Samstag, September 17, 2022

Woche 37/2022 - Alles, aber sicherlich nicht täglich

Es ist immer das selbe mit mir, besonders in den stressigen Woche. 

Wenn der Güterwagen mit Sonderaufgaben ankommt, spucke ich zunächst freudig in die Hände und beginne mit dem Abarbeiten. In den ersten Tagen klappt das super, man kommt voran und erfreut sich am Drahtseilakt am eigenen Limit. Doch mittlerweile bin ich in dem Alter, in dem die Dauer dieser Stressphasen länger andauern als meine Energiereserven reichen. Irgendwann gibt es Kopfschmerzen, schlechte Laune und solche Müdigkeit, dass man mir noch vor dem Sandmännchen die Augen zufallen. Mit Mitte 20 dauerte es bedeutend länger bis ich diesen Zustand erreichte und zudem hatte man weniger Verantwortlichkeiten und Kinder (hier 100%), so daß man sich am Wochenende wirklich ausruhen konnte.  

Neben den Schlafen und Medienkonsum fällt bei mir in solchen Wochen mein Therapeutikum Nummer 1 hinten runter: Das Schreiben. Die ganze Palette: Projektideen, Bloggerei, Tweets und Buchkapitel. Und obwohl ich weiß, daß es für meine mentale Gesundheit sehr förderlich wäre, etwas zu Papier zu bringen, bekomme ich selbst kurze "Schreibphasen" nicht als regelmäßige Aktivität in den Alltag eingebaut. Oder zumindest bist jetzt nicht. Da ich gerade parallel die Erinnerungen von Judith Holofernes (sehr gut) und Manfred Krug konsumiere (nicht so gut), nehme ich mir ein Beispiel an den beiden und werde mal versuchen Tagebuch zu schreiben. Das wird sicherlich nicht täglich klappen, aber hoffentlich ist die Schwelle niedrig genug, um den Kopf regelmäßig durch das Aneinanderreihen von Buchstaben etwas freizublasen. 

1 Kommentar:

Roland hat gesagt…

Am Tagebuchschreiben versuche ich mich auch mit gewisser Regelmäßigkeit - und stelle es dann stets nach wenigen Wochen wieder aus Faulheit ein. Die Heilsamkeit kann ich aber bestätigen, hinzu kommt die kontinuierliche Schreibpraxis und die stete Möglichkeit, seine Ideen immer auch zu notieren, ehe man sie vergisst. Ich sehe schon, gibt eigentlich nur Vorteile.

Ein wenig kompensiere ich das aktuell mit dem Briefeschreiben und dem Tagebuchbloggen, aber das gleicht es nicht vollkommen aus.

Einmal habe ich es übrigens mit dem täglichen "automatischen Schreiben" versucht, das ist auch eine interessante Erfahrung. Man stellt sich eine Stoppuhr und schreibt für eine bestimmte Zeit einfach ohne Plan drauflos, ohne abzusetzen, ohne auf Rechtschreibung und Interpunktion zu achten.