Dienstag, Dezember 09, 2025

Woche 45/2025 - 90er Jahre Fußball, Hilda, Hörnchen und Subdomains

Geärgert

Ich bin schon 25 Jahre Kunde bei STRATO. Und wie das halt so ist in langen Beziehungen, es gibt Zeiten, da läuft es besser, und Zeiten, wo … ach, sprechen wir nicht drüber. Jedenfalls hatte ich bisher keinen Grund, den Dienstleister zu wechseln, denn am Ende habe ich immer zu einem vernünftigen Preis das bekommen, was ich brauchte. Diesmal nicht. Dass es kostenfreie SSL-Zertifikate für Domains, aber nicht für Subdomains gibt (nicht einmal für eine geringe Anzahl), nervt hart.

Gesehen

Ich wurde fußballtechnisch in den 1990er Jahren sozialisiert. Und obwohl 1860 nie mein Verein war – aber zumindest mehr als die Roten aus München – hatte ich sehr viel Spaß bei der fünfteiligen ARD-Doku „Rise & Fall“. Anscheinend gibt es das Format auch für andere Vereine. Ich glaube, das ist Nostalgie in dem Grad, wie ich es ertragen, ja sogar gutheißen kann.

Gelesen

Die beiden neuen Ausgaben der Hilda-Reihe („Hilda & Hörnchen*“) kann ich guten Gewissens empfehlen. Eigentlich wollte Luke Pearson ja etwas anderes machen, aber nun hat er doch noch zwei Bände – wahrscheinlich beflügelt durch den Erfolg der Netflix-Serie (die ich immer noch nicht geschaut habe) – hinterhergeschoben. Von der Erzählstruktur meiner Meinung nach etwas flacher als die ersten Bände und teilweise etwas redundant, aber immer noch sehr gut.

Gehört

Warum habe ich eigentlich seit Jahren keine „Marina and the Diamonds“ gehört?

Samstag, November 29, 2025

Woche 44/2025 - Podlove-Exploit, Paprika und Ocie Elliott

Wieviel ist zu viel?

Einige Wordpressinstallationen haben sich auf meinem Server angesammelt. Die Zahl acht ergab die letzte Zählung. Dazu kommen zwei Installationen, die ich nebenberuflich betreue, und ein Projekt, das ausschließlich auf PHP basiert. 

Wie wartet man all den Kram? Das Wichtigste regelmäßig, den Rest sporadisch. Das gebe ich zu. Man fleht regelmäßig Algebra an, die große Schutzgöttin der Mathematik und Datenverarbeitung, und hofft, dass Wordfence, UpdraftPlus und Konsorten ihr übriges Zauberwerk tun werden. 

Das ging bisher immer gut. Bis an einem Freitagmorgen gerade das PHP-Projekt nicht mehr aufrufbar war. Schnell den Quellcode angeschaut und plötzlich grinsten mich da Zeilen an, die ganz sicher nicht von mir stammten. Herrje. Man hat ja sonst nichts zu tun. Das PHP-Projekt war schnell bereinigt. Die pochende Frage in meinem Kopf war allerdings: Wie kam das Zeug da rein? 

Also flink noch mal alle Passwörter geändert. Dann der Blick auf alles, was sonst noch auf dem Server lag. Und es wurde albtraumartig: Alle Wordpressinstallationen waren infiziert. Der einzige Lichtblick: Die zwei kritischen Installationen hatte es nicht erwischt. Die lagen auch auf anderen Servern. Acht Stunden lang wurde in den nächsten Tagen bereinigt, wiederhergestellt und Sicherheitsschrauben höher gedreht. In 25+ Jahren Selfhosting hatte ich noch nicht so ein Desaster erlebt. 

Wie es sich herausstellte, hatte man die Schwachstelle eines Podcast-Plugins ausgenutzt und dann alles infiziert, dessen man habhaft werden konnte (lies auch hier und hier). Aber ich mag nicht weinen, war der größte Schaden nur „verschwendete“ Arbeitszeit. Es hätte durchaus schlimmer kommen können. So habe ich das Ereignis zum Anlass genommen, alle Installationen auf Herz und Nieren zu prüfen. Große Lücken konnte ich nicht ausmachen, aber ein paar Schludrigkeiten wurden dann doch ausgemerzt und hier und da z. B. das Backup verbessert. Eine Kleinstseite, die irgendwann mal ein richtiges Buchprojekt werden möchte, habe ich komplett aus ihrem Wordpress-Dasein befreit und auch in PHP überführt. Back to the roots quasi. Ich hätte nichts dagegen, wenn es jetzt wieder 25 Jahre bis zu einem ähnlichen Ereignis dauern würde.

Gekocht

Ich koche wirklich gerne. Tür zu - um die Küche kinder- und katzenfrei zu haben - Podcast auf die Ohren und los geht es. Wir kochen was Ottolenghi und Co. hergeben, gelegentlich aber auch die Klassiker der Kindheit. V.a. wenn der Nachwuchs danach verlangt. Gefüllte Paprikaschoten haben wir hier in der ungarischen und der DDR-Variante im Angebot. Letztere funktioniert übrigens auch hervorragend mit vegetarischen Mühlenhack.

Gehört 

Sonntag, November 02, 2025

Woche 43/2025 - Horst Mandela und seine 22 Bahnen

Gelernt

Wisst ihr was der Mandela-Effekt ist? Er beschreibt das Phänomen,bei dem sich viele Menschen kollektiv und fälschlicherweise an dasselbe Ereignis oder Detail erinnern. Nun ja: Hamburg hat ein Funkturm. Das hatte ich nicht (mehr?) auf dem Radar. War mir nur ganz wenig peinlich. *hust*

Gelesen

Nun, das war irgendwie vorhersehbar. Es lagen nur wenige Monate zwischen „Wir haben da eine neue, vielversprechende Schriftstellerin“ und dem lauten Gekrähe „Ist das Literatur?“.

Anscheinend gibt es im Feuilleton eine heimliche Vorliebe dafür, Menschen erst hochzujazzen und sie dann so lange mit Papierkügelchen oder Schwererem zu bewerfen, bis sie möglichst spektakulär von dem Podest fallen, auf das man sie gerade erst gehoben hat.

Wen hat es diesmal erwischt? Caroline Wahl. Ihr Fehler? Sie hat Romane für eine Zielgruppe geschrieben, die sich nur bedingt mit dem Feuilleton deckt – und sie war sehr erfolgreich damit. Klar, da kann man ein bisschen Größenwahn entwickeln, das ist schon anderen passiert. Nur hatten die meist ein anderes Geschlecht und gehörten einer anderen Altersgruppe an.

Nein, ich halte 22 Bahnen nicht für literaturpreisverdächtig. Ich finde es nicht einmal besonders unterhaltsam. Aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Das ist nicht schlimm – und gilt übrigens auch für fast alles, was Dan Brown oder Sebastian Fitzek schreiben.

Ich kann aber nachvollziehen, dass der Roman Leserinnen und Leser berührt. Einige Stellen finde ich wirklich schön, etwa: „Vielleicht ist das eh unser Problem, dass wir nie in den Wald gehen, um Elfen zu suchen.“ Andere lassen mich eher mit den Schultern zucken – etwa, als ich lernte, dass man „heutzutage“ anscheinend mit Jogginghosen zu Dates geht. Über die Darstellung von Armut möchte ich mich nicht auslassen, aber die der alkoholkranken Mutter und der kleinen Schwester – einer Grundschülerin aus prekären Verhältnissen, die wenig liest, aber weiß, was eine Promotion ist – finde ich beide nicht sonderlich überzeugend. Und mit der Ich-Erzählerin hätte ich im wohl auch so meine Probleme. ("Der desillusionierende Moment schießt krass rein." " Mercedes G-Klasse. Schwarz. Kein klassisches Triebtäterauto." ... So ein Quatsch tut mir fast physische weh.)

Was ich aber eigentlich sagen möchte: Man darf, glaube ich, 22 Bahnen nicht sonderlich mögen, ohne gleich die Autorin niederzuschreiben. Gut, das hätte ich auch in zwei Sätzen formulieren können – aber das habe ich nicht hinbekommen. (Und eigentlich hat das Nuf das ganze Dilemma besser zusammengefasst als ich...)

Gesehen

Ich schaue seit zehn Jahren kaum Fernsehen. (Was immer wieder zu lustigen Momenten führt, wenn meine Mama mir irgendetwas über deutsche Schauspieler*innen erzählt, deren Gesicht mir ebenso unbekannt ist wie ihr Name.) Aber einige der Horst-Krause-Filme habe ich gesehen. Sogar gern gesehen. Vielleicht ist da auch ganz viel Kindheitsnostalgie dabei, weil sie in der Geburtsgegend meiner Oma spielten, wo wir stets die schönsten Tage des Sommers verbrachten.