Nachgedacht
Kürzlich war ich auf einem Seminar, bei dem ich einen Plot pitchte, der in den 1960er und 1970er Jahren in der DDR spielen sollte. Erst beim Präsentieren fiel mir auf, dass ich der einzige "Ossi" in der Runde war, und obwohl die anderen Autorinnen und Autoren bedeutend älter waren als ich (Jg. 79), merkte ich plötzlich, wie wenig man über die damaligen Lebensumstände wusste. Am "schrägsten" empfand ich die Frage, was man denn in der DDR mit Geld anfangen wollte. Man hätte sich dafür ja eh "nichts" kaufen können. Puh. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Schon bei der Debatte um "Gittersee" und der berüchtigten "Mängelliste", die dem Buch fehlende historische Akkuratesse vorwarf, frage ich mich, ob es wirklich notwendig ist, aus jeder Diskussion um einen fiktionalen Roman, der die DDR behandelt, sofort ein Proseminar am Historischen Institut zu machen. Gut, ich bin in der Belletristik ein absoluter Gegner von durchrecherchierten Szenarien – dafür gibt es meiner Meinung nach Sachbücher und Reiseliteratur. Und wenn es nicht zu absurd wird, kann ich auch damit leben, dass man in einer in Paris spielenden Handlung im Supermarkt mit Rupien bezahlt. Ich behaupte, der "Alte Mann und das Meer" wäre kein Stück schlechter, wenn er ein dreimeter großes Huhn aus der See gezogen hätte.
Gelesen
Nach dem Gratis-Comic-Tag haben die Kinder die ersten zwei Bände von Hans Jørgen Sandnes' "Krypto – Geheimnisvolle Meereswesen"-Reihe* verschlungen. Und natürlich habe ich gut gelauscht – und die Bilder betrachtet – als das große Kind dem jüngeren Kind vorlas.
Mir ist die Handlung tatsächlich etwas zu flach und vorhersehbar – wahrscheinlich haben Margo Maloo und Hilda die Hürden einfach zu hoch gesetzt – aber die Kinder hatten wirklich Spaß daran und der dritte Band ist schon in der Bibliothek vorbestellt.
Gehört




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