Freitag, Juni 12, 2020

Rpunkt kann nicht zeichnen... (möchte es aber lernen) - Teil 1

Mein persönliches Motto habe ich mir von Berlin geborgt. Es lautet: Ich kann alles, nur nichts richtig.

Wobei das auch nicht ganz stimmt. Während ich mich - beruflich wie privat - durch das Anlesen bestimmter Dinge fröhlich durch Leben deletiere, gibt es mindestens eine Sache in der ich ein Totalversager bin: Dem Zeichnen.

Der elterlichen Erzählung nach wurde mir diesbezüglich schon im Kindergarten absolute Talentfreiheit bescheinigt. Auch in der Schule hatte ich am Kunstunterricht wenig bis keine Freude. Kein Wunder: Wir erlernten nie irgendwelche Techniken oder beschäftigten uns mit Kunstgeschichte oder ähnlichem. In 10 von 12 Schuljahren - zum Abitur hin hatte ich das Fach abgewählt - sah der Unterricht so aus: Die Lehrkraft betrat den Raum und sagte: "Wir malen jetzt mit Tinte und Feder eine Herbstlandschaft." Und dann malten wir fünf Wochen lang mit Tinte und Feder eine Herbstlandschaft, während die Fachkraft ein Buch las oder Monologe über Lady Di hielt.

Ich kann mich auch nicht erinnern, mal irgendwas außerhalb des Klassenzimmers gezeichnet zu haben, obwohl mein Vater z.B. bis heute hobbymäßig malt. Nur zum Fotoaparat griff ich seit der Teenagerzeit viel und gerne und auch in Sachen Bildbearbeitung (und ein bißchen Grafikdesign) bin ich nun schon ein paar Jahrzehnte unterwegs, ansonsten war mir aber der Text immer näher als das Bild.

Eine kleine Grafik hier und da war bisher das Höchste der Gefühle

Vor nicht allzu langer Zeit entwickelte sich dann allerdings bei mir doch der Wunsch mal ein Schwein oder ein Haus zeichnen zu können, ohne daß der Betrachter (oder die Betrachterin) vor Mitleid anfangen würde zu weinen. Und ja, wahrscheinlich hatte dieser Wunsch auch mit der Ankunft des Nachwuchses zu tun, auf jeden Fall fing ich irgendwann damit an, Tiere zu malen, die dann auf einem Plakat über dem Wickeltisch endeten.

"Figürliches" Zeichnen, die allerersten Gehversuche
Verstärkt wurde meine Motivation durch die von der wunderbaren Kiki ausgerufene Aktion zum  #bingecreating, hinter der die Aufforderung stand, lieber regelmäßig Dinge zu erschaffen und nicht nur zu konsumieren.

Wie schon bei dem Tierposter verwendete ich hierbei meinen Finger und die tolle iOS-App Tayasui Sketches.


Und während ich da so vor mich hinschmierte, lernte ich tatsächlich drei simple Dinge, die mir vorher nicht bewußt waren. Etwas, daß man mir eigentlich schon in der Grundschule hätte vermitteln sollen:

Erstens: Umso mehr man zeichnet, desto besser wird man. (Das gilt auch für talentfreie Nasen wir mich.)

Zweitens: Sich anzuschauen, wie andere Zeichnen, ist kein dummes Plagiieren, sondern lernen. Man kopiert ja auch nicht Yotam Ottolenghi, wenn man seine Rezepte nachkocht und anschließend anfängt zu variieren.

Drittens: Man darf auf zeichnen, auch wenn man darin schecht darin ist. Ich singe ja auch zum Spaß, obwohl ich dabei meistens eher wie Helge Schneider klinge als wie Luciano Pavarotti.

>>> Fortsetzung folgt in Teil 2

Mittwoch, Juni 10, 2020

Tipp: Neue Apps auf altem iPad

Manchmal bin ich noch sehr froh über meine Studienwahl im Jahre 1998. In Coronazeiten etwa fand ich meinen Magisterabschluß in Geschichte sehr nützlich als ich unser iPad der 2. Generation (Baujahr 2011) wieder in Betrieb nehmen mußte.

Meine Mission klang relativ simple: Installation der gängigen Streamingdienste um einen Mulitmediaeinsatz zu ermöglichen. 

Die erste Hürde galt es schon beim Zugriff auf den App-Store: Das Betriebssystem war so alt, daß es die 2-Faktoren-Authentifizierung nicht unterstützte. Deaktivieren kann man diese allerdings gar nicht mehr. (WTF, Apple. Es nervt übrigens auch, daß man den b*schissenen Bestätigungscode immer wieder eingeben muß, wenn man seine Notizen in der iCloud abwechselnd an zwei verschiedenen Notebooks im Browser lesen möchte.) Ich spekulierte ein wenig darauf, daß Apple die gleiche Lösung wie Amazon beim Kindle benutzt hatte und bekam recht: Einfach an das bekannte Password den Bestätigungscode heranhängen funktionierte.

Die nächste Ernüchterung gab es dann aber schon beim Downloaden der Apps. Immer wieder hieß es "Ihr Gerät ist zu alt.". Man beachte: Das funktionierende Gerät, nicht das Betriebsystem! Im Internet fand ich allerdings einen schönen Workaround. Wenn man auf die gekauften Apps geht, kann man tatsächlich von dort, die jeweils letzte Version der Software doch installieren. Das funktionierte bei Netflix, Spotify und Co. hervorragend. Wenn man neue Apps braucht, kauft man diese also einfach über ein anderes Gerät und installiert sie dann über diesen Weg. Umständlich, aber funktionabel. Wie leider vieles heutzutage bei Apple.

So, und jetzt gehe ich mal ein anderes 30-Pol-Kabel suchen, das alte hat einen Wackelkontakt...

Montag, März 30, 2020

Rpunkt spielt... zCube (iOS)

Tja, auch unterwegs mit dem iPhone haben es mir Strategietitel angetan. Daher installierte ich kürzlich zCube (iOS, 1,09€)

Die Echtzeitsimulation dürfte die Älteren unter uns vielleicht an die ersten Commmand & Conquer-Titel erinnern dürfte. Das Alleinstellungsmerkmal von zCube sind dabei aber keine riesengroße Karten, sondern ein Würfel auf dem sich die ganze "Welt" befindet und interessante Strategien ermöglicht. Als Spielmodi stehen eine offene Welt (Custom Game) und Missionen (Missions) zur Auswahl.

Leider sind weder die 24 Missionen in drei Schwierigkeitsstufen, noch die offene Welt besonders herausfordernd. Die AI ist einfach zu schwach und der Technologiebaum viel zu klein und monoton. Einsteiger in das Genre haben vielleicht etwas länger Freude an dem Spiel als ich. Fortgeschrittene Spieler dürften sich, auch aufgrund des fehlenden Online-Modus, schnell langweilen. Wobei drei bis vier Stunden entspannter Spielspaß für 1,09€ nun auch wirklich nicht zu teuer sind.