Montag, Januar 21, 2019

Staffelauftakt zu "Star Trek Discovery": Geht doch!

Das Ende der ersten Staffel von Star Trek Discovery ist ja schon ein bißchen her. Obwohl ich diese eher durchwachsen fand, freute ich mich auf eine Fortsetzung.

Bisher störte mich v.a. die neuen Klingonen, die optisch - und teilweise inhaltlich - aus Kanonsicht wenig Sinn ergeben, die etwas blaß gebliebene Michael Burnham und die starke Actionbetonung der ersten Folgen. Umso mehr erfreute mich die sogenannten ShortTreks, kleine Kurzfilme aus dem bekannten Universum, die ohne meine drei Kritikpunkte daher kamen und ganz wunderbar funktionierten.

Und auch der Einstieg in Season 2 gefiel mir. Viel Zeit für die Charaktere und viel "Futter" für eingefleischte Fans: Die Enterprise, die grandios aufgepeppten Uniformen aus TOS und ein wunderbarer Captain Christopher Pike. Anson Mounts Interpretation des Charakters hat viel von den bekannten TOS-Offizieren und strahlt trotz des vielen 60ies Flair doch ganz viel Empathie und einen gewisse Sexiness aus. Auch James Frain als Sarek überzeugt wieder. Die Rolle der Michael Burnham bleibt undankbar. Gerade in den Dialogen mit Sarek zeigt sich, daß sie (noch?) eine "Frau ohne Eigenschaften" ist. Was für Verschwendung des Talents von Sonequa Martin-Green. Doug Jones als Saru muß man einfach lieben, das ist einfach so. Auch Tilly nervt nicht mehr, endlich hat man ein gesunde, glaubwürdiges Maß an "Nervosität" gefunden.

Ich bin gespannt, ob die neue Rahmenhandlung ("Laßt uns die sieben Anomalien jagen!") trägt. Zumindest enstpricht der Ton der ersten Folge noch etwas mehr "Star Trek" als der der vergangenen Staffel.

P.S. Ich wurde zurecht darauf hingewiesen, daß ich die tolle Tig Notaro/Jet Reno unterschlagen hätte. Das stimmt. Mea culpa!

Dienstag, Januar 08, 2019

Montagsfrage: Was sind deine Lesevorsätze für 2019?

Die Antworten auf die gestrige Montagsfrage kann ich in drei Gruppen unterteilen:

Erstens: Titel, die ich angefangen habe und beenden möchte



Zweitens:  Bildergeschichten auf Comixology

Drittes möchte ich im Sonderprojekt "40stes Lebensjahr" alle meine Mosaikbände mal en bloc lesen und meine Eindrücke verbloggen. 

Und dazu kommt dann noch alles auf die "Speisekarte", worauf ich gerade Bock habe.


Sonntag, Januar 06, 2019

Digitale Geiselhaft - #Lynda #FlickR und Co.

Mein Großvater war Tischler. Da hatte man beruflich schöne Werkzeuge, die man einmal im Eisenwarenladen kaufte, ein paar Jahrzehnte benutzte und dann vielleicht sogar über Generationen weitervererben konnte.

Tatsächlich benutze ich privat und beruflich hier und da Software, die man historisch nenne könnte, d.h. die ich vor mehr als 10 Jahren als Vollversion erwarb und die immmer noch genau tut, was sie soll. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese vielleicht von meinen Kindern irgendwann genauso geschätzt wird, wie von mir, hält sich aber selbst bei meiner Einschätzung als alten Optimisten in Grenzen.

Das sich Werzeuge und Lizenzmodelle weiterentwickeln ist nicht per se schlimm, zumindest wenn man kein kleingeistiger Kulturpessimist von seehoferschen Ausmaßen ist. Allerdings hat die einsetzende Dominanz von Onlinedienstleistungen, Cloudlösungen, Abomodellen und SaaS aber auch eine Seite, die mich zwar nicht verängstigt, aber zumindest ziemlich nervt.

Beispiele? Beispiele!

Da sichert man etwa jahrelang seine Fotos auf einer kostenlosen Plattform. Und dann werden die älteste von ihnen gelöscht. Oder der Pro-Tarif kostet plötzlich mehr als doppelt so viel. Danke, FlickR.

Oder man wird bei bei Apps und anderer Software zu Zwangsupdates gezwungen, die dazu führt, daß bestimmte Features nicht mehr funktionieren, wie zu vor. Danke, Microsoft. Danke, Adobe.

Mein aktueller Aufreger ist aber ein anderer: Vor drei Jahren gönnte mir mein Arbeitgeber - und damit irgendwie auch ihr, liebe Steuerzahler - ein Jahresabo bei Lynda. Ein Anbieter mit sehr guten Onlinetrainingangeboten in verschiedensten Gebieten. Die Art der Dokumentation und Präsentation gefiel mir auch recht gut, aber der Preis war auch nicht ohne: 375 USD pro Jahr. Nach Ablauf des Jahres tat man mir kund:

"If you come back and reactivate your membership, your certificates of completion, course history, and playlists will be waiting for you." 

Über die Feiertage wollte ich tatsächlich wieder mal in meinen Account einloggen, ein bißchen rumstöbern und bei Gelegenheit auch meine Zertifikate archivieren - ich war mir nicht sicher alles gesichert zu haben - und war.... nicht erfolgreich. Ich kontrollierte meine registrierte E-Mail-Adresse und konnten keinen Fehler feststellen. Also schrieb ich den Helpdesk an und erhielt folgende Auskunft.:
"Thanks so much for reaching out to us! After reviewing your provided information, I can confirm that your account details have been deleted from Lynda.com databases.
Per the Lynda.com privacy policy, if you're an individual subscriber, we may delete your account and all its details (including your learning history, certificates, course progress, etc.) if you haven't been an active paid member for over two years. Once your account is deleted, you won't be able to reactivate it."
Die Firma, die wegen jedem Sche*ß ne Werbemail schickt, löscht meine Daten ohne Vorankündigung bzw. Warnung. Und das nicht etwa wegen Inaktivität - ich war letztes Jahr auch schon mal eingeloggt -, sondern weil ich zwei Jahre nicht gezahlt habe. Was für ein Sche*ßverein! (Was netteres fällt mir dazu echt nicht ein.)

Ich wünschte, mein Erlebnis wäre ein Einzelfall, aber wenn man ehrlich ist, gibt es eine Vielzahl von Situationen in denen es blöd wäre, Daten oder Services zu verlieren: Meinen Kurse bei Codecademy, meinen Playlisten bei Spotify, meinen Modelle bei Mecabricks, Tweets - und viel wichtiger: Kontakte - bei Twitter würde ich sehr hinterhertrauern.

Und es gibt vielerlei Szenarien, in denen man sich solche "Datenverluste" vorstellen kann: Firmenübernahmen, Geschäftsaufgabe, Konkurse und wie im oberen Fall: sehr, sehr seltsame AGBs.

In den wenigsten Fällen gibt es Alternativen für die Services mit besseren Konditionen oder Möglichkeiten die eigenen Daten von Plattformen zu sichern. Und so bleiben wir meist gefangen: In digitaler Geiselhaft.