Mittwoch, Juni 09, 2021

Woche 22/2021 - Fuchskostüme, Star Trek: Beyond und Kunstworte

Die Woche 22 brachte erst einen Noro-Virus für die ganze Familie und dann den Sommer in den Norden. Als wir am Samstag endlich alle gesundet waren wurde angegrillt und am Sonntag folgte dann gleich drei unterschiedliche Sozialkontakte. So viele, wie seit Monaten nicht mehr. Die Coronazahlen und die steigende Zahl der Geimpften im Umkreis ließen es zu. 

Genäht 

Nachdem Fasching ausfiel, wurde in der KITA beschlossen, den Internationalen Kindertag mit Kostümen zu feiern. Das große Kind wünschte sich, ein Fuchs zu sein. Nachdem ich letztes Jahr etwas Erfahrung mit einem Dinokostüm gesammlt hatte, griff ich auch dieses Jahr zu Nadel und Faden. Für die Ohren baute ich eine Unterkonstruktion aus festem Karton, die ich auf einen Haarreifen zog. Diese wurde dann mit orangen Stoff überzogen und mit der Hand vernäht. Ein paar weiße Stoffreste wurden darauf als "Applikationen" befestigt. 

Dann rannte ich durch alle Kindergeschäfte der Innenstadt bevor ich bei Ernsting's endlich ein oranges T-Shirt für 8 Euronen schießen konnte. Darauf vernähte ich dann einen weißen Bauch und hinten bekam das Kind aus orangem und weißen Stoff einen schönen buschigen Schwanz. 

Das Ergebnis sah ziemlich gut aus. Die offensiven, sichtbaren Nähte sind ein schönes Stilmittel (um sie richtig zu verstecken, fehlen mir eh die Mittel) und v.a. die Ohren sind sehr stabil und halten intensives Bespielen stand. Mein Materialeinsatz dürfte bei 20€ gelegen haben, zudem habe ich (mit Shopping) gute vier Stunden investiert. 

Bis sich das Kind ein Kostüm aus LoR wünscht, beherrsche ich hoffentlich endlich eine Nähmaschine.


Gespielt

Zum Spielen fehlt mir momentan Zeit und Ruhe, denoch konnte ich den Highscore in "Dorfromantik" ersmals jenseits der 12.000er Marke verschieben. 

Geschaut

Auch diese Woche gab es einen Rewatch. Star Trek: Beyond war besser als ich ihn in Erinnerung hatte, obwohl einige Actionscenen, v.a. die auf dem Motorrad, nervten. Das Set-Design war auf jeden Fall um Längen besser als das von Discovery. (Die Neuinterpretation der Brücke der NCC-1701 in DISCO mal abgesehen.) Und Chris Pine ist William Shatner vom Typ schon erschreckend ähnlich. (Das sah man im letzten Wonderwoman-Film allerdings noch besser.)

Gelesen

Im Postillion gab es mal wieder wunderbar unterhalsame, eingedeutsche Begriffe. Diesmal mußte das Italienische daran glauben.

Grundsätzlich mag ich ja Kunstworte. Wenn es nach mir ginge, könnte man z.B. Computer auch "Erm" nennen (Kurzform für  "Elektronische Rechenmaschine"). Ein Notebook wäre dann ein Klapp-erm oder auch "Kerm". "Och, meine Batterie ist schon wieder fast alle und ich habe das Ladekabel für meinen Kerm vergessen!", klingt doch super. (Das muß ich vielleicht mal in eine Geschichte einbauen.)

Woche 21/2021 - Plattdeutsch, Nolans Batman, Lyle Lovett & Das unsichtbare Raumschiff

Nachgedacht

Früher hörte man in der Stadt noch öft Plattdütsch. Mittlerweile ist die letzte Generation, die Platt noch als Muttersprache hat, fast aus dem alltäglichen Leben verschwunden. Sie verbringt den Lebensabend nicht mehr unbedingt im öffentlichen Leben. Im ehemaligen Fischerdorf am Meer gab es in meinen Kinder- und Jugendjahren immer Menschen, die etwa auf dem Markt oder im Fotofachgeschäft nur so mit ortsansäßigen Kunden und Touristen sprach. Mir fehlt das. Der Dialekt wird sicherlich bleiben, aber die Sprache an sich stirbt gerade aus.

Geschaut

Ich habe mit zehn Jahren Abstand den ersten Nolan-Batman noch einmal geschaut. Die erst 1/3 mit dem Kalenderblattgeschwarfel von Liam Neeson sind schon ziemlich lahm, der Rest des Film ist dann aber schon ganz okay. 

Ich glaube ja, daß die Nolan-Reihe aus zwei Gründen so hochgejubelt wurde: (1) Gab es vorher kaum vernüpftige Comic-Verfilmungen (Ja, ja. Sin City und die Burton-Fledermausfilme...) (2) War der zweite Teil dieser Reihe ziemlich gelungen. 

Den dritten Teil fand ich ziemlich überfrachtet und aufgebläht. Aber vielleicht lag es auch an der Auflösung. Wir sahen den Streifen im damals größten IMAX der Welt in Sydney. Die Bildschirmdiagonale war 35x29 m und wir saßen in der ersten Reihe. 

Gehört 

Lyle Lovett hat sich irgendwie wieder in meine Playliste reinrotiert. Im Juli 2011 hatte ich das vergnügen ihn in Hamburg live zu sehen. Vollgepumpt mit Ibuprofen erlebte ich das vielleicht beste Konzert, das ich jemals gesehen habe. (Knapp dahinter sind bei mir die Kings of Leon angesiedelt, die ihre Programm, wie auf der Platte runterspielten. Unglaublich. Und Hugh Laurie war auch gut. Und Sting mit und ohne Paul Simon und Gröni mit seiner "Bleibt alles anders"-Scheibe und....)


Gelesen 

Im Comicbuchladen meines Vertrauens habe ich "Das unsichtbare Raumschiff" entdeckt. Eine kurze, sehr humoristische, Sci-Fi Geschichte um ein - Trommelwirbel! - unsichtbares Raumschiff. So setzt man witzige Anfangsideen um: konsequent, liebevoll und mit einem wachen Auge dafür, wann der Plot auserzählt ist. 

Mittwoch, Juni 02, 2021

Woche 20/2021 - Re:Publica, Fußball, Captain Berlin und Twin

Die Woche 20 war von zwei Großbveranstaltungen geprägt, die unterschiedlicher nicht sein konnten. 

Zuerst erfreute ich mich an der Re:Publica und das natürlich das zweite Jahr in Folge online. Gern schmiss ich für mein Ticket ein paar Euro in den Klingelbeutel. Es ist so wichtig, daß dieses Event "überlebt". Schön war es, ein paar bekannte Gesichter, wie das vom Nuf und von Marcus Richter zu sehen, aber irgendwie fehlten mir in diesem Jahr die wirklich spannenden Vorträge. Die #RP war für mich immer ein Platz der Inspiration und des Austauschs und diesmal war alles so problembehaftet und coronafixiert... Ich hoffe, es ist nächstes Jahr wieder anders und ich schaffe es nach Berlin. Und dann war noch das Danger Dan-Konzert am Abend. Schon deshalb hatte sich der Ticketkauf gelohnt.


Die zweite Großveranstaltung an der ich teilnahm, war ein Fußballspiel meines örtlichen Herzensverein. Fast auf den Tag 30 Jahre nachdem mein Schwesterherz mich zum ersten Mal mit ins Stadion genommen hatte. Damals wurde noch DDR-Oberliga-Fußball gespielt. Es war schon sehr seltsam in einem viertelleeren, aber sich trotzdem irgendwie voll anfühlenden, Stadion zu sein. Die Stimmung war großartig und ich hatte es noch nie, daß ich für Stadionwurst bzw. Pipipause nicht anstehen mußte. Wobei 1997 als "wir" in der 1. Runde gegen einen Bundesligisten spielten, kamen dank TV-Live-Übertragung und damals noch erfolgsverwöhntem Publikum auch nur 5.000 Leute ins Stadionrund. Apropos Stadionrund: Dies hätte nach 20 Jahren auch mal wieder eine Renovierung nötig. Man ist zwar noch nicht ganz wieder beim "Assi-Chic" der 90er Jahre angelangt, aber Sitzschalen, Toiletten etc. könnten doch mal wieder gemacht werden. Aber wenigstens gibt es noch "authentische" Fußballorte, wo nicht nur durchgestylte Events stattfinden. Man kann das auch positiv sehen. 

Mein Fazit nach beiden Großveranstaltungen: Endlich wieder normale Leute.

Gelesen
Nachdem ich beim Gratis Comic Tag 2019 (?) ein Probeheft von "Captain Berlin" ergattert hatte, habe ich mir endlich mal den ersten Sammelband der Serie zur Gemüte geführt. Worum geht es? In bester Pulp Parodie Tradition kämpt der Superheld "Captain Berlin" im und nach dem 2. Weltkrieg gegen Nazischergen. Was in einem Heft sehr unterhaltsam daherkommt, strengt über die Dauer eines ganzen Bandes dann doch etwas an. Ja, ich fühlte mich gut unterhalten, aber ein dauerhafter Freund der Reihe werde ich nicht. 

Gesehen
Ich habe mir Dir erste Folge der norwegischen Serie "Twin" in der Mediathek von der ARD angeschaut. Hauptdarsteller und Drehbuchautor ist der aus GoT bekannte Kristofer Hivju. Thema ist ein klassisches "Verwechselspiel" um sehr unterschiedliche Zwillingsbrüder. Ich konnte dem ganzen wenig abgewinnen: Die Geschichte zu bekannt und mit den Charaktere wurde ich nicht warm. Das kann durchaus an meinem ganz eigenen Geschmack liegen. Die FAZ etwa mochte die Serie bedeutend mehr. 

Gezeichnet