Mittwoch, Juni 09, 2021

Woche 21/2021 - Plattdeutsch, Nolans Batman, Lyle Lovett & Das unsichtbare Raumschiff

Nachgedacht

Früher hörte man in der Stadt noch öft Plattdütsch. Mittlerweile ist die letzte Generation, die Platt noch als Muttersprache hat, fast aus dem alltäglichen Leben verschwunden. Sie verbringt den Lebensabend nicht mehr unbedingt im öffentlichen Leben. Im ehemaligen Fischerdorf am Meer gab es in meinen Kinder- und Jugendjahren immer Menschen, die etwa auf dem Markt oder im Fotofachgeschäft nur so mit ortsansäßigen Kunden und Touristen sprach. Mir fehlt das. Der Dialekt wird sicherlich bleiben, aber die Sprache an sich stirbt gerade aus.

Geschaut

Ich habe mit zehn Jahren Abstand den ersten Nolan-Batman noch einmal geschaut. Die erst 1/3 mit dem Kalenderblattgeschwarfel von Liam Neeson sind schon ziemlich lahm, der Rest des Film ist dann aber schon ganz okay. 

Ich glaube ja, daß die Nolan-Reihe aus zwei Gründen so hochgejubelt wurde: (1) Gab es vorher kaum vernüpftige Comic-Verfilmungen (Ja, ja. Sin City und die Burton-Fledermausfilme...) (2) War der zweite Teil dieser Reihe ziemlich gelungen. 

Den dritten Teil fand ich ziemlich überfrachtet und aufgebläht. Aber vielleicht lag es auch an der Auflösung. Wir sahen den Streifen im damals größten IMAX der Welt in Sydney. Die Bildschirmdiagonale war 35x29 m und wir saßen in der ersten Reihe. 

Gehört 

Lyle Lovett hat sich irgendwie wieder in meine Playliste reinrotiert. Im Juli 2011 hatte ich das vergnügen ihn in Hamburg live zu sehen. Vollgepumpt mit Ibuprofen erlebte ich das vielleicht beste Konzert, das ich jemals gesehen habe. (Knapp dahinter sind bei mir die Kings of Leon angesiedelt, die ihre Programm, wie auf der Platte runterspielten. Unglaublich. Und Hugh Laurie war auch gut. Und Sting mit und ohne Paul Simon und Gröni mit seiner "Bleibt alles anders"-Scheibe und....)


Gelesen 

Im Comicbuchladen meines Vertrauens habe ich "Das unsichtbare Raumschiff" entdeckt. Eine kurze, sehr humoristische, Sci-Fi Geschichte um ein - Trommelwirbel! - unsichtbares Raumschiff. So setzt man witzige Anfangsideen um: konsequent, liebevoll und mit einem wachen Auge dafür, wann der Plot auserzählt ist. 

Mittwoch, Juni 02, 2021

Woche 20/2021 - Re:Publica, Fußball, Captain Berlin und Twin

Die Woche 20 war von zwei Großbveranstaltungen geprägt, die unterschiedlicher nicht sein konnten. 

Zuerst erfreute ich mich an der Re:Publica und das natürlich das zweite Jahr in Folge online. Gern schmiss ich für mein Ticket ein paar Euro in den Klingelbeutel. Es ist so wichtig, daß dieses Event "überlebt". Schön war es, ein paar bekannte Gesichter, wie das vom Nuf und von Marcus Richter zu sehen, aber irgendwie fehlten mir in diesem Jahr die wirklich spannenden Vorträge. Die #RP war für mich immer ein Platz der Inspiration und des Austauschs und diesmal war alles so problembehaftet und coronafixiert... Ich hoffe, es ist nächstes Jahr wieder anders und ich schaffe es nach Berlin. Und dann war noch das Danger Dan-Konzert am Abend. Schon deshalb hatte sich der Ticketkauf gelohnt.


Die zweite Großveranstaltung an der ich teilnahm, war ein Fußballspiel meines örtlichen Herzensverein. Fast auf den Tag 30 Jahre nachdem mein Schwesterherz mich zum ersten Mal mit ins Stadion genommen hatte. Damals wurde noch DDR-Oberliga-Fußball gespielt. Es war schon sehr seltsam in einem viertelleeren, aber sich trotzdem irgendwie voll anfühlenden, Stadion zu sein. Die Stimmung war großartig und ich hatte es noch nie, daß ich für Stadionwurst bzw. Pipipause nicht anstehen mußte. Wobei 1997 als "wir" in der 1. Runde gegen einen Bundesligisten spielten, kamen dank TV-Live-Übertragung und damals noch erfolgsverwöhntem Publikum auch nur 5.000 Leute ins Stadionrund. Apropos Stadionrund: Dies hätte nach 20 Jahren auch mal wieder eine Renovierung nötig. Man ist zwar noch nicht ganz wieder beim "Assi-Chic" der 90er Jahre angelangt, aber Sitzschalen, Toiletten etc. könnten doch mal wieder gemacht werden. Aber wenigstens gibt es noch "authentische" Fußballorte, wo nicht nur durchgestylte Events stattfinden. Man kann das auch positiv sehen. 

Mein Fazit nach beiden Großveranstaltungen: Endlich wieder normale Leute.

Gelesen
Nachdem ich beim Gratis Comic Tag 2019 (?) ein Probeheft von "Captain Berlin" ergattert hatte, habe ich mir endlich mal den ersten Sammelband der Serie zur Gemüte geführt. Worum geht es? In bester Pulp Parodie Tradition kämpt der Superheld "Captain Berlin" im und nach dem 2. Weltkrieg gegen Nazischergen. Was in einem Heft sehr unterhaltsam daherkommt, strengt über die Dauer eines ganzen Bandes dann doch etwas an. Ja, ich fühlte mich gut unterhalten, aber ein dauerhafter Freund der Reihe werde ich nicht. 

Gesehen
Ich habe mir Dir erste Folge der norwegischen Serie "Twin" in der Mediathek von der ARD angeschaut. Hauptdarsteller und Drehbuchautor ist der aus GoT bekannte Kristofer Hivju. Thema ist ein klassisches "Verwechselspiel" um sehr unterschiedliche Zwillingsbrüder. Ich konnte dem ganzen wenig abgewinnen: Die Geschichte zu bekannt und mit den Charaktere wurde ich nicht warm. Das kann durchaus an meinem ganz eigenen Geschmack liegen. Die FAZ etwa mochte die Serie bedeutend mehr. 

Gezeichnet 

Freitag, Mai 21, 2021

Woche 19/2021 - Vesto M. Slipher, Jan Böhmermann, New Super Mario Bros. U und Lyrik

Diese Woche verbrachte ich u.a. zwischen lektorierten Texten, frischen Webseiten und RBG-zu-CMYK-Umwandlungen. Ja, wir nähern uns mit großen Schritten dem Probedruck fürs #Kinderbuch. Ach, fühlt ich das gut an. :)

Und dann wurde auch noch gepodcastet. Eine gute Woche!

Gespielt

Nachdem ich mit dem Kind auf der "WiiU Super Mario 3D World" durchgespielt hatte, haben wir uns  nun an "New Super Mario Bros. U" herangewagt. Letzteres ist leider nicht so einsteigerfreundlich, wie der erstgenannte Titel. Die Multiplayerfunktion ist weniger durchdacht und es kommt viel schneller zu Frustrationen für jüngere Spieler*innen. Drei minus. 

Gesehen

Mit großen Interesse habe ich ein frisch veröffentliches laaanges Interview mit Jan Böhmermann  aus dem Jahr 2017 angesehen, der von Gregor Gysi sehr ausführlich befragt wurde. Das war eine sehr gut investierte Stunde. 

Podcast

Und dann konnte ich noch ein paar Folgen vom Zeitzeichenpodcast aufholen. So waren die Episoden zu Slipher und Friedrich Engels einfach großartig.

Gelesen

Ich bin ja absolut nicht der Lyriker, habe aber aus Gründen mal wieder in meine Gedichtbände geschaut. Die Liste meiner Favoriten ist wirklich kurz: Erich Kästner*, Robert Gernhardt*, Robert Frost*, Bert Brecht*, Jewel Kilcher*.