Samstag, Januar 21, 2023

Woche 2/2023 - Schach, Lotte, Procreate und Walter Moers

Geärgert

Normalerweise bin ich ein großer Fan von "Procreate", DEM Zeichentool für iOS. Kostengünstig, zuverlässig, endlos erweiterbar. In der Verbindung z.B. mit dem iPad von 2021 und dem Apple Pen 1 bekommt man ein absolut großartiges Tool fürs digitale Zeichnen. 

Leider mußte ich in dieser Woche schmerzlich feststellen, dass der Backupmechanismus in der App von Galerie, Pinsel und Einstellung sehr schlecht bis nicht vorhanden ist. Sehr, sehr ärgerlich. 

Ich hatte versucht einen nervigen Bug durch Neuinstallation loszuwerden - was funktionierte -, allerdings verlor ich auch eine Menge Daten. 

Gespielt 

Das große Kind (7) begeistert sich momentan für Schach. Das Schachlernprogramm "Fritz & fertig" ist zwar gelegentlich etwas altbacken und relativ teuer (fast 30€), aber trotzdem eine absolute Empfehlung von mir für alle, die das Spiel ernsthaft lernen wollen.

Gesehen

Mit viel Freude haben wir mit den Kindern den estnischen Kinderfilm "Lotte und das Geheimnis der Mondsteine" gesehen. Eine sehr schöne Geschichte mit einem anderen Erzählrythmus als amerikanische Filme. Erfrischend!

Nachgedacht

Ich glaube, ich habe im Blog noch nie eine eigene Fantheorie verbreitet. Das ist heute also eine Prämiere!

Meiner Meinung nach ist Walter Moers' "Träumenden Bücher"-Triologie ein soziologischer Versuch aufzuzeigen, wie weit Fantum und Hypes reichen können, wie leicht und unreflektiert sich Anhänger an der Nase herumführen lassen und durch jeden Feuerreifen springen. Band 1 - Die Stadt der Träumenden Bücher war einfach großartig und wurde verdient zum Bestseller. Band 2 - Das Labyrinth der Träumenden Bücher hatte Fans dann so angefixt, dass sie quasi - trotz gelegentlicher Meckerein - noch einmal das gleiche Buch kauften. Der Abschlußband "Das Schloss der Träumenden Bücher" wird seit fast 10 Jahren angekündigt und wird nie erscheinen. Da er nie geschrieben wurde. Und die Fans werden ihn trotzdem herbeisehnen.

Gezeichnet

Montag, Januar 16, 2023

Orangene Vorhänge

Die orangenen Vorhänge ignorieren die Jahrzehnte.

Wenig ist so friedvoll wie die Stille Deiner Wohnung

und der Blick vom Badezimmer auf die alten Garagen

auf denen sich das Laub vom vergangenen Herbst sammelt.


Die Garagen, viel zu klein für heutige Gefährte,

harren der wechselnden Zeiten,

so wie Deine ehemaligen vier Wände.

Unverrückbar für bisher drei nachfolgende Generationen.


Die Wohnzimmerleuchte blinzelt

und erzeugen den Wunsch,

dass Du von dort grüßen kannst,

wo Du jetzt für immer bist.


Ich glaub, Du bist am Ende gern gegangen.

Das rede ich mir ein, 

während wir Dein Refugium in Erinnerungsstücke zerschlagen

Immer in der Hoffnung 

nicht zu viel und niemals Dich zurückzulassen.

Samstag, Januar 14, 2023

Woche 1/2023 - Weiße Blätter, God Mode, Goscinny und Avatar

So, da liegt 2023 nun vor mir, wie ein weißes Papier, das beschrieben werden möchte. 

Beschreiben kann ich. Also so bis Seite fünf, dann wird es beschwerlicher, aber manchmal wird am Ende eine ganz gute Geschichte draus. Das hat schon ein paar Male geklappt und ich werde es auch in diesem Jahr wieder versuchen. Mit Schwung und Optimismus. Denn was bleibt uns anderes übrig?

Mit Optimismus und mehr Akzeptanz dafür, was realistisch möglich ist, möchte ich den nächsten Monaten begegnen. Gern 100 Worte am Tag kreativ an aktuellen und potentiellen Buchprojekten schreiben und vielleicht beim Vögelchen und Mammut etwas weniger über die eigentliche Befindlichkeit rummaulen. 

Gelesen 

Im neuen Jahr habe ich endlich die Lektüre von "Die Geschichte der Goscinnys" abgeschlossen. Es war sehr interessant so viel über die ersten Jahre des späteren Meistererzählers zu erfahren. Mir war zum Beispiel nicht bekannt, daß er sich auch langer als Zeichner ausprobierte bis er (vermeintlich) Begabteren das Feld überließ und sich v.a. Szenarien widmete. Catel's Ansatz die Geschichte von Vater und Tochter parallel zu erzählen, finde ich einen gelungenen Coup, allerdings bin ich nicht davon überzeugt, dass dies in Form einer Graphic Novel geschehen mußte. "Mehrwert" hatten die Illustrationen meist nur dort, wo Goscinnys eigene Bilder eingebunden wurden, auch so manchen Dialog war zu sehr auf reine Informationsvermittlung geschrieben. Trotzdem ein gutes Buch, um mehr über den viel zu früh verstorbenen Meister zu erfahren.

Gelernt 

Bis zu dieser Woche war mir die Existenz des "God Mode" unter Windows 10/11 nicht bekannt. Dabei  kann das ganz nützlich sein. 

Gesehen

Ich habe den neuen Avatarfilm gesehen und ich hätte nicht gedacht, dass das Drehbuch noch dümmlich als bei Teil 1 sein könnte. Das ganze "edle Wilde"-Gedöns war doch schon im 19. Jahrhundert auserzählt. Der schrecklich altbackene und tausendmal schon genau so dargestellte Vater-Sohn-Konflikt war genauso "kreativ" wie der Tarzanverschnitt den ganzen Film total behämmerte Dinge tut. Alles vorhersehbar, überholt, klischeebehaftet, unnötig und im Handeln so glaubhaft, wie die Rahmenhandlung eines 90er Jahre Videospiels aus Gütersloh.  

Aber die Seetiere waren toll animiert. (Auch wenn bei ihnen und der Handlung  die Parallelen zu Walen und Co. einfach nur anstrengend waren.) 

Gezeichnet