Manchmal bin ich noch sehr froh über meine Studienwahl im Jahre 1998. In Coronazeiten etwa fand ich meinen Magisterabschluß in Geschichte sehr nützlich als ich unser iPad der 2. Generation (Baujahr 2011) wieder in Betrieb nehmen mußte.
Meine Mission klang relativ simple: Installation der gängigen Streamingdienste um einen Mulitmediaeinsatz zu ermöglichen.
Die erste Hürde galt es schon beim Zugriff auf den App-Store: Das Betriebssystem war so alt, daß es die 2-Faktoren-Authentifizierung nicht unterstützte. Deaktivieren kann man diese allerdings gar nicht mehr. (WTF, Apple. Es nervt übrigens auch, daß man den b*schissenen Bestätigungscode immer wieder eingeben muß, wenn man seine Notizen in der iCloud abwechselnd an zwei verschiedenen Notebooks im Browser lesen möchte.) Ich spekulierte ein wenig darauf, daß Apple die gleiche Lösung wie Amazon beim Kindle benutzt hatte und bekam recht: Einfach an das bekannte Password den Bestätigungscode heranhängen funktionierte.
Die nächste Ernüchterung gab es dann aber schon beim Downloaden der Apps. Immer wieder hieß es "Ihr Gerät ist zu alt.". Man beachte: Das funktionierende Gerät, nicht das Betriebsystem! Im Internet fand ich allerdings einen schönen Workaround. Wenn man auf die gekauften Apps geht, kann man tatsächlich von dort, die jeweils letzte Version der Software doch installieren. Das funktionierte bei Netflix, Spotify und Co. hervorragend. Wenn man neue Apps braucht, kauft man diese also einfach über ein anderes Gerät und installiert sie dann über diesen Weg. Umständlich, aber funktionabel. Wie leider vieles heutzutage bei Apple.
So, und jetzt gehe ich mal ein anderes 30-Pol-Kabel suchen, das alte hat einen Wackelkontakt...
Die Echtzeitsimulation dürfte die Älteren unter uns vielleicht an die ersten Commmand & Conquer-Titel erinnern dürfte. Das Alleinstellungsmerkmal von zCube sind dabei aber keine riesengroße Karten, sondern ein Würfel auf dem sich die ganze "Welt" befindet und interessante Strategien ermöglicht. Als Spielmodi stehen eine offene Welt (Custom Game) und Missionen (Missions) zur Auswahl.
Leider sind weder die 24 Missionen in drei Schwierigkeitsstufen, noch die offene Welt besonders herausfordernd. Die AI ist einfach zu schwach und der Technologiebaum viel zu klein und monoton. Einsteiger in das Genre haben vielleicht etwas länger Freude an dem Spiel als ich. Fortgeschrittene Spieler dürften sich, auch aufgrund des fehlenden Online-Modus, schnell langweilen. Wobei drei bis vier Stunden entspannter Spielspaß für 1,09€ nun auch wirklich nicht zu teuer sind.
Seit anderthalb Jahrzehnten bewege ich mich in der EU-Blase
und ich bin sehr froh, daß meine Reisetätigkeit nicht mehr so intensiv ist, wie
in den ersten Jahren. Denn wenn man ehrlich ist, gibt es wenig Unterschiede
zwischen einer Dienstreise nach Bad Oldesloe oder nach Bratislava: Man sieht
meist nur den Bahnhof (respektive Flughafen), die Konferenzräume, das Hotelzimmer
und ein Restaurant am Abend.
Gelegentlich braucht man aber nicht zu jammern und man hat
tatsächlich noch die Chance einen Tag lang die Stadt zu erkunden. So erging es mir
kürzlich bei einer Dienstreise nach Helsinki und ich freute mich sehr, war mein
letzter Stadtbummel in der finnischen Hauptstadt doch schon wieder einige Jahre
her. Und der Standort meines Hotels direkt zwischen zwei Mumin-Shops führte –
trotz anfänglicher Befürchtungen – nicht zu meiner ganz persönlichen
Privatinsolvenz.
Zuerst besuchte ich Oodi, Helsinkis neue Zentralbiblothek, die
im Dezember 2018 eröffnet wurde. Seitdem strömten mehr als 2,5 Millionen
Besucher durch die Hallen, was mehr als 10.000 Personen pro Tag entspricht. Und
ja, das Gebäude ist wirklich gut frequentiert, wirkt aber nie überfüllt.
Ich war
begeistert. Ein Land kann stolz auf sich sein, wenn es solche Horte des Wissens hat!
Obwohl Bibliotheken von jeher zu meinen Lieblingsorten gehören, habe ich mich selten in
einer so geborgen gefühlt. Die Idee der Auftraggeber und der Architekten war
es, anläßlich des 100. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit, das erweiterte
Wohnzimmer der Einwohner von Helsinki zu werden und einen Ort der Begegnung zu
schaffen. Das ist gelungen! Auch zu später Stunden waren alle Bereiche des
Hauses gut gefüllt und diese umfassen nicht nur Bücherspeicher und Lesesäle,
sondern auch Meetingräume und einen riesigen Maker Space mit Nähmaschinen, Lasercuttern,
Plotter und 3D-Drucker. Auch VR-Stationen , Übungsräume für Bands, eine
Showküche und Räume für Videospiele stehen bereit. Es handelt sich um einen wunderbaren Ort an
dem man sich wohl führt, ein schönes Gebäude innen und außen.
Am folgenden Morgen besuchte ich das Amos Rex, das Museum
für bildende Kunst welches sich unterhalb (!) des Lasipalatsi Platzes befindet.
Zuerst befürchtete ich dunkle Katakombenatmosphäre aber die großen
Deckenöffnungen lassen genug Licht hinein, um alle Bedenken wegzuwischen. (Na
gut, der finnische Winter ist eh immer dunkel.) In einem Nebenraum befand sich
die Dauerausstellung der Sigurd Frosterus Sammlung, welches alleine sicherlich
nur Kennern einen Grund gibt, diesen Ort zu besuchen. Anders verhält es sich
mit der Birger Carlstedt Retrospektive mit dem Namen „The Golden Cat“, welche
absolut beeindruckend ist. Eine besondere Atmosphäre wird dadurch erzeugt, daß
ein Klavierkonzert von France Ellegaard in einer Schleife den Raum beschallt.
(Ja, muß man mögen. Und ich mochte es.) Neben den Werken von Malereien von Carlsted
waren auch entwürfe für Kostüme und
Bühnenbilder zu sehen, Zeichenutensilien, Studien und Skulpturen. Definitiv
eine Empfehlung für generell Kunstinteressierte.
In besonderer Erinnerung bleibt mir auch ein digitales Kunstwerk namens Ensovon Teamlab, das man sich am besten als mannshohen, rotierenden, räumlichen
Tintenklecks vorstellt, der sich langsam auflöst.
"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."