Ich erwähnte es: Nach zwei Jahren in Folge unter dem eigenen Tannenbaum war es 2025 wieder mal an der Zeit, ein logistisch aufwändigeres Weihnachtsfest bei der Schwiegerfamilie in den Karpaten zu feiern.
Der ohnehin schon herausfordernde Geschenkbeschaffungs- und Verpackungsprozess erweiterte sich um den Punkt „Sortierung“: Welche Geschenke würden wir mit ins Fluggepäck nehmen und welche würden aufgrund von Umfang und/oder Gewicht daheim bleiben (müssen)?
Da noch mind. ein Kind im Haushalt an den Weihnachtsmann glaubt, ist die Legende für die Geschenkeverteilung recht einfach: Beim Szekler-Zweig der Familie bringt nämlich der Weihnachtsengel die Präsente. Santa und Engel agieren im Kopf des Lütten dabei wie etwa UPS und DHL, nur mit unterschiedlichen Zustellgebieten.
Das zweite Problem bei der Weihnachtsplanung ist der Umstand der mittlerweile schulpflichtigen Kinder, d. h. wir sind bei der Flugbuchung stets von den Ferienterminen abhängig, zudem lassen wir den Kater aufgrund der Knallerei über Silvester ungern allein. In Kombination mit den Flugdaten der Airlines sprang für dieses Jahr nur eine Reise von Montag bis Montag heraus. Zumindest wurde dank eines neuerlichen Direktflugs die Standardreisezeit von Haustür zu Haustür von 14 auf 12 Stunden verkürzt: Ein Spaziergang quasi.
Traditionell verbringen wir die Weihnachtstage im Wochenendhaus der Familie auf dem Hügel mit Blick auf Bäume, Schafe und das Tal. Geheizt wird hier noch mit Holz im Kachelofen, sodass sich Gemütlichkeit umgehend einstellt, auch wenn die Schwiegereltern durchgehend miteinander zanken.
Da die Familie mittlerweile groß ist (und die Küche klein), sind Gans, Pute, Ente und Co. keine Option: Vielmehr wird gekocht, was die Kids (inkl. des französischen Neffen) essen und was in einen großen Topf passt. In diesem Jahr gab es eine Art Wildpörkölt, was sehr lecker war. Im Gegensatz zu daheim wird hier schon am Heiligabend groß aufgetischt.
Besonders schön war es an den Feiertagen, wenn die Liebste und ich uns kurzfristig mal ein paar Stunden absetzen konnten. So waren wir am 26. bei Kerzenschein im siebenbürgischen Stammlokal. Das war sehr witzig, da man in so einer Stadt von 40.000 Leuten fast jeden kennt (der Bürgermeister ist z. B. der ehemalige Klassenkamerad der Liebsten und guter Kumpel) und meine Frau die ganze Zeit befürchtet, man laufe irgendwem über den Weg. („Das ist ja, als wenn man eine Affäre hat. Total anstrengend!“)
An den letzten Tagen gab es dann noch Schnee: genug für eine ordentliche Schneeballschlacht mit Freunden und Kids, nicht zu viel, um die Abfahrt zu behindern. Ein schöner Weihnachtsabschluss.



