„Was ist das letzte Buch, das du gelesen hast, was liest du momentan und welches Buch steht dieses Jahr auf jeden Fall noch auf deiner Leseliste? Wieso?“ Ausgelesen habe ich gerade "Unserer kleine Stadt*". Irgendwie gab es mit dem Stück immer wieder Berührungspunkte in der Vergangenheit, ohne daß ich es je gesehen oder gelesen hätte. Höchste Zeit also, diese Bildungslücke zu schließen. Ich fühlte mich gut unterhalten und hatte anschließend noch genügend Fragen im Kopf um ein bißchen länger über Herrn Wilders Worte nachzudenken.
Inzwischen hat mein innerer Nerd übernommen und ich lese "Star Trek Federation: The First 150 Years*". Es ist quasi eine Ersatzdroge bis die neue Star Trek Serie um Jean-Luc Picard an den Start geht. (Bei Discovery habe ich ja nach wie vor Störgefühle.) Mein Zwischenfazit lautet: Der wäre noch mehr gegangen, v.a. was die Illustrationen angeht. Es sieht alles eher nach Fanart aus.
Als nächstes ist dann Sherlock* dran, der seit 4(!) Jahren auf meinem Lesestapel liegt. Höchste Zeit ihn zu erlösen...
Die heutige Montagsfrage lautet: Gab es schon einmal einen auf einem Buch basierten Film, den du besser fandest als das Buch?
"Aber natürlich!", lautet meine Antwort auf die Frage, die auf den alten Mythos "Das Buch ist immer besser als der Film." anspielt. Ich erinnere mich zum Beispiel mit Grauen an Winston Grooms Vorlage* für Forrest Gump und weigere mich auch nur ein Wort über dieses Buch zu verlieren.
Die Verfilmung hingegen ist bestes Popcornkino. Und wenn ich heute etwas mehr Zeit hätte, würde ich jetzt ein Loblied auf Robert Zemeckis anstimmen...
Ich gehöre nicht zu den enthusiastischsten Lesern von Biografien, trotzdem füllen diese einen kleinen Bereich in meiner "Bibliothek". In diesem Jahr las ich bisher die beiden Biografien von Flake und die von Gregor Gysi mit ganz unterschiedlichen Befunden.
Beiden Bücher von Rammstein-Keyboarder Flake waren persönlich, interessant und sehr unterhaltsam, allerdings leider etwas redundant, wenn man beide Autobiographien hintereinander liest. Das erste ("Der Tastenficker*") war etwas tiefer gehender und interessanter, während das zweite ("Heute hat die Welt Geburtstag"*) deutlich besser strukturiert und lektoriert war. Trotzdem haben beide Bände Spaß gemacht, auch wenn man mit der Musik wenig anfangen kann, wie ich.
Die Autobiographie "Ein Leben ist zu wenig*" von Gregor Gysi versprüht nicht den Charme und Witz, den man von einem der talentiertesten Redner im Bundestag kennt. Auch der historische oder politische Erkenntnisgewinn hält sich nach der Lektüre in Grenzen. Man hat das Gefühl, Gysi erzählte die ganze Zeit mit "angezogener Handbremse". Es ist kein schlechtes Buch, aber sein selbst gewähltes Credo war sicherlich hinderlich dabei, diese Autobiographie zu etwas Außergewöhnlichem zu machen: "Ich habe beim Schreiben dieses Buches versucht, möglichst persönlich zu werden, ohne privat zu ein." Auf meiner Leseliste fürs nächste Jahr stehen noch die Biographien von Alexander von Humboldt* und Fritz Bauer*.
Die heutige Montagsfrage lautet: "Ordnest du deinen Bücherschrank oder geht bei dir alles kreuz und quer?"
Wenn man aus einem Bibliothekarinnenhaushalt kommt, stellt sich eigentlich nur die Frage, WELCHES Ordnungssystem man benutzt. Größte Sympathie habe ich für die Idee aus "High Fidelity*, die in der Praxis aber dann doch etwas unkomfortabel ist.
Für die Regensburger Klassifikation - von Frau Mama früher auch gerne scherzhaft "Rügenwalder" genannt - bin ich weder nerdig noch gelangweilt genug.
Also habe ich die zwei Regale mit Fachliteratur grob thematisch sortiert so stehen etwa Nachschlagewerke, Theorie, Fachgeschichte jeweils zusammen. Ähnlich halte ich es mit der Belletristik. Auch hier gibt es eine Grobgliederung nach Kinder- und Jugendliteratur, Biographien, Klassiker, Sci-Fi usw. Des weiteren habe ich nur die Regeln, daß die Bücher eines Autors/einer Autorin zusammenstehen und ich es vermeide, Bücher zweireihig zu stellen. Es soll keinen Zweifel für mich geben, wo ein ausgelesenes Buch abzustellen ist bzw. wo man eine bestimmte Lektüre finden kann. Zudem benutze ich Endnote um eine Liste alle meiner Bücher zu pflegen. Das ist auch ganz praktisch, denn wegen der Kinder mußte wir einiges Lesematerial auf den Boden auslagern und manchmal vergißt man dann halt doch, was man besitzt. Auch von Bücherschenkenden hörte ich nur gutes darüber, daß man auf meiner Webseite nachschlagen kann, was ich schon so habe.
Total ungeordnet sind nur meine Lesestapel. Denn Dinge suchen, macht mich wahnsinnig!
Oh, war das ein betriebsames Jahr! Ein guter Anlaß für ein bißchen Reflektion und Jahresabschlußgedanken. (Und nebenbei werde ich noch ein paar #Bestof2018 einflechten, wie der Herr Kowski es so schön vorgemacht hat.)
Beruflich gab es auch ein paar Veränderungen. Meine hochqualifizierte, liebe und trotzdem total unterschätze, Lieblingskollegin wechselte in den (direkten) Staatsdienst, wo es ihr viel besser ergeht. Allerdings hatte dies nicht nur hängende Ohren bei mir zur Folge, sondern beinhaltet auch, daß ich momentan 1 1/2 Stelle bekleide und das mit wenig Hoffnung auf kurzfriste Abhilfe, denn der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Mal davon abgesehen, daß es Menschen im "Mangement" gibt, die diesen Umstand nicht als Problem ansehen.
Natürlich hatten die neuen privaten und beruflichen Herausforderungen auch Auswirkungen auf die Hobbies: wir waren quasi nicht im Kino, auch Netflix blieb kalt. Freunde sahen uns eher selten und auch ehrenamtlich fand ich 2018 nicht statt. Aber das sind hoffentlich alles nur temporäre Erscheinungen.
Ein bißchen lesen konnte ich in diesem Jahr dann doch. Ich hatte viel Spaß mit Erich Kästner*, Graham Norton* und Flake*. (Ein bißchen ausführlicher berichtete ich bei der Montagsfrage.) Dank Herr Kowski (Ja, der Mann ist zuletzt für einige coole Dinge in meinem Leben verantwortlich.) schaute ich zudem regelmäßig bei Comixology vorbei. Ich stehe ja nicht so Marvel und DC-Comics, ich habe einfach keinen Nerv mich in den 28sten Reboot einer Figur einzulesen, fand aber trotzdem einige "Bildergeschichten", die mich sehr unterhalten haben. Nennen möchte ich an diser Stelle "The Wild Storm" und auch die ersten zwei der TNG-Mirror-Universum-Serien (die dritte liegt noch auf meinen virtuellen Lesestapel).
Zudem habe ich zuletzt vermehrt vorgelesen, ich werde im nächsten Jahr mal im Elternblog über meine Favoriten schreiben. 2018 war auch das Jahr, in dem ich meine eReader-Skepsis abgelegt habe. Zum Geburtstag bekam ich einen neuen Kindle Paperwhite*, der mein altes Modell ersetzte. Ein dickes Pro ist definitiv der beleuchtete Bildschirmund auch die Touchscreeneingabe hat Vorteile, aber ich vermisse auch die Vor-und-Zurück-Tasten an den Seiten. Die hätten man gern beibehalten dürfen.
Gespielt wurde zuletzt leider auch weniger. T.I.M.E. Stories liegt nach wie vor ungeöffnet bei mir rum, genau so wie Machi Koro, das ich zum Geburtstag bekam. Viel Spaß hatten wir aber im Frühjahr mit einem Exit-Game* und AZUL. Und da ich gerne auch rundenbasierte "Vollpreis"titel auf dem Telefon spiele, gab ich Concrete Jungle eine Chance und hatte damit viele schöne Stunden, v.a. wartenderweise im Krankenhaus.
Auf die Ohren gab es weniger Podcasts. Es gab einfach weniger ungestörte Zeit und wenn sie doch da war, mußten ein paar Dinge durchdacht oder die Ruhe genossen werden. Also habe ich nicht wirklich neue Musik für mich entdeckt und außer dem Zeitzeichen nichts regelmäßig durchgehört. Alternativ erfolgte dann eher der Griff zum Buch oder dem eReader.
Zufrieden und auch etwas überrascht bin ich mit meinem Schreibpensum: Die anvisierten 100 Blogbeiträgen habe ich - trotz der Zwangspause im Sommer - fast geschafft habe. Etwas mit dem ich nicht mehr gerechnet hätte. Neujahrsvorsätze können manchmal doch funktionieren! Über den Output hier und im Legoblog bin ich zu frieden. Das Elternblog haben wir leider viel zu sehr vernachlässigt, wohl auch, weil ich den Podcastblog relativ häufig bedienen mußte/konnte/wollte. Mal sehen, ob ich mir bei letzterem Hilfe hole, denn die Reichweite ist so hoch, daß ich ihn nicht einschlafen lassen möchte. Auch weil die Community sehr nett ist und die A-Links mir monatlich ein kleines Taschengeld einbringen. (Man sollte das aber nicht gegen die Arbeitsstunden rechnen, dann muß man weinen. ;) Trotzdem wird alles natürlich ordnugsgemäß versteuert. Wozu so ein Gewerbeschein mit der Eintragung "Internetdienstleistungen" doch alles gut ist!
Dank der Herren Merlin und Kowski bin ich auch ein ganzes Stück mit dem Kinderbuch vorangekommen. Ich bin mir sicher: 2019 werde ich es fertig bekommen und mindestens einen Blogpost mehr verfassen als in diesem Jahr. Und damit das alles zeitlich klappt, möchte ich meine Freizeit effektiv nutzen und weiterhin sehr selektiv bei Büchern, Filmen, Podcasts und Co. sein. So hat man nämlich auch immer das Gefühl, nur da beste, spannendste und inspirierendste zu konsumieren.
Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch! Wir lesen uns!
Das Buch ist für wahre Krimifans wahrscheinlich zu seicht und nicht schockierend genug. Ich hingegen mochte, wie die Handlung langsam dahinplätscherte und sich über die Charaktere entwickelte. Es ist sicherlich kein Shakespeare, aber trotzdem gute Unterhaltung.
"Was ist dein ultimativer Trick, um mehr und regelmäßiger zu lesen?"
Hach, wie gern hätte ich ne Lösung für das Problem. Anstatt dessen wächst mein "Pile of Shame", oder wie Merlin es neulich so schön nannte "Pile of Anticaption":
Wieso heißt es eigentlich »Pile of Shame«? Was ist denn daran eine Schande, noch viele, hoffentlich gute Bücher vor sich zu haben? Lasst uns das Framing ändern und es zukünftig als »Pile of Vorfreude« bezeichnen! https://t.co/oWSLWmCV1V
Eigentlich habe ich nur drei Maßnahmen - mit druchwachsenem Erfolg - für mehr verarbeiteten Lesestoff getroffen:
(1) Am Jahresanfang habe ich mir bei GoodReads ein Pensum gesetzt, daß ich versuche "abzuarbeiten" ohne das dies in Stress ausartet.
(2) Ich bin bei der Wahl der Bücher viel selektiver als früher. Denn wenn ich nur die Bücher lese, auf die ich wirklich heiß bin, lese ich vielleicht schneller bzw. mehr.
(3) Ich versuche konsequent Bücher "auszulesen" und nicht fünf Bände gleichzeitig. Hierbei versage ich aber regelmäßig.
Es ist zwar nicht mehr Montag, aber immerhin auch ein Wochentag mit "M". Warum also nicht noch schnell die "heutige" Frage beantworten:
"Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?"
"Rezension" ist vielleicht etwas hochtrabend für die kurzen Einschätzungen, die ich - früher im Blog und auf Lovelybooks, heute bei Goodreads - im Internet festhalte, aber ja, jedes Buch, das ich gelesen habe, bekommt eine kurze Bewertung. Denn obwohl ich, wie der Herr Kowski, ordentlich vorfiltere, gibt es doch ab und zu etwas, was ich ganz schrecklich finde. In diesem Jahr ist mir etwa "Dienstags bei Morrie*" in außerordentlich schlechter Erinnerung geblieben.
Ein netter Nebeneffekt ist, daß solche Listen auch eine toller Erinnerungsstüze für einen selbst sind, z.B. wenn man ein gutes Buch als schnelles Geschenk sucht. (An dieser Stelle fiel mir zum ersten Mal ein, daß man vielleicht bestimmten Menschen im Umfeld auch einfach super schlechte Bücher schenken könnte...)
Mittlerweile führe ich sogar über die Kinderbücher "Protokoll", vielleicht folgen auch irgendwann mal eine "Sammelempfehlung" im vernachlässigten Elternblog.
Insgesamt betrachtet ist meine Leseliste ein sehr bunter Haufen, da ich selbst meine gelegentlichen Ausflüge in die Comicwelt - zuletzt las ich mich ein bißchen in Spirou ein - dort verzeichnet sind.
P.S. Für Filmrezensionen verwende ich übrigens Letterboxd. Auch ganz nett!
Grusel ist ja nicht mein Genre, trotzdem tippe ich hier trotzdem mal kurz den Klassiker "Der Hund der Baskervilles*". Ein Buch, das man gern alle 10 Jahre mal lesen kann.
Ja! Denn wir haben eine wunderbare öffentliche Bibliothek: Nettes Personal, ein kleines aber feines Sortiment und angenehme Öffnungszeiten (samstags!). Entleihen tue ich v.a. Fachliteratur (Stadtgeschichte), online oder fürs Kind. Also eher Dinge, die ich nicht kaufen würde (da ich sie nur einmal lese) oder kann (Fachliteratur ist manchmal schweineteuer oder auch einfach vergriffen).
Kurz: Nein. Allerdings gibt es Genres die ich einfach links liegen lasse. Das gilt bei mir z. B. auch für Filme etc. Um so älter ich werde, desto selektiver werde ich. Und mir tut es nur bedingt leid um all die Vampire, Monster, Kriminalistinnen, Elben und Ratgeberschreiber.
Die heutige Sonntagsfrage lautet:Ist Hörbuch-Hören für dich mit ’klassischem’ Lesen gleichzusetzen? Oder ist beides für dich grundverschieden?
Ich muß sagen, ich finde die Frage etwas schräg. Wenn ich eine schlechte Faust-Aufführung sehe, wird die literarische Vorlage nicht schlechter. Ich glaube, das ist ein Umstand, den ein "geschulter" Leser problemlos erkennt. Umgekehrt wird aus einen furchtbaren Buch auch kein Meisterwerk, selbst wenn es Stephen Fry oder Otto Mellies einlesen.
Ich höre eine handvoll Podcasts - am liebsten das Zeitzeichen - und zusätzlich vielleicht ein bis zwei Hörbücher pro Jahr. Sie sind dabei immer Begleitmedium, v.a. beim Kochen und Putzen. Es muß sich dabei bei mir aber um ungekürzte Ausgaben handeln. Hörspiele kommen mir nur ganz, ganz selten auf die Ohren. (Für Karl May mache ich da mal ne Ausnahme.) Besonders gerne höre ich Autorenlesungen. Ganz vorne dabei sind hier die Bücher von Sven Regener, wie z. B. Neue Vahr Süd*. (Ich könnte dem Mann tagelang zuhören und tue es auch.)
"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."