Donnerstag, Juli 10, 2025

Woche 23/2025 - Wie man einen gesperrter Facebook-Account (nicht) entsperrt, Rotzhase & Schnarchnase und Oehl

Ich könnte jetzt schon wieder drei Absätze darüber schreiben, wie schrecklich Facebook ist. Mach ich  aber nicht. Nur so viel: Es gibt familiäre und betriebliche Gründe, warum ich die Plattform weiterhin nutzen "möchte". Wenn man mich denn lassen würde. 

Vor drei Monaten bin ich auf eine Phishing-Mail hereingefallen. Ich habe den Fehler schnell bemerkt – aber leider nicht schnell genug. In der Zwischenzeit hatte schon jemand mit meinem Account ein Instagram-Profil erstellt, das gegen Metas Nutzungsbedingungen verstieß. Mein eigener Instagram-Zugang war nicht betroffen, auch mein Facebook-Passwort habe ich rasch zurückgesetzt. Es entstand kein unmittelbarer Schaden. Dachte ich zunächst. Allerdings sperrten die Zuckerbergians automatisch meinen Facebook-Account wegen eben jenes "Verstoßes" gegen die Nutzungsbedingungen. Automatisch, versteht sich. Warum denn noch mit Menschen arbeiten?! 

In den folgenden, frustrierenden Wochen schrieb ich in viele Foren und noch mehr Mails. Immer gab es die selbe automatische Antwort, dass man mir nicht helfen könne. Oder manchmal auch gar keine. Der erste Monat verging, der zweite, der dritte. So langsam fing ich an, mich mit meinem Schicksal abzufinden. Ohne FB kann ich schon leben, aber die Kommunikation mit Teilen der Familie würde damit schwieriger werden. Zudem gab es zwei FB-Seiten, die ich – im Gegensatz zu meinem eigenen Profil (auf dem seit Jahren ohnehin nichts passiert) – nicht mitgesichert hatte. Weil ich dort der einzige Admin war – schön blöd von mir – wurden sie ebenfalls offline genommen...

Irgendwann schrieb ich noch einmal eine E-Mail. Wieder an ein generisches Postfach. Wieder mit dem gleichen Text, den ich schon dutzendfach versendet hatte. Und dann – wie aus dem nichts – bekam ich Zugriff auf mein Profil zurück. Einfach so. Absolut verrückt. Was mich das gelehrt hat? 

Eigentlich nichts, was ich nicht schon wusste: (1) Abhängigkeit von Big Tech ist doof und evil. Und ich habe Mitleid mit all denen, die die Plattform z. B. für ihre Selbstständigkeit brauchen. (Meine Schwippschwägerin im anderen Kulturkreis macht darüber 90 % ihrer Kundenaquise und -kommunikation. Kann und will man sich nicht vorstellen... aber das ist eine andere Geschichte.) (2) Es ist pures Glück, wenn sich jemand findet, der einem mit seinem Problem weiterhilft. Man ist dem Zufall und dem Chaos ausgeliefert. Es gibt keine nachvollziehbaren, verlässlichen Weg, wie man einen gesperrter Facebook-Account wieder entsperrt.

Gelesen 

Das jüngere Kind bekam Rotzhase & Schnarchnase von Julian Gough geschenkt. Und wir haben es zusammen gelesen. Ich bin ja kein großer Fan von „Was-lehrt-uns-das?“-Kinderliteratur. Aber wenn sie schon sein muss – dann bitte so.

Gehört 

Aus der Reihe „Dinge, über die ich mich wundere“: Dass Oehl nicht bekannter und erfolgreicher ist.

Montag, Juli 07, 2025

Woche 22/2025 - Rückblick auf die re:publica 2025

Kaum aus Finnland zurückgekehrt, fuhr ich gleich nach Berlin weiter. Und wieder ging es (zumindest am Rande) um Trolle: Die re:publica stand an.

Irgendwie passte meine Lieblingskonferenz in den letzten Jahren nicht in den dienstlichen und/oder privaten Terminkalender, umso froher war ich, 2025 endlich mal „heimzukehren“.

Es hat sich in den letzten Jahren so einiges getan. Der Wunsch, die Veranstaltung in der Mitte der Öffentlichkeit zu verankern, ist wahr geworden. Davon zeugte nicht nur das enorme Medieninteresse, sondern auch die große Anzahl von Ministern, die kontinuierlich rhetorisch durch die Hallen stolperten. Allerdings hat das auch den Nebeneffekt, dass die rp mittlerweile auch eine Vielzahl von Teilnehmenden anzieht, die inhaltlich kaum etwas zur Veranstaltung beitragen können. Böse Menschen würden von Eventtourismus sprechen. Ich bin so ein böser Mensch. Allerdings auch ein positiv eingestellter: Und daher habe ich mich sehr über die zwischenmenschlichen Begegnungen gefreut. :) (Ihr wisst, wer ihr seid. Herzlichen Dank für die netten Gespräche.) Grundsätzlich bleibe ich aber dabei, dass man mittlerweile am absoluten Maximum ist, was Größe und Teilnehmendenzahl angeht.

Rein inhaltlich hatte ich zu diversen Sessions auch etwas zu sagen:

Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon

Und mein Schlüsselband hatte ich natürlich auch wieder daheim liegen lassen...

Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon



Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon

Man munkelt, der Minister sei eine Simulation, die nicht außerhalb der rp lauffähig ist...

Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon


Post by @Rpunkt@mastodon.social
View on Mastodon

Welchen Vortrag ich besonders empfehlen möchte? Vielleicht diesen, wegen seiner Allgemeingültigkeit und andauernden gesellschaftlichen Relevanz.

Samstag, Juli 05, 2025

Woche 21/2025 - Von Reisen und Mumins

Der Montag war der Auftakt zu den großen (Dienst-)Reisefestspielen: Vier Reisen innerhalb eines Monats gab es bei mir seit Corona nicht mehr. Ich habe es allerdings auch nur bedingt vermisst.

Gleich zum Anfang hatte ich eine große Konferenz vor der Brust, aber erstens hatte ich – obwohl ich zum Veranstalterteam gehörte – eher einen Beobachterstatus (größte Gefahr: Handgelenksschmerzen durch exzessives Händeschütteln), zweitens treiben solche Veranstaltungen in meiner dritten Dekade im Brotberuf kaum noch den Blutdruck hoch.

Die Anreise tat es allerdings. Da einige Fluglinien in Finnland streikten, mussten wir nicht nur um 03:00 Uhr aufbrechen, sondern auch noch einen Umweg über Riga einlegen. Dort hatten wir dann wenigstens zehn Stunden fürs Sightseeing und Teambuilding. Besonders schön: Meine Liebste, auch Kollegin, und ich waren in der gleichen Reisegruppe. (Die Schwiegereltern passten derweil auf unsere Hobbits auf.) Und tatsächlich waren wir noch nie gemeinsam in der lettischen Hauptstadt. So konnten wir uns gegenseitig Lieblingsecken zeigen, was nach 15 Jahren Beziehung schön ein wildes Gefühl war.

Irgendwann ging dann unser Trip weiter und wir kamen wir in Tampere an, das ich bisher nur vom Durchreisen kannte. Die Stadt machte einen sehr angenehmen Eindruck, ist aber momentan auch die hipste Location des Landes. Und die Finnen mag ich ja eh. Grundentspannt, professionell und wortkarg – da fühle ich mich als Norddeutscher wohl.

Der Konferenzverlauf war sehr viel „business as usual“, trotzdem gab es eine sehr angenehme Überraschung: Im gleichen Gebäude wie das Veranstaltungszentrum befand sich ein „Mumin“-Museum, das mir sehr gefallen hat. Die Innengestaltung gab die Atmosphäre der Bücher sehr schön wieder. Man hatte das Gefühl, sich in einem Märchenwald zu befinden, und die Idee, bekannte Szenen aus der Buchreihe von Tove Jansson mit 3D-Modellen und Dioramen wiederzugeben, hatte einen besonderen Charme.

Ich bin nicht der größte Fan der Trolle, finde es aber sehr interessant, wie sich das „Moomiversum“ seit dem ersten – nicht sehr starken – Band entwickelt hat. Und auch ich konnte mich dem besonderen Zauber einzelner Geschichten und Comic-Strips nicht entziehen. Da wurde wirklich etwas Einzigartiges, ganz Tolles geschaffen, das nicht nur die finnische Seele anspricht.

Und so passierte dann, was fast zu erwarten war: Als mich die Kolleg:innen mit Stift sahen, baten sie reihenweise um eigene Porträts mit den kleinen Trollen.