Angehört
Ich bin ja ein Fan von langen Interviews. Oder vielleicht eher ein Gegner kurzer, vorabgesprochener Gespräche à la NDR Talkshow?
Jedenfalls habe ich sehr viel Freude am Zeit-Podcastformat "Alles gesagt?", bei dem Prominente gern auch mal vier, fünf, sechs, sieben Stunden zu Wort kommen. Zunächst fand ich die Gastgeber ziemlich anstrengend, mittlerweile mag ich aber ihre Art und die gute Vorbereitung der Redaktion.
Zum Einstieg empfehle ich die Sendungen mit Armin Maiwald und Christine Westermann.
Nachgedacht
Dass Christine Westermann, die gut informierte und einfühlsame Interviewerin aus Zimmer frei, auch als Buchrezensentin jenseits des "Zwei Seiten"-Podcasts bekannt ist, war an mir total vorbeigegangen. Grundsätzlich ist es wohl aber so, dass unser Buchgeschmack nicht so furchtbar kompatibel ist, bzw. ich zu wählerisch bin, was auf meine Leseliste kommt.
Aber es ist schon heftig, wie sehr sich der Buchmarkt in "Literatur" und "Literatur Literatur" teilt, wie es Westermann im Podcast formuliert. Ich bin auch beim Lesen jemand, der eher über Plot und Charaktere kommt und den Sprachsperenzien eher nerven. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum ich mich schwer bei den Einreichungen bei Anthologien tue bzw. warum mich die Bewertenden berechtigterweise doof finden, schließlich haben sie auch eine ganz bestimmte Leserschaft im Blick.
Neulich habe ich versucht, einen vorliegenden Text "auf Publikum" zu schreiben, und das Ergebnis empfand ich einfach als furchtbar. Dann probiere ich lieber weiterhin mit Genres und Themen herum, bleibe aber meinem Stil treu. Seelenlose, formal richtige Texte verfasse ich auch im Büro.
(Nicht) getauscht
Seit langer Zeit benutze ich Tauschticket, um aussortierte Bücher an neue Lesende zu bringen. Wie lange das allerdings ist, wurde mir erst in dieser Woche bewusst, als ein Buch angefordert wurde, das ich 2007, also vor 17 (!) Jahren, einstellte.
Ich kann die Plattform sehr empfehlen, wenn es in der Nähe keinen Bücherschrank gibt, die Werke wenig monetären Restwert haben und es, wie bei mir, da Bibliothekarinnnensohn, größtmögliche Recyclinghemmungen gibt.
(Ich habe eben noch mal nachgeschaut, ich habe seit 2004 150 Bücher getauscht. Das ist schon ein bisschen was.)





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