„Das zieht über uns hinweg!“, sagt die Schwiegermama.
Eine Frau, die in ihrem nicht schnittfesten Bikini mit einer Kettensäge gerne mal Bäume zerlegt, hat keine Angst vor einem siebenbürgischen Sommergewitter.
Der Schwiegervater hingegen, ein belesener Mann der Wissenschaft, traut dann doch lieber dem rumänischen Wetterdienst. Und dieser hatte satte 25 Liter Wasser pro Quadratmeter vorhergesagt. Innerhalb einer Stunde.
Daher treibt der Schwiegervater uns an. Und da ich nicht einer bin, der sich mit seinen Schwiegereltern anlegt (weder den eigenen, noch mit denen von meiner Ehefrau), räume ich hastig Gartenmöbel ins Haus. Natürlich immer möglichst so, dass die Schwiegermama nicht merkt, dass ich diesen Akt des Widerstands gegen ihren (Zweck)optimismus unterstützte.
Zehn Minuten später, der Regen wird bereits horizontal über unseren grünen Hügel im Wald geblasen, sitzen wir dann gemütlich im trockenen Haus und lassen die Natur Natur sein. Können wir ja auch. Wir sind ja schließlich keine transsilvanischen Bären, die gerade in ihrem Wald den Waschgang ihres Lebens erhalten.
Störend ist allerdings der Stromausfall, der kurz darauf unser Tal erreicht. Und die Situation wird auch nicht besser dadurch, dass meine Liebste ihre Mutter mal wieder daran erinnert, wie wir unser Lieblingshaus schon seit Jahren mit einer PV-Anlage und Speicher ausstatten möchten, dies aber grundsätzlich von der älteren Generation mit der Argumentation „Das ist nicht zuverlässig,“ abgebügelt wird.
„Zwanzig Prozent Strom fehlen im Land momentan.“, erzählt mein Schwager in einer Lautstärke, dass man es sicher in allen Räumen des nicht kleinen Sommerhauses hört. Wir haben ja auch gerade kein Lagerfeuer in das man Öl gießen könnte. "Es gibt zu wenig Wasser in den Flüssen für das Wasserkraftwerk und natürlich auch für den Kernreaktor."
Ich schweige.
Im Gegensatz zu meinem Schwager plane ich ja noch zwei Wochen in diesem Domizil verbringen.




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