Wisst ihr was der Mandela-Effekt ist? Er beschreibt das Phänomen,bei dem sich viele Menschen kollektiv und fälschlicherweise an dasselbe Ereignis oder Detail erinnern. Nun ja: Hamburg hat ein Funkturm. Das hatte ich nicht (mehr?) auf dem Radar. War mir nur ganz wenig peinlich. *hust*
Gelesen
Nun, das war irgendwie vorhersehbar. Es lagen nur wenige Monate zwischen „Wir haben da eine neue, vielversprechende Schriftstellerin“ und dem lauten Gekrähe „Ist das Literatur?“.
Anscheinend gibt es im Feuilleton eine heimliche Vorliebe dafür, Menschen erst hochzujazzen und sie dann so lange mit Papierkügelchen oder Schwererem zu bewerfen, bis sie möglichst spektakulär von dem Podest fallen, auf das man sie gerade erst gehoben hat.
Wen hat es diesmal erwischt? Caroline Wahl. Ihr Fehler? Sie hat Romane für eine Zielgruppe geschrieben, die sich nur bedingt mit dem Feuilleton deckt – und sie war sehr erfolgreich damit. Klar, da kann man ein bisschen Größenwahn entwickeln, das ist schon anderen passiert. Nur hatten die meist ein anderes Geschlecht und gehörten einer anderen Altersgruppe an.
Nein, ich halte 22 Bahnen nicht für literaturpreisverdächtig. Ich finde es nicht einmal besonders unterhaltsam. Aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Das ist nicht schlimm – und gilt übrigens auch für fast alles, was Dan Brown oder Sebastian Fitzek schreiben.
Ich kann aber nachvollziehen, dass der Roman Leserinnen und Leser berührt. Einige Stellen finde ich wirklich schön, etwa: „Vielleicht ist das eh unser Problem, dass wir nie in den Wald gehen, um Elfen zu suchen.“ Andere lassen mich eher mit den Schultern zucken – etwa, als ich lernte, dass man „heutzutage“ anscheinend mit Jogginghosen zu Dates geht. Über die Darstellung von Armut möchte ich mich nicht auslassen, aber die der alkoholkranken Mutter und der kleinen Schwester – einer Grundschülerin aus prekären Verhältnissen, die wenig liest, aber weiß, was eine Promotion ist – finde ich beide nicht sonderlich überzeugend. Und mit der Ich-Erzählerin hätte ich im wohl auch so meine Probleme. ("Der desillusionierende Moment schießt krass rein." " Mercedes G-Klasse. Schwarz. Kein klassisches Triebtäterauto." ... So ein Quatsch tut mir fast physische weh.)




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