Freitag, April 10, 2026

Woche 09/2026 - Betriebssystemschmerzen und schlechter Laune

Geärgert

Bisher bin ich niemandem begegnet, der sich am 7. Februar 2009 morgens bei einer Tasse Kakao hingesetzte und als Tagesaufgabe formulierte: Heute entscheide ich mich rational für ein mobiles Betriebssystem.

In der Realität stolpert man eher in die ganze Sache hinein. Gerät gekauft, eingerichtet, fünf Apps installiert – und zack – zwei Jahrzehnte später sitzt man in einem goldenen Käfig, weil man wenig bis keinen Bock hat, seine Daten umzuziehen, Apps und Spiele neu zu kaufen oder Alternativen zu finden und neue Accounts einzurichten.

So bin ich seit Jahren bei Apple. Nicht aus Überzeugung, eher aus Trägheit, mit gelegentlichen Momenten freudiger Überzeugung. Diverse iPads im Haushalt mit einmal gekaufter Software versorgen zu können, empfinde ich als praktisch. Auch das großartige und unglaublich günstige Procreate, mit dem alle meine digitalen Zeichnungen entstehen, liebe ich innig. Vom Dateimanagement unter iOS – das sich kaum nutzerunfreundlicher gestalten ließe – bekomme ich allerdings immer noch regelmäßig schlechte Laune.

Mein größtes Ärgernis sind aber die aufgezwungenen Design- und Funktionsänderungen, die die Kalifornier regelmäßig ausrollen (ich gender das hier bewusst nicht, weil vermutlich nur Männer auf so größenwahnsinnige Sch*iße kommen). Oder man ändert einfach mal Standardeinstellungen – und das Telefon beginnt selbstständig, Apps zu deinstallieren. Nicht schlimm? Nicht, wenn man sich nicht neu einloggen muss. Dann ist es nur nervig. Richtig unerquicklich wird es, wenn die deinstallierte App schlicht nicht mehr reinstalliert wird, weil sie aus dem Store genommen wurde. Da möchte man gerne etwas anzünden. Vorzugsweise etwas in Cupertino.

Gelesen

Bleiben wir bei meiner schlechter Launen. 

Mit „Die Stadt der träumenden Bücher“ hat Moers einst eines meiner Lieblingsbücher geschrieben. Trotzdem würde ich mich nicht als Fan beschreiben, sondern als jemand, der die stets toll gestalteten, wertig daherkommenden Bücher stets schätzt, aber auch des Öfteren wenig Freude mit ihnen hat. 

 „Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte“ ist leider so ein Fall. Die Geschichten plätschern alle dahin und sind weder besonders unterhaltsam noch wirklich humorvoll. Da hilft auch das Selbstlob im Nachwort nicht. („Die extrem verdichteten Erzählungen waren nicht nur unterhaltsam, scharfsinnig, originell und humorvoll, sondern vor allen Dingen nicht moralinsauer.“) Nun ja, zumindest der letzte Punkt stimmt. Ansonsten gibt es viel Weltenbau und wenig Plot. Sehr wohlgemeinte 2 1/2 von fünf Buchlingen.

Gehört

Montag, März 23, 2026

Woche 08/2026 - Von Wildschweinen, The Weight-Covers und Muffin & Tört (zum Zweiten)

Gelesen

Kürzlich lobte ich an dieser Stelle den ersten Teil von Muffin & Tört. Die Fortsetzung "Bei den Rittern*" fällt ein bisschen hinter der Qualität des Ersten ab. V. a. wegen des – meiner Meinung nach – etwas schwächeren Plots. Trotzdem bleibt es gutes (Vor-)Lesematerial.

Gesehen

Die Asterix-Serie auf Netflix fand ich ja richtig gut. Allerdings stieß ich erst jetzt aufgrund Eurer Mastodon-(Re-)Posts auf diesen sehr unterhaltsamen Kurzfilm von Netflix France namens: Astérix & Obélix: Mission Potager. (Die Wildschweine waren doch schon immer die heimlichen Co-Stars der Comicreihe.)

Gehört

Dienstag, März 17, 2026

Woche 07/2026 - Von Wäschekörben, fliegenden Walen und einer dorfromantischen Enterprise

Manchmal sind die einfachsten Ideen so peinlich, dass ich darüber gar nicht bloggen mag. Ein bekanntes Eltern-Meme heißt: "Nichts ist im Leben ewig da. Nur der Berg mit ungewaschener Wäsche." Das ist in diesem nicht-so-anständigen Hause nicht anders. Immer wird gewaschen, aufgehängt, abgehängt und in den Schrank gepackt. (Dass in der Aufzählung "Bügeln" fehlt, ist kein Zufall.) Im Februar haben wir festgestellt, dass eine Kleinigkeit den Stress ein bisschen minimiert: ein zweiter Wäschekorb, den man nutzen kann, wenn z. B. im ersten noch saubere Wäsche zum Weglegen ist. Ich sage doch: So einfach, so peinlich.

Gelesen

Vor ungefähr vier Jahren fragte ich Flix, ob er sich vorstellen könnte, einen Roman zu schreiben. Ich mag seine Comics sehr und dachte, dass er sicherlich eine Geschichte erdenken könnte, die auch ganz ohne Bilder und Blasen auskommt. Er druckste damals ein wenig herum, aber dermaßen charmant, dass mir klar war, dass dies irgendwann ein Thema wird.

Letztes Jahr ergatterte ich eines der ersten Exemplare von "Immerland*", ein schönes, abenteuerreiches Buch mit starken "Unendliche Geschichte"-Vibes. Mir hat es Spaß gemacht, und ich kann mir vorstellen, dass die angekündigte Fortsetzung mindestens ebenso unterhaltsam wird.

Absolut parteiische und voreingenommene 5 von 5 Flugwalen


Gespielt

Es müsste ein Spiel geben. Irgendetwas zwischen Tetris und Carcassonne. Mit toller Hintergrundmusik. Rundenbasiert. Gibt es: Dorfromantik!

Und nachdem ich damit sehr viel Spaß auf dem Rechner hatte, funktioniert es auch gut auf der Switch Lite. Noch ein absoluter Kauftipp.

Geschaut

Auf meiner Festplatte oxidierte schon viel zu lange die Doku "Inside Star Trek". Dank eigenem Streamingservice habe ich mir die Reihe über die Geschichte meiner absoluten SciFi-Lieblingsreihe angeschaut. Ich war positiv überrascht, wie wenig ewig wiedergekäute Narrative dort Platz fanden und dass sogar immer wieder die Konflikte zwischen den handelnden Personen (meist) hinter der Kamera beleuchtet wurden. Davon hätte ich mir tatsächlich gern noch mehr angeschaut.