Montag, August 28, 2023

Woche 34/2023 - Schnitzeljagd

Das große Kind (8) hatte Geburtstag und hatte eine Horde befreundeter Halblinge eingeladen. Damit diese Ansammlung von Kreativität und Energie nicht verpufft, hatte ich mir eine Schnitzeljagd ausgedacht, deren Grundkonzept ich hiermit gerne teilen möchte. 

Alle Anwesenden bekamen einen an sie adressierten und mit einer Briefmarke und Stempel versehenen Brief. Jeder Brief enthielt den Vermerk, diesen gut aufzubewahren, und einen kleinen Code. Dieser bestand aus einer Farbe und einer Zahlenfolge, z.B. Rot 5-12-13-23-29.


Der Lütte (5) bekam als Einziger eine andere Nachricht: Er wurde zum "Hüter der Tasche" bestimmt. Er sollte diese (ich gab eine eindeutige Beschreibung) in der Wohnung suchen und den Umschlag mit dem Symbol "&" öffnen. In der Tasche befanden sich viele andere Umschläge mit unterschiedlichen Symbolen. 

Neben der Nachricht mit "&" konnte man im ersten gemeinsamen Umschlag auch eine Codekarte finden. Und nach ganz kurzer Beratung fanden die Kinder selbst heraus, wie die "Geheimbotschaft" zu entschlüsseln war. In der Zeile mit der entsprechenden Farbe mussten sie die entsprechenden Buchstaben markieren. Das funktionierte besser als erwartet, vor allem, weil wirklich jedes Kind kurz mitmachte. Die Logik der folgenden Karten war immer die gleiche: Zuerst wurden die Kinder aufgefordert, einen bestimmten Ort in der Stadt aufzusuchen, und dann mussten sie eine Aufgabe lösen, bei der sie herausfanden, welcher Umschlag mit welchem Symbol als nächstes zu öffnen war. 

Auf diese Weise konnte ich vermeiden, die Stadt mit Symbolen etc. vollzupflastern, und hatte sogar die Möglichkeit, das Spiel unter Umständen (z.B. schlechtem Wetter) abzukürzen. (An einer Stelle bestimmte ich, welches das nächste Symbol sei.)

Manchmal erweiterte ich die Aufgabe um das Auffinden eines bestimmten Ortes, wie zum Beispiel die Bibliothek. Das war dann jedoch jeweils ein relativ einfaches Rätsel, z.B. danach wo man in dieser Straße Bücher bekommen kann, wenn man sie nicht kaufen möchte (=Bibliothek).  Oder es wurde eine Aktivität in die Geschichte, die alle Stationen miteinander verband, eingeflochten. So mußten die Kinder eine Runde rückwärts um den Platz laufen und dem gefährlichen, fliegendem Krokodil zu entkommen. 

Ansonsten sahen die Aufgaben/Fragen z.B. so aus:

  • Wie viele Stufen hat die Treppe X?(4 Antwortmöglichkeiten)
  • Wann fährt eine Tram NICHT zu einer bestimmten Haltestelle? (8 Antwortmöglichkeiten)
  • Welcher Name steht auf dem Denkmal? (3 Antwortmöglichkeiten)
  • Rechenrätsel (ohne Antwortmöglichkeiten; ich entscheide, welches Symbol; mögliche "Schlechtwetterabkürzung" s.o.)
  • Welche Buchtitel ist im Schaufenster zu sehen? (3 Antwortmöglichkeiten)
  • Wie viele Schritte sind es mindestens zwischen Punkt A und B? (3 Antwortmöglichkeiten)

Ein großer Spaß war auch die Ausgabe der "Expeditionsausweise" am Anfang unseres Spiels. Diese mussten die Kinder ausschneiden und mit einem Geheimnamen versehen. Im Laufe des Tages gab es dann vom "Hüter der Tasche" Stempel für bestimmte Aufgaben: "Hinweis geöffnet", "Etwas gezählt", "Nicht gefressen worden" usw. Das war der Teil des Tages, den ich total unterschätzt hatte. Die Kinder waren absolut begeistert von dem Ausweis und den Stempeln. (Und auch davon, dass jeder mal einen Umschlag öffnen und die Aufgabe vorlesen durfte.)


Problematisch erwies sich bei der Vorbereitung der "Schatz" bzw. die "Belohnung", die die Kinder finden sollten (Umschläge mit Aufklebern, einem Pin und ein paar Gummibärchen). Die Lösung kam mir spät, war aber simpel und super praktikabel: Der Zielpunkt des letzten Umschlags war unser Briefkasten, in dem ich alles zuvor gebunkert hatte. So waren wir wieder zu Hause und konnten die ganze Expedition mit Proviant versorgen.

Sonntag, August 20, 2023

Woche 31-33/2023 - Urlaub mit Thursday Next, Margo Maloo und Adventure Mice

Aus verschiedenen Gründen hatte dieser Sommer nicht die Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die wir uns von den Urlaubstagen gewünscht hatten. Die Kinder hatten hoffentlich trotzdem eine schöne Zeit mit den Großeltern in Siebenbürgen, während meine Liebste und ich eng aneinandergehalten haben.

In den Momenten, in denen ich alleine war, versuchte ich in die papierene Parallelwelten zu entfliehen. Mit dem Stift in der Hand versuchte ich trotz trüben Gemütszustands, ein paar fröhliche Zeilen für Band 2 des Kinderbuchs zu schreiben. Bei der Hausarbeit erfreute ich mich derweil am Hörbuch zum vierten Band der Thursday Next-Reihe. Ich habe genauso viel Freude daran wie beim ersten Lesen und werde bald herausfinden, wie viele Bände ich tatsächlich noch nicht kenne. (Den "jüngsten" ganz sicher nicht, denn aus unerklärlichen Gründen gibt es ihn auch nach über 10 Jahren immer noch nicht in deutscher Übersetzung. Das sieht wirklich seltsam in meinem Bücherregal aus.)

Beim Vorlesen hatte ich viel Spaß mit den bisher erschienenen drei Margo Maloo-Büchern. In den sehr ansprechend gezeichneten Comics zieht der junge Charles mit seinen Eltern in die Metropole Echo City, wo er herausfindet, dass dort nicht nur Monster zwischen den "normalen" Menschen leben, sondern auch eine Mediatorin, die im Verborgenen zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen vermittelt. Die Kinder und ich können es kaum erwarten, eine Fortsetzung zu lesen.

Margo Maloo (Fanart)

Auch die auf ein jüngeres Publikum ausgerichtete "Adventure Mice"-Reihe hat uns viel Freude bereitet. Da es keine deutsche Übersetzung gab, habe ich das selbst für unseren Nachwuchs übernommen. Es hat mir besonders als Hardcover mit den großartigen Zeichnungen gut gefallen, da ich fest davon überzeugt bin, dass sie auf diese Weise noch besser zur Geltung kommen.

Samstag, Juli 29, 2023

Woche 30/2023 - Vorurlaubswahnsinn

Ab wann spricht man von einer "Tradition"? Reichen drei Jahr ein in Folge? Auch 2023 reiste meine Liebste vor ins Sommerhaus der Schwiegereltern nach Transilvanien, wo wir bald drei Urlaubswochen zusammen verbringen werden. Während sie vor Ort home office macht, habe ich die Wohnung sieben Tage für mich allein und versuche im Büro Herr der Lage zu werden. Mittlerweile sind wir in meiner kleinen Abteilung seit einem Jahr unterbesetzt und man merkt es täglich. Was ich auch merke ist, dass man die gewohnten Stunden von Lohn- und Carearbeit nicht komplett auf Bürojob schwenken sollte, das ist zwar beides lang und anstrengend aber bei letzterem kommt dann doch noch eine ganz andere, innere Leere dazu, wenn man innerhalb einer Woche 50+ Stunden abreißt. 

Nunja, es sind in den letzten sieben Tagen auch tolle Dinge geschehen: Broileressen mit der Ex-Lieblingskollegin inklusive langem Spaziergang und Feierabendrhabarberschorle am Strand und gestern gönnte ich mir - allein - den neuen Indiana Jones im Kino. Das Publikum war im Schnitt deutlich über 40, wenn nicht sogar über 50 Jahre alt. Aber trotzdem quasi alle im Grundschulalter im Vergleich zu Mr. Ford. Der Film plätscherte so dahin. Ich war mäßig gut unterhalten, denn wenn wir ehrlich sind, gibt es eh nur einen richtigen guten Film der Reihe, oder? Der Rest ist schon immer eine ziemliche Schleife, so handlungsmäßig. Trotzdem war das "Rad des Schicksals" - mal wieder ein selten dämlicher Titel - um Längen besser als "The Equalizer", den ich in dieser Woche auch erdulden mußte. Unglaublich, dass sich Denzel mittlerweile für solch voll verblödeten Gewaltp*rno hingibt.

So: Nun ist aber Urlaub. Also fix noch aufräumen, Sachen packen und los geht's!