das doofe in so einer Situation, wenn die drei Geschwister in drei verschiedenen Ländern wohnen.
Zur Aufheiterung (und als gemeinsames Coronahobby) entdeckten wir Discgolf als neue Passion, welche wir mit einer guten Freundin teilen. Dies waren wahrscheinlich jeweils die schönsten, "kinderfreien" Stunden des Jahres. Ansonsten haben wir alle Freunde zu wenig gesehen, etwas was alle Vernünftigen in der Leserschaft sicherlich nachvollziehen können.
Ansonsten habe ich in der Freizeit überraschend viel gezeichnet und gemalt, eine neue Angewohnheit, die sich hoffentlich hält. Auch der Podcast macht weiterhin viel Spaß und ich hoffe wir produzieren noch viele, viele Sendungen. Absolutes Highlight war aber die Fertigstellung des Textes für das Kinderbuch, mein absolutes Herzensprojekt. (Alle Freund*innen und Unterstützer*innen sei herzlich gedankt!) Ich bin auch sehr froh, all meinen Mut zusammengenommen zu haben, um den Illustratoren meiner Träume um Mithilfe zu bitten. Seine Interpretation meiner "Welten" zaubert immer ein Lächeln auf mein Gesicht. Irgendwann im Frühjahr wird man dann hoffentlich das Endergebnis in den Händen bzw. über den Buchhandel erwerben können.
Sehr zufrieden war ich mit meinem Schreibpensum, v.a. die zuletzt (fast) tägliche Logbucheinträgen schlugen sich positiv in der Statistik wieder. In Sachen Lego habe ich wenigstens einen schönen, längeren Artikel veröffentlicht, aber das Elternblog ist wohl ein gescheitertes Experiment. :( Auch den Shownotesblog hätte ich (trotz hoher Nutzungszahlen) schon fast über die Klippe geschupst, weil mir die Zeit fehlte, allerdings habe ich eine fleißige Mitstreiterin gefunden, die mir sehr ausgeholfen hat. So darf das gerne weitergehen.

Gelesen habe ich auch in diesem Jahr v.a. Kinderliteratur. Highlights waren das Ende der Hilda-Reihe*, die deutsche Lorax-Ausgabe* (die ich antiquarischer erwerben konnte und zwar nicht zu den Mondpreisen, die Amazon und Rebuy aufrufen) und Unter dem Himmel Ostberlins*, ein Buch, das ich zunächst enttäuscht weglegte, bevor ich beim zweiten Lesen richtigen Spaß hatte. Eine absolute Nullnummer war Jan Böhmermanns Bestseller. Absolut verzichtbar, aber sicherlich eine gute Einnahmequelle für Verlag und Autor.
Wie in den letzten Jahren auch, hatte ich wenig Zeit für Fernsehen und Streamingdienste. Aber ein bißchen wurde dann doch geschaut. In Sachen Serien hatte ich (nach kurzer Eingewöhnung) mit "Star Trek: Lower Decks" am meisten Spaß. Laut Letterboxd habe ich 2020 zudem ganze sieben (in Zahlen: 7) Filme gesehen. Ganz klarer Favorit war dabei "The half of it". (Und deswegen braucht man gute Freunde, damit die einem so etwas empfehlen, was man sich sonst wohl nie angeschaut hätte.) Ja, ich habe eine Schwäche für Coming-of-Age und Menschen in Krisen allgemein.
Gespielt habe ich zuletzt vor allem "Battle of Polytopia" unter iOS. Langsam ist meine Highscorejagd allerdings ausgereizt und ich brauche etwas neues. Vielleicht werde ich 2021 mal wieder etwas am Rechner daddeln, auch wenn mein Yoga dafür überhaupt nicht ausgelegt ist. (Aber ich mag ja auch Klassiker.) Die estnischen Freunde entführten mich zudem mehrmals zu Boardgamearena, wo ich v.a. The King's Guild (leider noch gar nicht in D erschienen), Targi* und Kingdomino* mochte.
Kernfamilientechnisch lief soweit auch alles rund. Ein möglicher Umzug fand dann glücklicherweise doch nicht statt, weil uns die Wohnung nicht 100% zusagte, trotz idealer Lager und einen Preis, für den Münchner*innen töten würden. Auch eine mögliche, vorzeitige Einschulung des großen Kindes ist vom Tisch, was für uns v.a. Stresseinsparung bedeutet.
Ganz ehrlich, so schlecht war 2020 (bis auf die psychische Belastung) für uns nicht. Trotzdem wünsche ich uns allen ein gähnend langweiliges und gesundes 2021. Wir hätten es uns verdient.