Samstag, Oktober 18, 2025

Woche 42/2025 - Von Comics, Hamburg und dem realen wie virtuellen Leben

Eigentlich sollte der Oktober so aussehen: Mittelviel Arbeit im Büro, glückliche Kinder in der Schule, hier und da eine Partie Garden Cricket (dazu sollte ich auch noch mal bloggen) und Ende Oktober – pünktlich zu den Ferien und dem 80sten Geburtstag meines Papas – der Besuch der Schwiegereltern.

Leider kam es anders. Die Kurzversion: Schwiegerpapa hat sich mehrere Brüche zugezogen. Nichts wirklich Bedrohliches, aber ab einem gewissen Alter hat man doch gewisse Sorgen, was OP und Rekonvaleszenz angeht. Die OP wurde gut überstanden, aber um den Verunfallten und die betreuende Oma aufzubauen, haben wir beschlossen, dass die Liebste und die Kinder über die Herbstferien gen Siebenbürgen fliegen. Ich würde den Fahrdienst der Familie Richtung Flughafen übernehmen, da mein Jahresurlaub bereits erfolgreich in Erholung umgewandelt wurde.

Und so cruisten wir gestern Richtung Hamburg. Ja, Hamburg, du oller, runder Fremdkörper aus Perlmutt. Deinen Flughafen mag ich wirklich sehr. (Er hat die richtige Größe, man kommt gut hin und weg, und es geht immer alles wie am Schnürchen hier.) Aber ansonsten sind die Freie und Hansestadt und ich bisher nicht wirklich Freunde geworden. 

Anders mit den Menschen. Wo ich herkomme, nennt man die Einwohner gern Pfeffersäcke, was wahrscheinlich in gleichem Umfang Anerkennung und Neid ausdrückt. Allerdings verstehe ich mich mit vielen Hamburger*innen prächtig. So freute es mich, dass sowohl Andres als auch Roland kürzestfristig Zeit für ein (viel zu) kurzes Mittagessen hatten. Man kann (und sollte) wirklich viel und ausdauernd über Social Media meckern, allerdings muss ich wirklich sagen, dass ich im virtuellen Raum in den letzten 20 Jahren eine Vielzahl von Leuten kennengelernt habe, die mittlerweile auch im realen Leben wichtige Bezugspersonen sind. Und viele meiner Projekte und Träume hätte ich ohne sie gar nicht verwirklichen können. (Herzlichen Dank an euch alle, ihr wisst, wer ihr seid.)

Zwischen Flughafenzubringung und Nahrungsaufnahme in nettester Gesellschaft konnte ich sogar noch einen Zwischenstopp bei „Der Comic Laden“ machen. Ich kannte das Geschäft vorher nicht, aber es lag in der Nähe, und die Öffnungszeiten passten zu meinem frühen Erscheinen. Vorgefunden habe ich einen schönen Laden mit sehr freundlichem Personal. Ich griff ein paar Lego-Sammelfiguren und das neue Hilda & Hörnchen*-Comic. Die Vorgängerreihe und den ersten Band dieser neuen Serie gefielen mir sehr, sodass ich gleich zugreifen musste. Besonders toll fand ich auch die Sektion mit den gebrauchten Heften. Ich sah dort Strizz, das Lindenstraße-Comic (Sachen gibt’s!) und auch sehr günstige Massenware à la Asterix und Lustigem Taschenbuch. Ja, so was fehlt bei uns daheim tatsächlich. (Nun gut, damit kann man wahrscheinlich wirklich nichts verdienen. Das lohnt sich wohl nur als zusätzlicher Service für Kundschaft, die anderweitig Geld im Laden lässt. Schön finde ich es aber trotzdem.) 

Also gibt es am Wochenende zur Abwechslung mal wieder eher bildlastige Lektüre. Das muss auch mal sein.



Sonntag, Oktober 12, 2025

Woche 29/2025 - Von Büchern, Astronauten und T-Shirts

Geärgert

Ich habe ja die Theorie, dass ich zur ersten Generation gehöre, die im fortgeschrittenen Erwachsenenalter ganz selbstverständlich bedruckte T-Shirts trägt. (Nein, das wird jetzt kein Rant über eine mögliche Infantilisierung der Gesellschaft.) Seit Ewigkeiten schieße ich Teile meiner Freizeitkleidung bei Qwertee: Die Qualität ist okay und der Preis auch. Und ich freue mich darüber, dass die Motive täglich wechseln. Zuletzt finde ich diese allerdings weniger ansprechend. Die Stile sind zu generisch, die Bildaufteilung nicht wirklich überzeugend. Ich befürchte, das ist eine Sache mehr, die AI auf dem Gewissen hat.

Gefreut

Ich bin – nicht nur als Autor – ein großer Fan von kleinen, unabhängigen Buchhandlungen. Wir haben hier gleich zwei davon, die sich kulturell sehr in den „Kiez“ einbringen. Allerdings hat auch der böse Großkonzern mit dem grünen Logo etwas, das ich total toll finde: diese Buchabholstation, bei der man 24/7 seine Vorbestellungen abholen kann. Ich muss ganz stark sein, da nicht allzu viel Umsatz hin zu verlagern, denn die Dinger sind echt bequem.

Gelesen

Meine Sommerlektüre Der Astronaut* ist ein klassischer Andy Weir, und wer am Marsianer* Spaß hatte, wird auch dieses Buch mögen. Ich brauchte allerdings etwas, um mit dem Band warm zu werden, bereue es aber nicht, dass ich ihn nicht weggelegt habe. Denn nachdem die Geschichte Fahrt aufnimmt, lernt man viel über Raumfahrt und Physik. Der eine oder andere Kniff, um die bekannte Naturwissenschaft mit der Handlung in Übereinstimmung zu bringen, ist manchmal zu viel, aber man wird durchgängig gut unterhalten.



Samstag, Oktober 11, 2025

Woche 28/2025 - Riccos Familienstand und bockmistiger Killerschnee aus dem All

Gelernt

Als Verwaltungsangestellter ist es sehr befreiend, auch mal über Amtsschimmligkeiten anderer Länder – ach was, anderer Kontinente – den Kopf schütteln zu können. So durfte ich erfahren, dass man in Australien, wenn man einreisen möchte, auch für Siebenjährige den „Familienstand“ (verheiratet, geschieden etc. pp.) angeben muss.

Gelesen

Ja, ich bin ziemlich spät dran für den Parteitag, aber nachdem ich – wie erwähnt – sehr viel Spaß mit einem Podcast mit Andreas Steinhöfel hatte, musste ich unbedingt Rico, Oskar und die Tieferschatten* lesen. Nun ja, der Öffentlichkeit hier zu erzählen, dass es sich um ein ziemlich tolles Kinderbuch mit lustigen und spannenden Passagen und hervorragender Charakterzeichnung handelt, nachdem es hunderttausendfach über den Ladentisch gewandert ist, ist etwas … naiv. Aber vielleicht gibt es ja noch andere, die wie ich „aus dem Mustopf kommen“, wie meine Oma gesagt hätte.

Gesehen

Ich hatte Lust auf etwas Sci-Fi – gerne mal aus einem anderen Kulturkreis. Dystopie störte mich nicht. Also fing ich an, die ersten Folgen von Eternaut zu schauen, einer argentinischen Netflix-Serie, die aufgrund der Verwendung von KI einen zweifelhaften Ruf genoss. (Identifizieren konnte ich die Szenen nicht; vielleicht war es auch nur ein Marketinggag.) Vielleicht kam aber auch das Drehbuch komplett aus der Maschine? Ich hatte mir eine neue Perspektive auf den Planeten, das Leben und das Universum an sich erhofft. Was allerdings dabei herauskam, war ziemlich generischer Hollywood-Sh*t mit holzschnittartigen Charakteren und einer absolut unlogischen Story.
SPOILER! Als sei die Bedrohung durch Berührung von tödlichem Schnee – aber nicht, wenn mal eine Flocke in die Wohnung geweht wird oder noch an der Kleidung klebt – nicht schon absurd genug, mussten es ab Folge 3 auch noch menschenfressende Allkäfer sein. Das war dann endgültig der Punkt, an dem ich abgeschaltet habe. Was für ein Bockmist.

Gehört