Freitag, Juli 10, 2020

Rpunkt kann nicht zeichnen... (möchte es aber lernen) - Teil 2

Kürzlich berichtete ich, wie ich begann, zum Zeichenstift zu greifen.

In der Tate Gallery findet man von mir leider immer noch nichts, aber ich merke, wie entspannend das Ganze ist und daß die Zeichnerei tatsächlich ganz langsam teil meiner Alltagsroutine wird. Anscheinend kann man im Alter nicht nur negative Angewohnheiten entwickeln.

Ich erwähnte ja schon, daß ich zunächst mit dem Finger auf dem iPad/iPhone (Tayasui Sketches) zeichnete. Mittlerweile nutze ich aber mein Lenovo Yoga mit Stift und meistens dem kostenlosen Autodesk SketchBook. Natürlich hat das Zeichnen mit Soft- und Hardware-Unterstüzung Nachteile, wie Kiki hier schön, augenzwinkernd darstellt:



Aber mir - Was ist das Gegenteil von Naturtalent? Zeichnerischen Rumpelfuß? -  gab die Möglichkeit von Strg-Z und dem Zwischenspeichern genug Selbstvertrauen, um in der Anfangszeit viel herumzuprobieren.

Und da ich gelegentlich zu Übermut und Größenwahn neige, versuchte ich mich letztes Jahr gleich an einem kleinen Büchlein, daß unsere Tochter  zum vierten Geburtstag bekam.


Das war ein anstrengendes Projekt, aber ich fand es auch sehr befriedigend mich einmal nicht nur durchs Geschriebene auszudrücken.

Seit dem Herbst nehme ich nun auch häufiger "richtige" Stifte in die Hand. Wobei ich mich langsam von dem sehr günstigen Zeichenschrott von FlyingTiger zu besseren Materialien wie einem - inzwischen innig geliebten - Platinum Füller* vorarbeite.

Als hilfreiche Anleitung empfinde ich dabei "Die große Zeichenschule" von Hans Daucher und auch den einen oder anderen Kurs bei Domestika.

Und damit mir nicht langweilig wird, bekam ich von meiner lieben Frau zu Weihnachten die nächste kreative "Zeichenaufgabe" gestellt. Für das Sketchbookproject der Brooklyn Art Library muß ich bis August ein Skizzenbuch füllen und nach NYC senden. Fortschritte könnt ihr Euch zukünftig auf einem eigenem Instagramaccount anssehen.

Und vielleicht probiere ich auch anschließend weiter dort herum und berichte gelegentlich auch mal wieder im Blog über meine Fortschritte.

Ich persönlich freue mich jedenfalls, daß ich nicht der Einzige bin, der sich auf Papier ausprobiert und grüße hiermit herzlich die #kleineKunstklasse.

Samstag, Juni 27, 2020

Stöckchen: Auf ein Bier mit...

Die famose Frisbeefee Fi hat in dieser Woche dargelegt, mit wem sie gerne mal einen trinken gehen würde. Also so rein plantonisch mit dem Fokus auf den zwischenmenschlichen Dialog. Ein sehr interessanter Gedanken finde ich und so werde ich mal dieses (nicht geworfene) Stöckchen aufnehmen und meine favorisierten Trinkgefährten benennen. Allerdings werde ich jeweils eine Dame und einen Herren anführen. Das macht das ganze noch interessanter.

Wenn eine/r der unten Genannten auch Lust haben sollte: Einfach eine Nachricht in die Kommentare und ich überprüfe dann mal meinen Terminkalender. ;)

Politikerin: Ich könnte mich schwer entscheiden, ob ich eher Madeleine Albright oder Jutta Limbach zuhören würde. Und obwohl ich nicht gerade ein großer Fan bin (aber einen großen Respekt vor ihr habe), könnte ich mir auch gut vorstellen, einen Abend lang mit der Kanzlerin zu diskutieren.




Politiker: Bis vor kurzem hätte ich wahrscheinlich Norbert Blüm gesagt, schon weil ich ihn als Typen und als soziales Gewissen der CDU mochte. Und dann die ganze Hintergrundgeschichten aus dem alten Bonn! Aber das geht nun leider nicht mehr. Daher würde ich tatsächlich Putin wählen. Aber nur, wenn er ehrlich auf meine Fragen antworten würde.

Sportlerin: Ich stelle mir einen Abend mit Martina Navratilova ziemlich interessant vor.

Sportler: Ich bin zwar ein großer Fan des olympischen Sports an sich, aber ich bleibe wohl tatsächlich beim Fußball hängen. Aber das es langweilig ist, den Mann der Stunde (Jürgen Klopp) zu nennen, obwohl er zu den unterhaltsamsten Menschen gehört, den man bei Pressekonferenzen belauschan kann, würde ich den ebenso großartigen Hans Meyer wählen.

Musikerin: Patti Smith oder vielleicht doch eher Alanis Morisette?

Musiker: Ich könnte mich nicht zwischen Paul McCartney, Herbert Grönemeyer und Flake entscheiden.

Schauspielerin: Das ist einfach: Emma Thompson. Ich würde mich sechs Stunden an meinem Wasser festhalten, konzentriert lauschen und mir dabei ganz dumm und untalentiert vorkommen. Alternative hätte ich sicherlich auch einen netten Abend mit Phoebe Waller-Bridge, aber sie ist mir sicherlich zu überdreht.

Schauspieler: Es gibt sicher begabtere Mimen, aber Tom Hanks ist so wahnsinnig sympathisch, da würde der Abend wie im Fluge vergehen.

TV Gastgeberin: Ganz klar: Elke Heidenreich. Dieser Witz, dieser Intellekt, diese Stimme, diese Kompetenz und Empathie. Einfach eine tolle Frau.

TV Gastgeber: Einen Abend über Fußballkuriositäten mit Arnd Zeigler zu quatschen wäre toll.

Autorin: Sibylle Berg oder doch JKR? Mit beiden könnte man sicherlich herausfordernde Streitgespräche führen. Eine Münze müßte entscheiden.

Autor: Meine erste Wahl wäre wohl Sven Regener. (Philip Roth weilt ja leider nicht mehr unter uns.)

Freitag, Juni 12, 2020

Rpunkt kann nicht zeichnen... (möchte es aber lernen) - Teil 1

Mein persönliches Motto habe ich mir von Berlin geborgt. Es lautet: Ich kann alles, nur nichts richtig.

Wobei das auch nicht ganz stimmt. Während ich mich - beruflich wie privat - durch das Anlesen bestimmter Dinge fröhlich durch Leben deletiere, gibt es mindestens eine Sache in der ich ein Totalversager bin: Dem Zeichnen.

Der elterlichen Erzählung nach wurde mir diesbezüglich schon im Kindergarten absolute Talentfreiheit bescheinigt. Auch in der Schule hatte ich am Kunstunterricht wenig bis keine Freude. Kein Wunder: Wir erlernten nie irgendwelche Techniken oder beschäftigten uns mit Kunstgeschichte oder ähnlichem. In 10 von 12 Schuljahren - zum Abitur hin hatte ich das Fach abgewählt - sah der Unterricht so aus: Die Lehrkraft betrat den Raum und sagte: "Wir malen jetzt mit Tinte und Feder eine Herbstlandschaft." Und dann malten wir fünf Wochen lang mit Tinte und Feder eine Herbstlandschaft, während die Fachkraft ein Buch las oder Monologe über Lady Di hielt.

Ich kann mich auch nicht erinnern, mal irgendwas außerhalb des Klassenzimmers gezeichnet zu haben, obwohl mein Vater z.B. bis heute hobbymäßig malt. Nur zum Fotoaparat griff ich seit der Teenagerzeit viel und gerne und auch in Sachen Bildbearbeitung (und ein bißchen Grafikdesign) bin ich nun schon ein paar Jahrzehnte unterwegs, ansonsten war mir aber der Text immer näher als das Bild.

Eine kleine Grafik hier und da war bisher das Höchste der Gefühle

Vor nicht allzu langer Zeit entwickelte sich dann allerdings bei mir doch der Wunsch mal ein Schwein oder ein Haus zeichnen zu können, ohne daß der Betrachter (oder die Betrachterin) vor Mitleid anfangen würde zu weinen. Und ja, wahrscheinlich hatte dieser Wunsch auch mit der Ankunft des Nachwuchses zu tun, auf jeden Fall fing ich irgendwann damit an, Tiere zu malen, die dann auf einem Plakat über dem Wickeltisch endeten.

"Figürliches" Zeichnen, die allerersten Gehversuche
Verstärkt wurde meine Motivation durch die von der wunderbaren Kiki ausgerufene Aktion zum  #bingecreating, hinter der die Aufforderung stand, lieber regelmäßig Dinge zu erschaffen und nicht nur zu konsumieren.

Wie schon bei dem Tierposter verwendete ich hierbei meinen Finger und die tolle iOS-App Tayasui Sketches.


Und während ich da so vor mich hinschmierte, lernte ich tatsächlich drei simple Dinge, die mir vorher nicht bewußt waren. Etwas, daß man mir eigentlich schon in der Grundschule hätte vermitteln sollen:

Erstens: Umso mehr man zeichnet, desto besser wird man. (Das gilt auch für talentfreie Nasen wir mich.)

Zweitens: Sich anzuschauen, wie andere Zeichnen, ist kein dummes Plagiieren, sondern lernen. Man kopiert ja auch nicht Yotam Ottolenghi, wenn man seine Rezepte nachkocht und anschließend anfängt zu variieren.

Drittens: Man darf auf zeichnen, auch wenn man darin schecht darin ist. Ich singe ja auch zum Spaß, obwohl ich dabei meistens eher wie Helge Schneider klinge als wie Luciano Pavarotti.

>>> Fortsetzung folgt in Teil 2