Donnerstag, September 06, 2018

Journalismus gegen Geld? Gern, aber bitte nicht so! #SpiegelPlus #Blendle

Der Strukurwandel in den Printmedien ist ein altes Thema. Zudem ist es so unterhaltsam wie die die alljährliche Zahnarztuntersuchung. Und um beides kommt man selten rum.

Ich lese schon lange und oft SPIEGEL. Online, offline. Ich fühle mich informiert, ärgere mich aber dann auch regelmäßig, wenn dank des nächsten Skandals zum 10. Mal in diesem Jahr der Weltuntergang ausgerufen wird. Trotzdem: Das Blatt bleibt für mich von Interesse. Gerne bezahle ich auch für guten Content, der mich interessiert. Wenn ich denn den Preis angemessen finde. Und da fängt mein Dilemma an. Im Mai hatten die Hamburger, mit relativ kurzer Vorwarnzeit, ihr Abomodell umgestellt. Einzelne Artikel legal und gegen Cash zu lesen ist unmöglich. Ich muß ein Abo für 20 bis 35€ abschließen. Mein Probemonat beim sogenannten Spiegel+ war dann auch ernüchternd. Ich las ca. 4 Artikel pro Woche. Ja, ich hätte grundsätzlich auch mehr Interessantes gefunden, wenn ich Zeit gehabt hätte, aber darum geht es nicht. Ich habe auch noch andere Nachrichtenquellen. Vielmehr werde ich dazu gezwungen für ein Abendessen für zwei Personen bei dem Kroketten die Beilagen sind, einen Sack Kartoffeln zu kaufen. Und das jeden Monat wieder. Sehr unbefriedigend das Ganze.

Leider gibt es wenig Alternative. Grundsätzlich mag ich Blendle sehr gern. Und das  obwohl die Preise für die Artikel nicht gerade günstig sind- Aber wenn ich mir mein Angebot selbst zusammenstellen möchte, bin ich bereit das zu zahlen. Leider bietet Blendle nicht alle Artikel von Spiegel+ zum Kauf an. Auch ist die ZEIT wohl letztes Jahr aus dem Angebot gestiegen. Und die BlendleApp wurde wohl von Taugtnix, dem gallischen Cousin des vierten Apokalyptischen Reiters, entworfen. Costumization ist ein Fremdwort. Zudem kann man versehentlich Artikel kaufen, da schon ein (!) falscher Klick für einen Kaufvorgang genügt. Und haben Sie schon die Suchfunktion gefunden? Ich auch nicht. Die scheint es nur im Desktopbrowser zu geben. Kuratierte Artikel sind ja toll, aber selbst entscheiden, was ich lesen möchte, möchte ich dann doch noch. Aber sobald es nicht besseres gibt, werde ich wohl trotzdem Kunde bleiben (müssen).

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