Montag, Juli 04, 2022

Woche 23/2022 - Quedlinburg

Vielleicht die schönste "soziale Verpflichtung" die uns "auferlegt" wird, ist das alle zwei Jahre stattfindende Familientreffen mit den Geschwistern und "Vetternschaft" des Vaters.

Dafür suchen wir uns immer einen Ort, den man gut in zwei, drei Tagen erkunden kann, so fiel diesmal die Wahl auf Quedlinburg. Auf meiner persönlichen Wunschliste stand die Stadt an der Bode nicht, aber trotzdem verbrachten wir eine schöne Zeit hier. Es ist unglaublich, wie viele Fachwerkhäuser es hier gibt. (Der Stadtführer sprach von mehreren TAUSEND.) Das Stadtgebiet kann man gut "abspazieren" und in der Harzer Umgebung gibt es zudem viel "Natur".

Ein bißchen überrascht war ich von den Hotel- und Restaurantpreisen, die ich von einer - liebe Anhaltiner und Anhalter vergebt mir - "B-Location" so nicht erwartet hätte. Aber wir schoben die Euros gerne über den Tisch, den außer dem Tourismus gibt es in der alten "Kaiserstadt" wirklich nicht viel und so haben die COVID-Beschränkungen starke Auswirkungen gehabt. Die Internsität dieser überraschte mich wirklich, obwohl wir ja auch aus einer "Tourismusregion" kommen. 

Ein bißchen trauere ich dem Umstand nach, daß ich es zeitlich nicht in die Feiniger-Gallerie zur Ausstellung "Von Rembrandt bis Richter. Meisterwerke aus der Grafischen Sammlung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg" geschafft habe. Sonst würde ich das eher "durchschnittlich interessante" Quedlinburg vielleicht nicht nur wegen der netten Gesellschaft dort in liebevoller Erinnerung behalten. 





Freitag, Juni 24, 2022

Woche 22/2022 - Wohnungsübergabe, 9-Euro-Ticket und Graureiher

Irgendwann war unsere "alte" Wohnung dann tatsächlich leer, renoviert und sauber. Leer waren wir dann auch. Renoviert und sauber eher nicht, aber wirklich froh, diese vier Wochen Non-stop-Arbeit-nach-der-Arbeit hinter und zu lassen. Und in der neuen Wohnung fühlen wir uns seit Tag 1 heimisch. Ein sehr schönes Gefühl.

Daher ging ich frohen Mutes in das Wohnungsübergabegespräch mit einem Vertreter der größten Wohnungsgesellschaft der Stadt. Diese ist in kommunaler Hand, sorgt für einigermaßen moderate Mietpreise, auch bei uns in der Innenstadt, aber hat es leider nicht so mit Service. So hatten wir bestimmt mit sechs, sieben verschiedenen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern allein in den letzten 2 Monaten zu tun. Und auch die "Wohnungsübergabefachkraft" war ein "neues Gesicht" und fing sofort damit an, mich "vera*schen" zu wollen. Ich wußte ja u.a., in welchem Zustand wir die "alte" und auch die "neue" Wohnung (gerade vor 4 Wochen, selbes Haus, selber Vermierter) übernommen hatten. Nachdem ich meinen inneren Toni-Kroos freigelassen hatte, brach die Wohnungsübergabefachkraft die Begehung ab und versprach mir, sich noch mal telefonisch zu melden. Das geschah noch am gleichen Tag. Der Preis für seine "Mängelliste" war zwar nicht hoch, aber weitestgehend unbegründet. Nach einem Monolog von mir, einigten wir uns auf 50% der ursprünglichen Summe. Es geht doch! 

Nun konnte ich mich anderen, wichtigen Dingen widmen. So fuhren wir, die wenigen Kilometer pro Woche, immer noch auf Winterreifen. Also fix einen Termin vereinbart und die ersten Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket genossen. Als Teilzeitautor sollte man viel öfter Öffis nutzen. (Bei uns aber fast alles fußläufig erreichbar.) Eine junge Frau putzte sich noch an der Haltestelle die Zähne und der Busfahrer war so gesprächig und freundlich, dass er sicherlich nicht aus meiner Heimatstadt stammt, sondern aus irgendeinem Paralleluniversum. Und dann konnte ich am Fluß noch einen Graureiher sehen! Direkt an der Straße! Auf dem Fluß der vor 30 Jahren eher noch durch "Baden verboten"-Schilder und dem einen oder anderen Ölfleck auffiel. Einfach schön! Diese "kleinen" Erfolge beim Umweltschutz und Co. muss man - um die eigene geistige Gesundheit zu erhalten - einfach mehr Beachtung schenken, wenn es in Sachen Klimakrise wieder nur viel Negatives zu erfahren gibt,



Samstag, Juni 18, 2022

Woche 21/2022 - Umzugsendphase, Onlineporto, Mastodon & Ernestine von Wolkenstein

Es war die finale Woche für die Renovierungsarbeiten, Dachbodenaufräumaktivitäten die letzte Möglichkeit, nicht mehr gebrauchten, Möbelstücke über ebay Kleinanzeigen zu verschenken. Schön, dass diese so schnell und unkompliziert weggehen, schade, dass der Bedarf so groß ist.

Mittlerweile laufe ich auf Reserveenergie, ohne Unterstützung von Freunden, Familie und Nachbarn, wäre das hier alles nicht zu wuppen gewesen und ich freue mich auf ein baldiges Ende.

Apropos "baldiges Ende": In der neuen Wohnung erlebten wir eine freudige Überraschung. Beim Neuaufstellen des fast 15jährigen TV-Geräts, welches fast ausschließlich bei sportlichen Großevents zum Einsatz kommt, stellten wir fest, dass es doch nicht kaputt und altersschwach ist, wie wir annahmen, sondern dass wohl die Antennenbuchse in unserem alten Domizil dafür sorgte, dass so einige Sender nur in grauenvoller Qualität zu empfangen waren. Upsi!

Geärgert

Zuletzt habe ich tatsächlich öfter die Post & DHL App zum Frankieren von Briefen benutzt. Nicht unbedingt etwas für Ästheten, Postsendungen mit "'#PORTO"-Gekritzel zu versehen, aber wahnsinnig praktisch. Umso mehr ärgerte ich mich, dass man tatsächlich nicht alle Briefe damit freimachen kann, sondern nur bestimmte "Produkte". Wieviele Briefmarken muss man in seinem Leben angeleckt haben, um auf eine solche besch*ssene Idee zu kommen?  

Und sonst so

Kaum verkündete der Posterboy der kapitalismusverliebten Teile der Generation Bitcoin an, lieber mit Hilfe von Twitter noch reicher zu werden, anstatt mit seinem Milliarden etwas sinnvolles zu tun und etwa den Hunger der Welt zu beenden, drohten einige meiner "Tweeties" den Auzug nach Mastodon-Land an. Ich re-aktivierte daher lieber mal flink meinen Account von anno 1803 dort und nach einige Wochen kann man sagen: Es war der erwartete Sturm im Wasserglas. (Kiki und Roland haben das viel besser verbloggt als ich es könnte.) Jetzt muß ich nur noch überlegen, was ich mit Ernestine von Wolkenstein mache.

Gehört

Es eignet sich wirklich wenig so gut als Renoviersoundtrack, wie Fleetwood Mac.