Tja, auch unterwegs mit dem iPhone haben es mir Strategietitel angetan. Daher installierte ich kürzlich zCube (iOS, 1,09€).
Die Echtzeitsimulation dürfte die Älteren unter uns vielleicht an die ersten Commmand & Conquer-Titel erinnern dürfte. Das Alleinstellungsmerkmal von zCube sind dabei aber keine riesengroße Karten, sondern ein Würfel auf dem sich die ganze "Welt" befindet und interessante Strategien ermöglicht. Als Spielmodi stehen eine offene Welt (Custom Game) und Missionen (Missions) zur Auswahl.
Leider sind weder die 24 Missionen in drei Schwierigkeitsstufen, noch die offene Welt besonders herausfordernd. Die AI ist einfach zu schwach und der Technologiebaum viel zu klein und monoton. Einsteiger in das Genre haben vielleicht etwas länger Freude an dem Spiel als ich. Fortgeschrittene Spieler dürften sich, auch aufgrund des fehlenden Online-Modus, schnell langweilen. Wobei drei bis vier Stunden entspannter Spielspaß für 1,09€ nun auch wirklich nicht zu teuer sind.
Montag, März 30, 2020
Donnerstag, Februar 20, 2020
Herrliches Helsinki
Seit anderthalb Jahrzehnten bewege ich mich in der EU-Blase
und ich bin sehr froh, daß meine Reisetätigkeit nicht mehr so intensiv ist, wie
in den ersten Jahren. Denn wenn man ehrlich ist, gibt es wenig Unterschiede
zwischen einer Dienstreise nach Bad Oldesloe oder nach Bratislava: Man sieht
meist nur den Bahnhof (respektive Flughafen), die Konferenzräume, das Hotelzimmer
und ein Restaurant am Abend.
Gelegentlich braucht man aber nicht zu jammern und man hat tatsächlich noch die Chance einen Tag lang die Stadt zu erkunden. So erging es mir kürzlich bei einer Dienstreise nach Helsinki und ich freute mich sehr, war mein letzter Stadtbummel in der finnischen Hauptstadt doch schon wieder einige Jahre her. Und der Standort meines Hotels direkt zwischen zwei Mumin-Shops führte – trotz anfänglicher Befürchtungen – nicht zu meiner ganz persönlichen Privatinsolvenz.
Zuerst besuchte ich Oodi, Helsinkis neue Zentralbiblothek, die
im Dezember 2018 eröffnet wurde. Seitdem strömten mehr als 2,5 Millionen
Besucher durch die Hallen, was mehr als 10.000 Personen pro Tag entspricht. Und
ja, das Gebäude ist wirklich gut frequentiert, wirkt aber nie überfüllt.
Ich war
begeistert. Ein Land kann stolz auf sich sein, wenn es solche Horte des Wissens hat!
Obwohl Bibliotheken von jeher zu meinen Lieblingsorten gehören, habe ich mich selten in
einer so geborgen gefühlt. Die Idee der Auftraggeber und der Architekten war
es, anläßlich des 100. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit, das erweiterte
Wohnzimmer der Einwohner von Helsinki zu werden und einen Ort der Begegnung zu
schaffen. Das ist gelungen! Auch zu später Stunden waren alle Bereiche des
Hauses gut gefüllt und diese umfassen nicht nur Bücherspeicher und Lesesäle,
sondern auch Meetingräume und einen riesigen Maker Space mit Nähmaschinen, Lasercuttern,
Plotter und 3D-Drucker. Auch VR-Stationen , Übungsräume für Bands, eine
Showküche und Räume für Videospiele stehen bereit. Es handelt sich um einen wunderbaren Ort an
dem man sich wohl führt, ein schönes Gebäude innen und außen.
Am folgenden Morgen besuchte ich das Amos Rex, das Museum
für bildende Kunst welches sich unterhalb (!) des Lasipalatsi Platzes befindet.
Zuerst befürchtete ich dunkle Katakombenatmosphäre aber die großen
Deckenöffnungen lassen genug Licht hinein, um alle Bedenken wegzuwischen. (Na
gut, der finnische Winter ist eh immer dunkel.) In einem Nebenraum befand sich
die Dauerausstellung der Sigurd Frosterus Sammlung, welches alleine sicherlich
nur Kennern einen Grund gibt, diesen Ort zu besuchen. Anders verhält es sich
mit der Birger Carlstedt Retrospektive mit dem Namen „The Golden Cat“, welche
absolut beeindruckend ist. Eine besondere Atmosphäre wird dadurch erzeugt, daß
ein Klavierkonzert von France Ellegaard in einer Schleife den Raum beschallt.
(Ja, muß man mögen. Und ich mochte es.) Neben den Werken von Malereien von Carlsted
waren auch entwürfe für Kostüme und
Bühnenbilder zu sehen, Zeichenutensilien, Studien und Skulpturen. Definitiv
eine Empfehlung für generell Kunstinteressierte.
Dienstag, Februar 18, 2020
Rpunkt spielt.... Dr. Mario World (lieber nicht mehr)
Mit einem guten Puzzlespiel bekommt man mich genauso wie mit Retrogaming, also war ich vollends begeistert, daß Nintendo den (S)NES-Klassiker Dr. Mario für iOS wiederbelebt.
![]() |
| Der Klassiker von 1990 ist unschlagbar. |
Was kann da schon schiefgehen?, mag man fragen.
Eine Menge!, muß man antworten.
Dr. Mario World ist überfrachtet, laut und einfach lausig.
Zunächst kann man das Spiel nur bei bestehender Internetverbindung zocken: Der Grund der "Reisemodus" ist quasi ein Candy Crush Clone, d.h. es wird eher herumgelickt um Aktivität vorzutäuschen als das gespielt wird. Die ersten Level sind viel zu einfach, dann plötzlich so schwer, daß sie ohne zusätzliche Käufe in der App nicht mehr zu schaffen sind. Ein Endlosmodus gibt es nicht, der "Versus"-Mode ist eher gut gemeint als gut gemacht. Eine Runde dauert ca. 2min. Als Belohnung gibt es ein paar Münzen und eine Rangliste.
| Bei der Neuauflage möchte man nur noch Wegrennen |
Mein Fazit: Der Spielspaß hält nicht viel länger als der Titel zum Laden braucht. Ich sage: Hände weg und holt Euch lieber einer schönen Vollpreistitel. (Leider habe ich noch keinen wirklich, wirklich guten Puzzler im Tetris/Lumines/Dr. Mario-Stil für iOS gefunden. Für Tipps in die Kommentare bin ich dankbar.)
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