Dienstag, Oktober 09, 2018

Stöckchenrevival #ourhouse

Früher - also so um 2005 - flogen ab und zu Stöckchen durch die Blogosphäre. Das war ein schöner Brauch, denn so kam man ins Erzählen mit den paar Verrückten, die wie man selber, regelmäßig ins Internet schrieben. Kürzlich weinten Hulalena und ich dieser Tradition hinter. Warum diesen Brauch also nicht wieder aufnehmen? Am liebsten mochte ich Stöckchen, die (vielleicht schon fast etwas zu) persönlich waren, bei denen man etwas über die Menschen und ihre Lebenssituation erfuhr. Also habe ich so ein Stöckchen rund ums Wohnen gestrickt. Kürzlich berichtete ja das Wortschnittchen  Interessantes über ihre Wohnsituation und auch bei mir war das schon einmal Thema.

Ich wohne zur Miete auf 95qm mit meiner Frau, zwei Kindern, einer Katze und ziemlich viel Büchern und Legosteinen.

Ich mag besonders die hohen Decken, den Zuschnitt der Zimmer, den Parkettboden, die dicken, gemauerten Wände, den großen Dachboden (20qm!) und die Innenstadtlage durch die man alles fußläufig erreicht.

Dahingegen nerven die Parkplatzsituation, der fehlende Aufzug (72 Stufen, fast immer mit einem der Kinder auf dem Arm), eine ausstehende Sanierung des Bads und der Toilette durch den Vermieter (zuletzt ca. 1998), sowie die halbjährliche Überflutung des Kellers nach Starkregen.



Mein Lieblingsplatz ist auf der Couch mit dem Blick auf die Häuser auf der anderen Straßenseite. Ja, ich bin eher von der gemütlichen Sorte..

Der seltsamste Gegenstand in meiner Wohnung ist dieses Inklinometer. Als mein Vater noch zur See fuhr, brachte er allerlei ausgemustertes seemännisches Gerät mit: Ein Fernrohr, eine alte Schiffsuhr, diverse Seekarten, einen Kartenzirkel...



Die Nachbarn setzen sich bei uns aus zwei alten Ehepaaren, zwei WGs, einer alleinstehende alte Dame, drei Familien mit kleinen und zwei mit großen Kindern zusammen. Die Seele des Hauses ist Herr H., ehemaliger Ingenieur, 88 Jahre alt und munterer Zeitgenosse, der mit wunderbaren thüringischen Dialekt auch nach Jahrzehnten im Norden immer noch einen "Schönen guden Dag!"wünscht und den man oft laut lachen hört. Er betont immer, daß er nicht seit Anfang an in unserem Haus wohnt, sondern erst seit 1960.
Von eher nerviger Natur ist Frau M. Mitte 70, mit wenigen Hobbies außer dem einen: Sich hinter verschlossener Tür zu verstecken und darauf zu warten, daß ein Nachbar vorbeiläuft um ihm dann ein Gespräch z. B. über ihren letzten Zahnarztbesuch aufzudrängen. Man würde sie ja trotzdem  mal zum Kaffee einladen, wäre sie nicht zusätzlich sehr aufdringlich und anmaßend. Letztes Jahr hatte sie sich ein Bein gebrochen. Sie ist aber inzwischen genesen. Es sind nur böse Gerüchte, daß sie jemand die Treppe heruntergeschubst haben soll...

Der letzte Umzug war ziemlich verrückt und beinhaltete das Streichen einer kompletten 65qm Wohnung innerhalb eines Tages, der Ankunft in der neuen Wohnung und den Abflug nach Australien innerhalb von 1 1/2 Tagen. Ein Megastress, trotz Umzugsfirma, auch weil unsere Vormieterin uns erst eine Woche nach dem vereinbarten Termin in die neue Wohnung ließ.

Der nächste Umzug läßt hoffentlich noch auf sich warten. Allerdings bräuchten wir ein Zimmer mehr, wenn das große Kind in ein paar Jahren in die Schule kommt. Wir haben zwar eine große Grundfläche, aber die Wohnung ist für zwei Kinderzimmer zu ungünstig geschnitten.

Ich werfe dieses Stöckchen zu Hulalena (der guten alten Zeiten Willen) und zu Herrn Kowski (weil er mich sonst immer zu irgendwelchem Quatsch anstiftet) und hoffe, daß es beide aufnehmen. Natürlich dürfen auch alles anderen Leserinnen und Leser den Faden hier aufnehmen!

Montag, Oktober 08, 2018

Montagsfrage: Lesepensum #6

"Was ist dein ultimativer Trick, um mehr und regelmäßiger zu lesen?"

Hach, wie gern hätte ich ne Lösung für das Problem. Anstatt dessen wächst mein "Pile of Shame", oder wie Merlin es neulich so schön nannte "Pile of Anticaption":

Eigentlich habe ich nur drei Maßnahmen - mit druchwachsenem Erfolg - für mehr verarbeiteten Lesestoff getroffen:

(1) Am Jahresanfang habe ich mir bei GoodReads ein Pensum gesetzt, daß ich versuche "abzuarbeiten" ohne das dies in Stress ausartet.

(2) Ich bin bei der Wahl der Bücher viel selektiver als früher. Denn wenn ich nur die Bücher lese, auf die ich wirklich heiß bin, lese ich vielleicht schneller bzw. mehr.

(3) Ich versuche konsequent Bücher "auszulesen" und nicht fünf Bände gleichzeitig. Hierbei versage ich aber regelmäßig.

Montag, Oktober 01, 2018

Montagsfrage #5 – Grusel

"Musstest du schon mal ein Buch abbrechen, weil es zu gruselig war?"

Kurz: Nein. Allerdings gibt es Genres die ich einfach links liegen lasse. Das gilt bei mir z. B. auch für Filme etc. Um so älter ich werde, desto selektiver werde ich. Und mir tut es nur bedingt leid um all die Vampire, Monster, Kriminalistinnen, Elben und Ratgeberschreiber.