Donnerstag, April 18, 2019

Selbstermutigungs- und Selbstbeleuchtungsposts

Seit 15 Jahren existiert dieses kleine Blog. Seit nunmehr 10 Jahren bin ich bei Twitter, so daß die Anzahl der Beiträge in der Folge hier signifikant abnahm, genauso wie die Nutzerzahlen (-95% gegenüber den Spitzenzeiten!). Trotzdem kann ich mich von dieser kleinen Internetkladde nicht trennen. Und werde es auch nicht tun.

Das Schreiben hier macht mir nach wie vor Spaß, auch wenn ich mich dazu zwingen muß, daß die Zensur im Kopf nicht alle Texte verhindert, sonst gibt es auf dieser Spielwiese und Textwerkstatt gar keine Inhalte mehr. Denn schon heute befindet mein Kleinhirn zu oft, daß die Inhalte - selbst für diese semi-anonyme Umgebung - zu banal, umstritten oder irrelevant sind. Daher muß ich mir immer ganz fest vornehmen, hier wenigstens gelegentlich etwas unterzubringen, wofür ich im Netz sonst keinen anderen Platz habe.

Dieser Blogpost ist also eine Selbstermutigung.

Roland überdenkt momentan die Struktur seiner Webseite. Das ist Anlass genug auch für mich zu schauen, was ich hier regelmäßiger verbloggen könnte.

Das sind meiner ersten Ideen:

  • Die Montagsfragen werde ich nicht weiter beantworten. Die Fragen waren mir zuletzt zu repetitiv.
  • Trotzdem werde ich versuchen zweimal Jahr "Verbrauchertipps" zu verfassen, in dem ich natürlich trotzdem gern Bücher empfehlen werde. 
  • Monatlich möchte ich zukünftig über die Highlights auf ARTE berichten, meinem Lieblingsfernsehsender. 
  • Und da man vermehrt über das bloggen soll, über das man auch lesen möchte, werde ich irgendwann eine Rubrik "Rpunkt spielt..." ins Leben rufen, in der es um Brett- und Videospiele für den geneigten Gelegenheitszocker (wie mich) geht.
Das Ende diese Selbstermutigungs- und Selbstbeleuchtungsposts möchte ich für eine kurze Danksagung nutzen: Ich freue mich über jede Rückmeldung, die mich erreicht: Egal ob als E-Mail (gelegentlich), Twitter-DMs (häufig) oder Blogkommentar (witzigerweise mit Abstand am seltensten). Ich schätze dies wirklich sehr!

Freitag, April 05, 2019

Arte.tv Empfehlungen April 2019

Ich habe mal wieder ein Arte Magazin in die Hände bekommen und freue mich schon auf folgende Programmhighlights im April.

08.04. 22:10
Benjamin Netanjahu - Der Medienprofi und die Macht 
Ein Porträt über einen der Prototypen der neuen Populisten, westlicher Prägung.

10.04. 20:15
A Most Wanted Man
Thriller mit dem unvergessenen Philip Seymour Hoffman

17.04. 20:15
Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt
Als großer Sven Regener Fan kann ich mir die Verfilmung seines vorletzten Romans nicht entgehen lassen.

21.04. 22:25
Mit Schwertern und Sandalen
Eine Kulturdoku zur Geschichte der sogenannten Sandalenfilmen

22.04. 20:15
Ihre Majestät, Mrs. Brown
Ein Biopic über Königin Victoria, gespielt von Judi Dench

28.04. 20:15
Was vom Tage übrig blieb
Ein moderner Klassiker mit Emma Thompson und Anthony Hopkins.

29.04. 20:15
Die Faust im Nacken & Marlon Brando - Der Harte und der Zarte 
Erst ein längst fälliges Rewatch, dann eine Doku, die ich noch nicht kenne

Dienstag, März 19, 2019

Openbook, das Internet, die 90er und ich

Ich erzähle gerne, wie ich 1995 als Austauschschüler in Idaho von meiner Gastmutter gefragt wurde, ob ich eine E-Mail schreiben möchte. Ich antwortete mit einem begeisterten "Ja!", bevor mir einfiel, daß ich niemanden kannte, der eine E-Mail-Adresse hatte.

Das Erlebnis ist schon etwas symptomatisch für meine Teenagerjahre: Die Präsenz des Internets machte sich in der nordostdeutschen Provinz erst ganz langsam bemerkbar. Die einzigen Fenster in die weite Welt waren für den pupertären Herrn R. das Fernsehen und der örtliche Zeitschriften- bzw. Buchhändler. Was dort nicht stattfand, existierte quasi nicht. Selbst die Cinema - die ich gern von der ersten bis zur letzten Seite las - war oft genug ausverkauft. Daneben gab es einmal ein Jahr ein Comicbuch und vielleicht mal ne Programmzeitschrift mit einem Raumschiff auf dem Cover.

Über Baseballergebnisse informierte ich mich über Videotext und freute mich, wenn einmal die Woche bei NBC eine Spiel lief, das ich - unabhängig von den präferierten Mannschaften - auf eine VHS bannte.

Als meine Schwester ihr Studium anfing, überließ sie mir gelegentlich ihren Studentenausweis, so konnte ich meine ersten Gehversuche im WWW machen. Eine Internetcafe hatte unsere Großstadt damals noch nicht.

Ich war sofort hin und weg von dem freundlichen Ort namens Internet. Egal wie weit man voneinander weg wohnte und egal was man mochte, hier fand man Gleichgesinnte. Man loggte sich in Foren ein, erstellte Webseiten bei Geocities oder schrieb sich sehr lange E-Mails.

Warum mir das gerade jetzt wieder einfällt? 

Letztes Jahr unterstütze ich die Kickstarter-Kampagne von Openbook, eine open-source Alternative zu anderen Social Media Plattformen. Seit Sonntag gehöre ich zu den Testern der Alpha und momentan ist die Community noch so klein und freundlich, daß ich sofort ein 90er Jahre Flashback hatte.



Openbook ist irgendwas zwischen G+, Reddit und facebook. Total werbefrei und ohne störende Algorithmen kann man einerseits in seine Profiltimeline/Circle posten, andererseits auch in Communities. Der bekannte Effekt von neuen Plattformen, daß man also erst mal den bekannten Nasen folgt und sich dann langweilt, entfällt hier.

Wird Openbook der nächste, große Sch*iß? Ich bezweifele es, aber wenn die Community auf ein für die Betreiber wirtschaftlich rentables Niveau wächst, reicht es meiner Meinung nach auch. Wenige, aktive Mitglieder sind mir lieber als Facebook, wo die Nachbarin meiner Schwiegermutter gerne mit mir befreundend sein möchte, sie aber nie etwas postet und ich nie etwas mit ihr teilen möchte. Ich möchte nicht nur passiv lesen, sondern interessante Tipps - Bücher, Artikel, Musik, Filme etc. - von anderen erhalten und mich mit ihnen darüber austauschen...

Momentan ist Openbook ein Riesenspaß für mich. Ich wünschte, es würde so bleiben.