Sonntag, Oktober 16, 2022

Woche 41/2022 - Von "Vielleicht-Schubladen" und Rosenkohl

Das Gejammere über fehlende (Frei-)Zeit zum Schreiben gehört schon zu den traditionellen Themen mit denen ich seit Jahren meine Blogleserschaft langweile. Aber hier und da gibt es auch äußerst positive Ereignisse um meine liebste Nebentätigkeit und heute kann, darf, möchte und muß ich von solch einem berichten.

Der hochgeschätzte Sciconaut empfahl mit vor nicht zu lange Zeit eine Teilnahme am Flix-Seminar an der Bundesakademie in Wolfenbüttel und da der Sciconaut ein sehr, sehr weiser Mann ist, folgte ich dem Ratschlag natürlich und wurde nicht enttäuscht.

Innerhalb von zwei rappelvollen Seminartagen wurde uns die Verbindung zwischen Selbstgezeichnetem und Text näher gebracht. Die Tage waren inspirierend, fordernd, motivierend und einfach großartig. Flix und Olaf Kutzmutz sind ein sympathisches, eingespieltes Team, dass trotzdem keinerlei Routine oder Langeweile aufkommen ließ. Die Arbeitsaufgaben war allesamt interessant und knackig und durch die kürze der Zeit stets anspruchsvoll. Für die Auswertung und Besprechung (wie auch viele Fragen "am Rande des Wegs") wurde viel Zeit gelassen. (Alles Dinge die ich sehr zu schätzen weiß.) Die Bandbreite der Teilnehmenden und deren Engagement beeindruckte mich ebenfalls sehr. So hatten wir dann alle viel Spaß beim abendlichen Austausch in der Bundesakademie.

Ja, die Bundesakademie. Gäbe es einen solchen Ort nicht, man müßte ihn erfinden: Tolle Atmosphäre in einer beschaulichen Stadt, gutes Essen, schlichte, aber saubere, funktionale und super gemanagte Unterkünfte und Seminareräume, in denen man gerne wohnte, schlief, arbeitete und dem Flix bei seiner Lesung lauschte.

Was habe ich für mich mitgenommen?

  1. Solche Auszeiten vom Alltag tun meiner Motivation und Kreativität unheimlich gut.
  2. Die Veranstaltungen der Bundesakademie sind großartig und ich werde definitiv nach Wolfenbüttel zurückkehren. 
  3. (Fortgeschrittene) Ideen können in einer "Vielleicht-Schublade" geparkt werden bis sei einen Zustand erreicht haben, der eine Veröffentlichung zuläßt. (Oder halt auch nicht!) Das ist psychologisch bedeutend besser als - wie  z.B. in meinem Fall - von "offenen Projekten" zu sprechen, die den Druck zur Fertigstellung erhöhen, obwohl die Ideen das (noch) nicht hergeben.
  4. Trotzdem gilt natürlich: Finished not perfect.
  5. Kreatives Arbeiten ist Arbeit. Man muß sich dafür Zeiträume schaffen.
  6. Ausprobieren, "spielen" und das Verwerfen von nicht so guten Ergebnissen gehört zum Schaffensprozess hinzu.
  7. Du bist nicht allein. (Jede/r hadert "manchmal" mit den Ergebnissen und sich selbst.)
Apropos "spielen", ausprobieren und kontinuierliches Arbeiten: Unsere kleine Seminargruppe versucht nun nahezu täglich unter dem runningag-igen Hashtag #WirzeichnenRosenkohl auf Instagram und Twitter zu zeichnen. Schaut Euch das doch einfach mal an.



Samstag, September 17, 2022

Woche 37/2022 - Alles, aber sicherlich nicht täglich

Es ist immer das selbe mit mir, besonders in den stressigen Woche. 

Wenn der Güterwagen mit Sonderaufgaben ankommt, spucke ich zunächst freudig in die Hände und beginne mit dem Abarbeiten. In den ersten Tagen klappt das super, man kommt voran und erfreut sich am Drahtseilakt am eigenen Limit. Doch mittlerweile bin ich in dem Alter, in dem die Dauer dieser Stressphasen länger andauern als meine Energiereserven reichen. Irgendwann gibt es Kopfschmerzen, schlechte Laune und solche Müdigkeit, dass man mir noch vor dem Sandmännchen die Augen zufallen. Mit Mitte 20 dauerte es bedeutend länger bis ich diesen Zustand erreichte und zudem hatte man weniger Verantwortlichkeiten und Kinder (hier 100%), so daß man sich am Wochenende wirklich ausruhen konnte.  

Neben den Schlafen und Medienkonsum fällt bei mir in solchen Wochen mein Therapeutikum Nummer 1 hinten runter: Das Schreiben. Die ganze Palette: Projektideen, Bloggerei, Tweets und Buchkapitel. Und obwohl ich weiß, daß es für meine mentale Gesundheit sehr förderlich wäre, etwas zu Papier zu bringen, bekomme ich selbst kurze "Schreibphasen" nicht als regelmäßige Aktivität in den Alltag eingebaut. Oder zumindest bist jetzt nicht. Da ich gerade parallel die Erinnerungen von Judith Holofernes (sehr gut) und Manfred Krug konsumiere (nicht so gut), nehme ich mir ein Beispiel an den beiden und werde mal versuchen Tagebuch zu schreiben. Das wird sicherlich nicht täglich klappen, aber hoffentlich ist die Schwelle niedrig genug, um den Kopf regelmäßig durch das Aneinanderreihen von Buchstaben etwas freizublasen. 

Freitag, September 09, 2022

Woche 36/2022 - Ich fang einfach mal (wieder) an

Wo kommt denn bitte diese riesige Lücke im Blog her? 

Und warum denke ich Dussel wochenlang: "Ach, die bekomme ich schon noch chronologisch geschlossen!"?!

Und nun wird der Respekt vor dem weißen Bildschirmausschnitt jeden Tag größer. Aber heute ist der Tag einfach mal (wieder) anzufangen. So wie es die Lieblingspia getan hat, Mitbloggerin aus früher Social-Media-Vorzeit. Schön wieder von ihr zu lesen. :)

Was ist in den letzten Wochen geschehen? Größte Neuigkeit ist wohl, dass wir jetzt ein Schulkind haben. Die ersten vier Wochen liefen gut und so darf es gerne bleiben. Die kindlichen und elterlichen Körper haben sich allerdings noch nicht an den früheren Tagesbeginn gewöhnt. Ich hoffe, das ändert sich noch bis zum Schulabschluss des Nachwuchses.

Die Klassenleiterin des großen Kindes finde ich sehr sympathisch, wohl auch, weil sie mich sehr an das auch lehrende Schwesterherz erinnert. Alle sind in der Schule sehr engagiert und mein erster Eindruck ist: Hier würde ich gern noch mal zur Schule gehen. "Sehr engagiert" heißt aber auch, dass wir bis zum Ende 2022 (nein, nicht bis zum Ende des Schuljahres) noch 12 Termine haben: Vom Schulfest bis zur Weihnachtsfeier, von Elterngespräch bis zur Schulfahrt. Da läßt man sich doch auch gerne in der Elternvertretung wählen. *hust*

Die Einschulungsfeier selbst haben wir im engen Familien- und Freundekreis abgehalten. Der neue Brauch Einschulungen, wie kleine Hochzeitsfeiern mit 50 Gästen zu zelebrieren, finde ich sehr schräg und war sehr froh, dass wir eine gemütliche Zeit mit den Lieben im Restaurant um die Ecke verbrachten. Auch das große Kind, um das es ja eigentlich geht, war durchweg glücklich und ist hoffentlich noch lange so froh und motiviert wie dieser Tage.

Auch im Umkreis wurde der eine oder Nachwüchlser eingeschult und als gute Geschenke haben sich das "Ankreuzspiel" Blätterrauschen* und das Buch Buchstabendschungel* erwiesen. Nur falls ihr mal einen Geschenktipp braucht.


(Das Bild wurde von Midjourney generiert. Darüber wird noch zu sprechen sein.)