Dienstag, Dezember 30, 2025

Woche 51/2025 - Gehetzte Weihnachten, aber in schön

Ich erwähnte es: Nach zwei Jahren in Folge unter dem eigenen Tannenbaum war es 2025 wieder mal an der Zeit, ein logistisch aufwändigeres Weihnachtsfest bei der Schwiegerfamilie in den Karpaten zu feiern.

Der ohnehin schon herausfordernde Geschenkbeschaffungs- und Verpackungsprozess erweiterte sich um den Punkt „Sortierung“: Welche Geschenke würden wir mit ins Fluggepäck nehmen und welche würden aufgrund von Umfang und/oder Gewicht daheim bleiben (müssen)?

Da noch mind. ein Kind im Haushalt an den Weihnachtsmann glaubt, ist die Legende für die Geschenkeverteilung recht einfach: Beim Szekler-Zweig der Familie bringt nämlich der Weihnachtsengel die Präsente. Santa und Engel agieren im Kopf des Lütten dabei wie etwa UPS und DHL, nur mit unterschiedlichen Zustellgebieten.

Das zweite Problem bei der Weihnachtsplanung ist der Umstand der mittlerweile schulpflichtigen Kinder, d. h. wir sind bei der Flugbuchung stets von den Ferienterminen abhängig, zudem lassen wir den Kater aufgrund der Knallerei über Silvester ungern allein. In Kombination mit den Flugdaten der Airlines sprang für dieses Jahr nur eine Reise von Montag bis Montag heraus. Zumindest wurde dank eines neuerlichen Direktflugs die Standardreisezeit von Haustür zu Haustür von 14 auf 12 Stunden verkürzt: Ein Spaziergang quasi.

Traditionell verbringen wir die Weihnachtstage im Wochenendhaus der Familie auf dem Hügel mit Blick auf Bäume, Schafe und das Tal. Geheizt wird hier noch mit Holz im Kachelofen, sodass sich Gemütlichkeit umgehend einstellt, auch wenn die Schwiegereltern durchgehend miteinander zanken.

Da die Familie mittlerweile groß ist (und die Küche klein), sind Gans, Pute, Ente und Co. keine Option: Vielmehr wird gekocht, was die Kids (inkl. des französischen Neffen) essen und was in einen großen Topf passt. In diesem Jahr gab es eine Art Wildpörkölt, was sehr lecker war. Im Gegensatz zu daheim wird hier schon am Heiligabend groß aufgetischt.

Besonders schön war es an den Feiertagen, wenn die Liebste und ich uns kurzfristig mal ein paar Stunden absetzen konnten. So waren wir am 26. bei Kerzenschein im siebenbürgischen Stammlokal. Das war sehr witzig, da man in so einer Stadt von 40.000 Leuten fast jeden kennt (der Bürgermeister ist z. B. der ehemalige Klassenkamerad der Liebsten und guter Kumpel) und meine Frau die ganze Zeit befürchtet, man laufe irgendwem über den Weg. („Das ist ja, als wenn man eine Affäre hat. Total anstrengend!“)

An den letzten Tagen gab es dann noch Schnee: genug für eine ordentliche Schneeballschlacht mit Freunden und Kids, nicht zu viel, um die Abfahrt zu behindern. Ein schöner Weihnachtsabschluss.




Montag, Dezember 29, 2025

Woche 50/2025 - Zwischen Fiebertraum und Größenwahn: Ich baue meinen eigener Streaming-Dienst (mit Jellyfin via vServer & Dropbox)

Ich hab ’nen Knall, das wissen regelmäßige Leser*innen dieses Blogs. Mir nahestehende Menschen würden sagen: „Nur einen?!“

In diesem Jahr habe ich eine weitere Disposition meiner selbst festgestellt: die Neigung, Nebenprojekte aufzuziehen, wenn das reguläre Leben ärgert, langweilt und/oder stresst.

So entstanden kürzlich Schreibmonat.de und Wannwares.de, und anscheinend ist die Saure-Gurken-Zeit für die sinnvolle Kanalisierung von Kreativität und Wissbegierde noch nicht vorbei. Denn als mich meine Schwägerin kürzlich um ein längeres Video bat, aber per se kein geeignetes Abspielgerät oder Dateiformat nennen konnte, fiel mir ein kurzes Video der Schnäppchenjäger von MyDealz ein, in dem die Einrichtung ein eigener Streamingdienst geteasert wurde. Davon blieb mir nur die Nennung der Media-Server-Software Plex und Jellyfin in Erinnerung – und dass man die Software dort mit einem NAS, also einem netzgebundenen Speicher, nutzte.

Ein NAS besitze ich zwar, aber lediglich als Speicher aller Daten, die ich nicht unbedingt täglich brauche. (Das Ding macht furchtbaren Lärm und irgendwie bin ich mit ihm nie wirklich warm geworden. Daher läuft es tatsächlich nur bei Bedarf. Das spart Strom, Geld und Nerven.) Natürlich könnte ich das Ding nun mal standesgemäß einsetzen, und zwar um alle Videodaten, die auf internen und externen Festplatten herumliegen, endlich mal anzuschauen. Oder zumindest die Möglichkeit eröffnen, dies zu tun. Aber so einen Speicher ins Netz zu hängen, auf dem auch Daten liegen, die ich dem Risiko des unbefugten externen Zugriffs nicht aussetzen möchte, finde ich eine semigute Idee.

Daher fragte ich mich, ob es nicht möglich sei, einfach einen externen, virtuellen Server anzumieten und die abzuspielenden Dateien in meine Dropbox zu werfen. Spoiler: Das funktioniert. Sehr gut sogar und für interessierten IT-Laien mit sehr überschaubarem Aufwand!

Was habe ich getan? 

Zunächst habe ich 10€/Monat in die Hand genommen und einen virtuellen Server gemietet. Meine Wahl fiel auf einen Windows-Server mit 2 Cores, 2GB RAM und 80GB Speicherplatz. Da ich nur mit wenigen Accounts gleichzeitig streamen werde (max. 2, denke ich), reicht die Rechenpower total aus und - wie ich bereits schrieb - war der Plan, die Mediendateien auszulagern, so dass ich wirklich nur Speicherplatz für die Dienstprogramme brauchte.

Der Windowsserver war binnen Minuten eingerichtet. Danach installierte ich die kostenfreie Open-Source-Software Jellyfin, was ebenfalls sehr intuitiv zu bedienen war. 

Nun war es an der Zeit, einen Ordner in Dropbox anzulegen und die gewünschten Mediadaten zu hinterlegen. (Hier habe ich gleich weitere Unterordner für ungarischsprachigen Content, Familievideos etc. pp. angelegt, um die ganze Sache übersichtlicher zu gestalten.)

Um diesen Dropbox-Ordner als Laufwerk mouten zu können, habe ich RClone runtergeladen und nach C:\rclone kopiert. 

Für die langweiligen, technischen Details zur Konfiguration von Rclone bitte hier klicken.

(1) cmd öffnen

(2) "bashcd C:\rclone"

(3) "rclone config"

(4) Folgende Auswahl treffen

  • n (new remote)
  • Name: dropbox
  • Storage: dropbox
  • Client ID/Secret: Enter (leer lassen)
  • Advanced config: n
  • Auto config: y
(5) Browser öffnet sich → Bei Dropbox anmelden und autorisieren

(6) cmd nochmals öffnen

(7) rclone mount dropbox:/ORDNERNAME Z: --vfs-cache-mode full --vfs-cache-max-size 30G

 

Anschließend kann der Dropbox-Ordner über Jellyfin eingebunden werden. Das lief bei mir und meinen rund 200 Dateien schnell und zuverlässig. Sehr schön finde ich z. B. die Funktion, einzelne Unterordner/Bibliotheken nur für bestimmte Nutzer zuzulassen.

Nach etwa 2 bis 3 Stunden hatte ich ein sehr ansehnliches Interface mit allen gewünschten Inhalten online. Alle Dateien lassen sich z. B. über IMDb identifizieren und erhalten dann sofort die passenden Coverbilder und Begleittexte. Diese kann man anschließend auch noch manuell anpassen.


Ich bin mit der Softwarelösung absolut zufrieden: Sowohl Installation als auch Performance und die Einbindung neuer Inhalte funktionieren in meinem Use Case problemlos. Ich würde 9 von 10 Sternen vergeben. Selbst das Streamen auf uralte Geräte, wie vom iPhone auf meinen Apple TV der 3. Generation (mein Fernseher ist noch älter, er ist mittlerweile volljährig), gelingt.


Das Einzige, was etwas frickelig war, war die Einrichtung von HTTPS und das Verweisen meiner gewählten Domain auf die Server-IP (inkl. richtigem Port). Aber das war nur dem Umstand meiner relativen Ahnungslosigkeit geschuldet. Funktionsfähig (via IP) war die Lösung durchgängig, und ich bin nach wie vor positiv überrascht, wie gut ich das als interessierter Laie hinbekommen habe. Manchmal macht dieses 21. Jahrhundert doch Spaß!

Mittwoch, Dezember 24, 2025

Woche 49/2025 - Müde Menschen und fliegende Weihnachtsgeschenke

Der Jahresendspurt brachte die Liebste und mich ehrlich gesagt an den Rand unserer Kräfte: zu viele Termine, soziale Verpflichtungen, To-dos und berufliche Deadlines.

Aber nach vier Weihnachtsfeiern, einem Jahresendfußballturnier und einigen Erkältungen im Familienverband saßen wir dann letztes Wochenende doch gemütlich auf der Couch und packten Geschenke ein.

2025 steht wieder einmal Weihnachten bei den Schwiegers an, wir wechseln jährlich zwischen daheim und Siebenbürgen, wobei wir zuletzt aber zwei Jahre hintereinander unter dem eigenen Weihnachtsbaum saßen, was wir alle – inkl. Kater – sehr genossen haben, auch wenn wir natürlich auch den Szekler-Teil der Familie gern besuchen.

Logistisch ist das aber immer eine Herausforderung: Welche Geschenke bringen wir mit? Welche gibt es erst daheim? Vorzugsweise sollten alle Präsente leicht und von geringem Volumen sein. Unzerbrechlich wäre auch ein Vorteil. Packt man wenigstens ein Geschenk pro Kind in das Handgepäck?

Wenigstens ist uns in diesem Jahr Pegasus hold und es gibt wieder einen Direktflug von Hamburg nach Sibiu. Das reduziert unsere Reisezeit von 14 auf 12 Stunden. Immerhin.

Aber daran mag ich noch gar nicht denken. Wir packen jetzt lieber weiter ein und schauen meinen neuen liebsten Weihnachtsfilm: The Holdovers. Hach, da passt einfach alles.

P.S. Meine Liebste sagt, das sei (m)ein absoluter Einpack-Lifehack. Also teile ich ihn hier: