Sonntag, März 02, 2025

Woche 5/2025 - Adobe, Nerds at Work und Section 31

Ein guter Indikator für meine geistige Gesundheit ist die Frequenz meiner Blogeinträge und Social-Media-Posts. Ich hänge hier um einige Wochen zurück. Das Hamsterrad rotiert also auf Weltniveau.

Gelernt

Aus Gründen brauchte ich kürzlich eine aktuelle Version von Photoshop. Verrückt, dabei ist unsere Bürolizenz erst 14 Jahre alt. Also fix einen Account angelegt und die kostenlose 7-Tage-Testversion installiert. Allerdings war der Arbeitsprozess dann doch langwieriger als gedacht. Da traf es sich gut, dass beim Abmeldeprozess weitere 7 Tage angeboten wurden. Also schnell in der Folgewoche alle Änderungen im Projekt implementiert. Bei der endgültigen Abmeldung wurden mir dann zwei (!) weitere kostenlose (!) Monate angeboten. Eh, Leute. Macht mal lieber vernünftige Preise! Ihr seht doch bei Galeria Kaufhof, was solch ständiger Gutschein-Sch*iß, anstatt ehrlicher Preispolitik, für Folgen haben kann.

Gehört

Ab und zu braucht man mal einen neuen Lieblingspodcast. Meiner heißt – wissen ja viele nicht – "Nerds at Work". Die Doktores Jens Foell und Christian Scharun plaudern jeden Freitag über aktuelle Wissenschafts-News, teilen (un-)nütze Fakten aus der Forschung und analysieren neue Studien. Hauptberuflich sind sie in der Redaktion von Maithink X tätig. Für meinen Geschmack bietet die Sendung eine gute Mischung aus Wissensvermittlung, Unterhaltung und Albernheiten. Fünf von fünf Axolotls dafür!

Gesehen

Nicht nur das deutsche Parteiensystem fragmentiert, sondern auch das Star-Trek-Universum. Neuestes Baby ist der "Star Trek: Discovery"-Ableger "Section 31" mit Oscarpreisträgerin Michelle Yeoh. Die Kritiken für den Spielfilm, der anstelle der geplanten Serie produziert wurde, waren eher so mittel – um es nett auszudrücken. Ich kann das in Teilen schon nachvollziehen, denn die "Ocean’s 11 in Space"-Geschichte hätte überall stattfinden können. Die Liebesgeschichte war etwas sehr an den Haaren herbeigezogen, und irgendwie wurde den langweiligsten Charakteren fast die meiste Screentime geschenkt (Alok, Quasi, Zeph, San).

Gern würde ich mehr von Michelle Yeoh in meinem Lieblings-Sci-Fi-Universum sehen. Es war also kein absolutes Desaster für Trekkies, vor allem das Wiedersehen mit Rachel Garrett und die Einführung der Nanokins fand ich eine wunderbare Idee.



Sonntag, Februar 16, 2025

Woche 4/2025 - Die heimische Bibliothek

Ich bin zwischen Seemannsgarn und Büchern aufgewachsen. Letzteres erahnt man, wenn man unsere Wohnung betritt und erst einmal vor einem 3 Meter × 5 Meter großen Regal steht. Im ganzen Haus müssten es etwas über 1.000 Titel sein, einige Hundert andere aus Studien- und Promotionszeiten liegen gut verpackt auf dem Dachboden und warten darauf, einer neuen Leserschaft zugeführt zu werden. Bisher fehlten mir dafür aber die Zeit und Energie.


Eine besuchende Innendesignerin schlug tatsächlich einmal vor, die Bücher nach Farbe und Größe zu sortieren. Als Diplombibliothekarinnenkind bin ich fast hintenübergefallen. Ich bin zwar kein orthodoxer Jünger der Regensburger VK, aber ein Buch muss thematisch zu dem Fach passen, in dem es sich gerade befindet. Und sei es das "Einzusortieren"-Fach. Wenig macht mich nervöser, als Bücher nicht zu finden, die ich gerade brauche. Und das passiert - gut für meine geistige Gesundheit - sehr selten.

Was steht denn aber nun hier so rum? Eigentlich alles, was ich interessant finde. Überbleibsel von Studium und Forschung ("Games Nations Play" von John W. Spanier), DDR-Literatur (Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."), Klassiker (zweisprachige Ausgabe von Becketts "Waiting for Godot"), viel Kinderliteratur ("Detektiv Pinky" von Gert Prokop), Kuriositäten (Jurek Beckers Neuigkeiten an Manfred Krug und Otti), Sci-Fi-Kram (die "Thursday Next"-Reihe von Jasper Fforde), Gegenwartsliteratur ("Herr Lehmann" von Sven Regener) und einige Graphic Novels und Comics.

Seit 20+ Jahren erfasse ich die Bücher – leider wirklich lückenhaft – mit einer mittlerweile historischen Version von EndNote. (Ich glaube, es ist No. 5 von 2001.) Dort sollten etwa 85 % der Titel verzeichnet sein, die bis 2016 ihren Weg zu uns fanden. Als alter Nerd habe ich die Liste tatsächlich auf meiner Webseite versteckt, damit ich, falls ich mal im Antiquariat stehe, auch weiß, ob ich den Band habe oder nicht. Denn manchmal kommt es tatsächlich zu Doppelkäufen.

Tatsächlich gibt es aber seit der Geburt der Kinder eine "Erfassungslücke", die mit jedem Geburtstags- und Weihnachtsfest erheblich wächst. Daher machte ich mich auf die Suche nach einer App, die mithilfe eines ISBN-Strichcodescanners diese Titel erfassen kann. Zu meiner Verzückung fand ich www.libib.com, die das wunderbar tut. Und wenn ein Band einmal "nur" eine ISBN und keinen Strichcode kann, bekommt man ihn einfach über die manuelle Eingabe der Zahlenfolge eingepflegt. Eine absolute Arbeitserleichterung! Schön auch, dass man mit seinem Benutzerkonto die Liste online einsehen und bearbeiten kann.


Als Herausforderung stellt sich momentan allerdings die Zusammenführung des "Altdatenbestands" mit Libib heraus. In EndNote hatte ich damals™ tatsächlich nicht die ISBN-Nummern erfasst (soweit überhaupt vorhanden). Dies jetzt nachträglich zu tun, ist wirklich nervig. Also dachte ich: Das ist doch mal ein Job, bei dem KI wirklich helfen kann! Aus den vorhandenen Angaben – Titel, Autor:in, Jahr, Ort – die passende ISBN für 776 Bücher zu suchen, sollte doch für eine künstliche Intelligenz, die was auf sich hält, kein Problem sein. Der Witz ist allerdings: Es ist ein Riesenproblem! Selbst wenn man den Prompt so formuliert, dass man nur ISBNs haben möchte, wenn sie aus zwei unterschiedlichen Quellen kommen, bekommt man nur unvalidierten, ausgedachten Datenmüll. Egal, welche übrigens welche KI man benutzt. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren so entwickelt. Wäre schon schön, wenn meine Liste fertig wäre, bevor der Aufstand der Robotoiden beginnt.



Montag, Februar 10, 2025

Woche 3/2025 - Vince Guaraldi, Avatar und die Winterschwestern

Nachgedacht

Ich finde es faszinierend, dass ein Franchise, das finanziell so erfolgreich ist wie Avatar, tatsächlich keinerlei Eingang in das kulturelle Gedächtnis der Gegenwart gefunden zu haben scheint. Kein bekanntes Zitat, keine ikonische Szene – nein, nicht einmal an die Namen der Hauptfiguren kann ich mich erinnern.

Da verabrede ich mich lieber für den Enchantment Under the Sea Dance, nehme die rote Pille und behaupte später, ich habe eine Wassermelone getragen.

Gelesen

Von den Lieblingsnachbarn bekamen wir zu Weihnachten "Die Winterschwestern*" geschenkt. Eine Geschichte die im eisigen Norden spielt und daher sehr gut zu den aktuellen Außentemperaturen passt. Ich fühlte mich gut unterhalten und bin ehrlich gesagt sehr neidisch darüber, wie gut strukturiert diese Geschichte für Kinder (ab 6/7) ist. Das würde ich auch gern können. Definitiv etwas das man gerne auch noch mal vorliest - ich Egoist las sie allein - oder bei Gelegenheit verschenkt. 

Gehört 

Man hört zu wenig Vince Guaraldi.